Staffel 3 Geliehene Zeit, zwei Umdrehungen #33-48⎮Snarmione ⎮ Harry Potter FanFiction⎮Hörbuch
Über diese Folge
Harry Potter FanFiction⎮HörbuchHermine Granger ist eine hochintelligente vierzehnjährige Hexe, die sich schulisch unterfordert fühlt. Mit Professor McGonagalls Hilfe gelangt sie an einen Zeitumkehrer, der es ihr ermöglicht, zeitgleich mehrere Fächer zu belegen. An Halloween geschieht jedoch ein Unglück und Hermine findet sich plötzlich zwanzig Jahre in der Vergangenheit wieder. Ihr erster Impuls ist Flucht aus dem Internat, doch Albus Dumbledore kann sie davon überzeugen, dass Hogwarts noch immer der sicherste Ort für sie ist, wenn sie nur eines beherzigt: dass Zeit möglichst nicht verändert werden darf. Hermine fügt sich in ihr Schicksal, nimmt sogar einen neuen Namen an. Doch kann sie tatenlos zusehen, wie ihre beste Freundin einem sicheren Tod entgegengeht, Seite an Seite mit einem zukünftigen Massenmörder leben oder ihre Gefühle für jemanden unterdrücken, der dunkler, geheimnisvoller und verhasster nicht sein könnte?
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Speaker 0: Hey, schön, dass Sie wieder eingeschaltet habt zu einer neuen Folge Jana liest.
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Speaker 0: Und jetzt?
Speaker 0: Viel Spaß mit der Geschichte.
Speaker 0: Liebend gern hätte sie in einem der Restaurants entlang der Winkelgasse oder ihre Dwegen auch im tropfenen Kessel etwas zum Mittag gegessen, doch der Fickis Mich wollte sich darauf nicht einlassen.
Speaker 0: Er beantwortete auch Jeans Frage danach, was er mit Rita Kimkons Gedächtnis angestellt hatte oder ob er überhaupt etwas mit ihr angestellt hatte, als er ihr aus dem Laden gefolgt war, nicht.
Speaker 0: Tatsache blieb, dass er seinen Schützling nach dessen Friseurbesuch einmal mehr über die Gasse Richtung Papptrieb und, ohne sich länger als nötig dort aufzuhalten, mit ihr nach Hoxmie zurückkehrte.
Speaker 0: Beide verließen die drei Besen, während die Standuhr im Schankraum zwölf schlug, stiegen in eine der pferdellosen Kutschen und erreichten keine halbe Stunde später bei strahlendem Sonnenschein das Schlossgelände.
Speaker 0: Nur der Wind blies frisch und in teilweise heftigen Böen hier oben.
Speaker 0: Jean war kalt am Kopf, dort, wo jetzt die Haare gestutzt waren, also zog sie sich die Kapuze ihres Umhangs tief in die Stirn und sah mit einiger Sorge, dass atemberaubende und hochaufragende Schlossgebäude immer näher kommen.
Speaker 0: Im Hogwarts der neunziger Jahre gab es um zwölf Mittagessen.
Speaker 0: Alle Schüler würden zur Stunde in der großen Halle versammelt sein.
Speaker 0: Hoffentlich kam niemand auf die Idee, Jean offiziell vorzustellen, Aber das wäre nicht in Dumbledore's Sinne, versuchte sie sich zu trösten.
Speaker 0: In der Sekunde, da sie die geflügelten Eber passierten, hörte Jean ein leises Plopp und saß plötzlich allein in der Kutsche.
Speaker 0: Der Fekismich war gruslos disappariert, was sie mit einiger Erleichterung zur Kenntnis nahm, aber auch mit Sorge.
Speaker 0: Jetzt war sie wieder komplett auf sich gestellt.
Speaker 0: Na, wenigstens hatte sie einen neuen Zauberstab.
Speaker 0: Sie umklammerte ihn mit beiden Händen unter ihrem Umhang und bildete sich ein, dass es glatt polierte, dunkle Holz ihr Kraft spendete.
Speaker 0: Im Näherkommen sah sie eine einzelne hochgewachsene Gestalt im wehenden Umhang oberhalb der breiten Treppe zum Portal stehend.
Speaker 0: Jeans Herz setzte einen Schlag aus.
Speaker 0: Es handelte sich bei der Person um eine Hexe mit hochgestecktem braunen Dutt, die unter dem Umhang eine Strickjacke mit Schottenkaromuster trug.
Speaker 0: Ihr Blick war fest, fast streng.
Speaker 0: Ganz eindeutig eine zwanzig Jahre jüngere Version von Minerva McGonagall, Hauslehrerin von Gryffindor und obendrein stellvertretende Schulleiterin.
Speaker 0: Mit einem Schlag war Jean wieder hochgradig nervös.
Speaker 0: Jetzt ging es ans Eingemachte.
Speaker 0: Mit im Wind wild umherflappendem Umhang kam McGonagall ihr über die Treppenstufen entgegen, um sie zu begrüßen.
Speaker 0: sagte sie mit einem würdevollen, wohldosierten Lächeln.
Speaker 0: Professor Dumbledore hat mich darüber informiert, dass Gryffindor einen unerwarteten Neuzugang bekommt.
Speaker 0: Ich bin Minerva McGonagall, Vorsteherin ihres neuen Hauses, das übrigens auch das Meine ist.
Speaker 0: Jean wagte kaum zu atmen.
Speaker 0: Professor Dumbledore lässt ihnen ausrichten, dass sich um ihr Gepäck gekümmert wurde.
Speaker 0: Mir hat er mitgeteilt, dass sie ziemlich selbstständig sind und er bereits alles Wichtige mit ihnen geregelt hat, sodass ich ihnen die Räumlichkeiten nicht mehr zeigen oder Dinge erklären muss.
Speaker 0: So erhalten sie von mir lediglich das aktuelle Passwort für den Gryffindor-Turm und ihren Stundenplan.
Speaker 0: Sie hielt Jean eine Rolle per Gament und einen Zettel hin, die diese Ansicht nahm.
Speaker 0: Bei allem anderen werden ihnen ihre neuen Mitschüler sicher gern behilflich sein, Vor allem die Mädchen, die sich den Schlafsaal der dritten Klasse mit ihnen teilen.
Speaker 0: Möchten sie, dass ich sie ihnen vorstelle, momentan befinden sich alle Schüler beim Mittagessen.
Speaker 0: Es war ein unheimliches Gefühl von McGonagall, die Jean oder besser gesagt Hermine seit über zwei Jahren kannte, nicht ebenfalls erkannt zu werden.
Speaker 0: Nun, danke, Professor McGonagall, ich werde mich ihn selbst vorstellen.
Speaker 0: sagte Jean mit wackeliger Stimme, während sie Seite an Seite mit der hochgewachsenen Hexe die Eingangshalle betrat.
Speaker 0: Die Türen zur großen Halle waren geschlossen, doch dahinter war das gedämpfte Summen hunderter Stimmen zu vernehmen, wie aus einem Bienenkopf.
Speaker 0: Jean's Magen hüpfte unangenehm auf und ab.
Speaker 0: Fein, erwiderte McGonagall und legte die Fingerspitzen aneinander.
Speaker 0: Wie sie sicher wissen, ist langes Halloween-Wochenende mit Anwesenheitspflicht.
Speaker 0: Die Schüler haben keine Hausaufgaben aufbekommen und dürfen sich ihren Hobbys widmen, das heißt quidditscht dem Zauberschachtclub, der Buchgruppe und so weiter und so fort.
Speaker 0: Sie können ab sofort an allem teilnehmen, wenn Sie möchten.
Speaker 0: Ab dem dritten Jahr dürfen Sie auch nach Hawksmit gehen, allerdings habe ich von Ihnen, Miss Perlman, noch keine Einverständnis-Erklärung der erziehungsberechtigten vorliegen.
Speaker 0: Bitte informieren Sie Ihre Eltern darüber, sonst kann ich Sie beim nächsten Mal nicht mitgehen lassen.
Speaker 0: Jean versprach es, Dabei wusste sie ganz genau, dass sie keine Unterschrift bekommen würde.
Speaker 0: Es war genau wie bei Harry, dessen Einwilligung sein Onkel und seine Tante nicht hatten unterschreiben wollen.
Speaker 0: So gesehen hatte auch sie jetzt keine Eltern mehr.
Speaker 0: Der Gedanke war herzzerreißend und es schnürte Jean sofort die Kehle zu.
Speaker 0: Zusammen mit McGonagall stand sie noch eine Weile in der Eingangshalle herum, wo die Lehrerin ihr die Stundengläser für die Häuser erklärte und zuvor sich noch einmal, wie sie sich trotz der ständig neu arrangierenden Treppen im Stiegenhaus des Schlosses zurechtfand, um den Weg hinauf zu ihrem Gemeinschaftsraum zu finden.
Speaker 0: Als McGonagall von Jean wissen wollte, ob sie noch Fragen habe, schüttelte das Mädchen den Kopf.
Speaker 0: Woraufhin die Hauslehrerin sie noch einmal willkommen hieß und dann mit der Begründung, sie müsse noch Unterricht vorbereiten, die Marmottreppe hinaufschritt.
Speaker 0: Jean sah ihr nach, bis sie sich an deren Ende nach rechts wandte, dann drehte sie sich ebenfalls um und starte die Flügeltüren an, hinter der sich die große Halle befand.
Speaker 0: Sie schluckte einmal kurz trocken und reusperte sich.
Speaker 0: So gesehen hätte sie jetzt genauso gut hoch in den Schlafseil gehen und sich im Bett verkriechen können.
Speaker 0: Sie fühlte sich ängstlich und mental völlig erledigt.
Speaker 0: Doch sie hatte auch einen riesen Hunger, außerdem hatte sie nur auf dem Rückweg auf der Toilette des drei Besen ein paar Schlucke Wasser getrunken.
Speaker 0: Zögant machte Jean ein paar Schritte auf die Tür zu.
Speaker 0: Ihre rechte Hand umklammerte den neu erworbenen Zauberstab, mit der Linken fuhr sie sich mit eckigen Bewegungen durch ihr frisch geschnittenes Haar, fummelte an dem Gestell ihrer Nickelbrille herum.
Speaker 0: Remus Lupin würde höchstwahrscheinlich dort sein und obendrein nicht besonders erfreut darüber, sie wiederzusehen.
Speaker 0: Serious Black würde ebenfalls da sein und Jean wusste, sie würde sich dazu überwinden müssen, so zu tun, als wüsste sie nicht, was aus ihm werden würde oder geworden war.
Speaker 0: Was für ein Bösewicht er eines Tages für die Allgemeinheit darstellen würde.
Speaker 0: Ein solch abscheulicher Schurke, dass man ihn nach Askerbahn verbannen würde.
Speaker 0: Vielleicht war Slughorn ebenfalls beim Essen, doch würde Ergini überhaupt wieder erkennen?
Speaker 0: Wahrscheinlich nicht, oder nur rudimentär, denn Dumbledore hatte ihr gegenüber ihr erwähnt, das Gedächtnis des Zaubertranklerers zumindest verändert zu haben, der sich wiederum um Filch gekümmert hatte.
Speaker 0: Von dieser Seite waren also keine weiteren Schwierigkeiten mehr zu erwarten.
Speaker 0: Also konnte sie doch jetzt einfach die große Halle betreten, sich an den Gryffindor Tisch setzen und einfach zulangen, oder?
Speaker 0: Sie erinnerte sich, wie aufgeregt sie am ersten Schultag gewesen war.
Speaker 0: Sie war durch den Hogwarts-Express getiegert, hatte sich mal mit diesem Zauberer, mal mit jener Hexe unterhalten, doch immer nur kurz, um festzustellen, wie die anderen tickten und ob sie magische Fähigkeiten oder Kenntnisse besaßen, die ihr, zumindest in der Theorie, abgingen.
Speaker 0: Den ganzen Abend lang hatte sie das Innere des Schlosses mit dem verglichen, was sie in der Geschichte Hogwarts bereits mehrfach nachgelesen hatte.
Speaker 0: Doch damals waren über dreißig andere Schüler an ihrer Seite gewesen.
Speaker 0: Jetzt war sie ganz allein.
Speaker 0: Aber es half hier alles nichts.
Speaker 0: Sie konnte sich nicht drücken.
Speaker 0: Entschlossen schob sie ihren Zauberstab in die dafür vorgesehene Innentasche ihres Umhangs und wollte gerade beherzt losstiefeln.
Speaker 0: Da wurde die Tür plötzlich von innen schwungvoll aufgestoßen und sie prallte erschrocken zurück.
Speaker 0: Eine Traube von Schülern kam ja lachend und schwarzend entgegen, sodass Jean hastig zur Seite sprang und die Jungen und Mädchen, die er natürlich allesamt unbekannt waren, passieren ließ.
Speaker 0: Einige liefen die mamore Treppe hinauf, andere den Gang zu den Kerkern hinunter, wieder andere in Richtung des Hufflepuff-Gemeinschaftsraums im Erdgeschoss oder durch die Eingangstür hindurch nach draußen aufs Gelände.
Speaker 0: Als der Strom an Schülern auszudünnen begann, fasste Jean Mut und trat vorsichtig in die große Halle ein, wo sie nach wenigen Metern stehen blieb und die Atmosphäre des Tages auf sich wirken ließ.
Speaker 0: Zwei Nächte zuvor war der Himmel von Wolken zerrissen und die Halle in Mondschein getaucht gewesen.
Speaker 0: Jetzt schien die Sonne so hell, dass die noch verbliebenen Schüler teilweise unter schwebenden Schattensegeln saßen.
Speaker 0: Die Halloween-Kürbisse waren auch noch da.
Speaker 0: Oh, wie sehr wünschte sie sich, jetzt ihrer beiden besten Freunde am Tisch der Gryffindor sitzen zu sehen und zu ihnen gehen zu dürfen.
Speaker 0: Ohne sich dessen bewusst zu sein, tastete sie durch den Stoff ihres Oberteils hindurch nach dem nutzlosen Zeitumkehrer, schloss die Augen und drückte ihn einmal kurz, als wäre er ein Talismann, dafür vorgesehen, ihren sehnlichsten Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.
Speaker 0: Als sie die Augen eine Sekunde später wieder öffnete, stand Harry Potter vor ihr.
Speaker 0: Sie reagierte instinktiv, warf sich im Entgegen und schlang beide Arme fest wie eine ertrinkende um seinen Hals.
Speaker 0: Oh, Harry!
Speaker 0: Harry!
Speaker 0: Sie hatte es gewusst.
Speaker 0: Die ganze Zeit über hatte sie es einfach gewusst.
Speaker 0: Dass das alles nicht Wirklichkeit gewesen war.
Speaker 0: Dass irgendwer ihr irgendwas in den Kürbis saft getan oder sie heimlich hinter Rix verhext hatte.
Speaker 0: Und dieser heimtückische Akt passte nun mal perfekt zu der einzigen Person, der sie so etwas hinterlistiges auch zutraute.
Speaker 0: Draco Malfoy.
Speaker 0: Doch Malfoy war bloß ein Zauberlehrling, dessen Flüche, wie fast alle anderen auch, gleichgültig von wem ausgesprochen, nicht für immer anhielten, sondern sich auf Dauer abnutzten.
Speaker 0: Schwächer wurden aufbrachen.
Speaker 0: Und genau das war jetzt passiert, endlich.
Speaker 0: Bei Merlin, sie war wieder ganz die Alte.
Speaker 0: Fest schmiegte sie sich an Harry, wollte ihn nicht gehen lassen, obwohl sich ihr Freund so langsam in ihrer Umklammerung unwohl zu fühlen schien.
Speaker 0: Wie wohl jeder dreizehnjährige Junge, dem sich ein Mädchen, von dem er nichts will, vor versammelter Mannschaft um den Hals wirft.
Speaker 0: Ringsum begangen ihre Mitschüler zu kichern und zu pfeifen, doch es interessierte sie nicht.
Speaker 0: Viel zu schön war es, ihn endlich wieder zu haben.
Speaker 0: Und wenn dieses Gefühl schon bei Harry so schön war, wie würde es sich dann erst bei Ron?
Speaker 0: Das Gelächter und Geole derer, die um sie herum standen, Was sie zwar durchaus wahrgenommen, aber willendlich ausgeblendet hatte, wurde immer vielstimmiger und stieg zu einem regelrechten Chor an.
Speaker 0: Knu-Chen, Knu-Chen, sangen ein paar vorwitzige Knu-Chen.
Speaker 0: Dazu begann Harry sich nun heftig gegen ihre Umarmung zu sträuben, versuchte sie gewaltsam von sich wegzuschieben.
Speaker 0: In dem Moment, als sie verwirrt feststellte, dass Harry gar nicht wie Harry roch, sondern irgendwie anders hatte er sie auch schon hart an beiden Handgelenken gepackt und diese auseinandergedrückt, sodass sie ihn freigeben musste, ob sie nun wollte oder nicht.
Speaker 0: Spinnst du?
Speaker 0: faucht er unglaublich.
Speaker 0: Wer immer dieser Harry ist, der Typ kann einem leid tun.
Speaker 0: Grob schubste er sie von sich weg, sodass sie nach hinten stolperte und fast das Gleichgewicht verloren hätte.
Speaker 0: Wer ist dich denn?
Speaker 0: hörte sie jemanden flüstern.
Speaker 0: Allgemeines Getuschel und geraune Hub an.
Speaker 0: Keine Ahnung, flüstert die jemand anders.
Speaker 0: und erdrücktes Kichern folgte.
Speaker 0: »Hey, Potter, hast du vorgestern in Hox mit einer aufgerissen?«.
Speaker 0: wef ein Fünft- oder Sechs-Klassler mit einem Slytherin-Abzeichen auf der Brust höhnisch.
Speaker 0: Als Antwort grüllte die Menge, manche klatschen auch.
Speaker 0: »Wilst du uns deine neue Freundin nicht vorstellen, Potter?« kicherte ein braunhaariges Mädchen mit Segelohren.
Speaker 0: Wieder ein anderer stieß den vermeintlichen Harry seinen Ellenbogen in die Rippen und sagte feichsend, »Oi, ich dachte, du stehst nur auf Rotarige.«.
Speaker 0: Sie verstand die Welt nicht mehr.
Speaker 0: Auch wenn es nicht die Welt der Muckel, sondern die der Zauberer war, sie verstand sie einfach nicht.
Speaker 0: Vor ihr stand ihr bester Freund und tat so, als würde er sie nicht wieder erkennen.
Speaker 0: Schlimmer noch, warum trieb er so einen grausamen Scherz mit ihr, stieß sie gar weg?
Speaker 0: Das passte einfach nicht zu dem sanften und sensiblen Jungen, den sie kannte.
Speaker 0: Im Gegensatz zu manch anderem war Harry niemand, der später auf Kosten anderer trieb.
Speaker 0: Gut, es sah auch nicht mehr Haar genau so aus, wie sie ihn in Erinnerung hatte.
Speaker 0: Sein Haar war komischerweise heller, und die Augen, mit denen er sie nun verärgert anfunklte, waren nicht grün, sondern irgendwie ... braun?
Speaker 0: Sie waren braun!
Speaker 0: Was bei Merlin's Bad wurde hier gespielt.
Speaker 0: Wer war er?
Speaker 0: Wer waren all diese Menschen?
Speaker 0: Wer war sie?
Speaker 0: Im Nu hatte sie einen großen Kreis, um sie beide gebildet, und da jetzt ungefähr ein Meter Abstand zwischen ihnen lag, erkannte sie, dass ... Und ihr Herz setzte bei der Erkenntnis tatsächlich einen Schlag aus, der Junge wirklich nicht Harry war.
Speaker 0: Die Brille war ähnlich, aber nicht dieselbe.
Speaker 0: Sie war ein bisschen oval.
Speaker 0: Das unordentliche Haar mit dem Wirbel am Hinterkopf konnte man nicht schwarz, sondern höchstens Mittelbraun nennen.
Speaker 0: Und die Augen, ja, die waren ganz eindeutig braun wie Haselnüsse.
Speaker 0: Obwohl braun eine warme Farbe war, fehlte etwas in diesen Augen.
Speaker 0: Die Güte, oder besser noch die Warmherzigkeit, was auch immer es war, dass Harrys Augen ausmachte.
Speaker 0: Im selben Moment wurde ihr klar, dass der Albtraum, in dem sie sich befand, noch immer anhielt und wohl auch noch lange andauern würde.
Speaker 0: Am liebsten hätte sie sich auf den Boden geschmissen, mit den Fäusten darauf eingetrommelt und mit den Beinen gestrampelt wie eine wütende Dreijährige, deren Mutter ihrem Geschäft ihre Lieblingssüßigkeit verwerte.
Speaker 0: Und anschließend hätte dieser Boden sich gefälligst unter ihr auftun und sie verschlucken müssen.
Speaker 0: Denn sie konnte sich nicht daran erinnern, dass ihr je, jemals im Leben etwas Peinliches passiert war, als das gerade eben.
Speaker 0: In ihren Ohren rauschte es und ihr Blickfeld wurde immer kleiner.
Speaker 0: Jetzt bloß nicht ohnmächtig werden, das würde dem Ganzen die Krone aufsetzen.
Speaker 0: Das Gelächter nahm einfach kein Ende, all die höhnischen Worte.
Speaker 0: Ach komm, jetzt küsst euch doch mal!
Speaker 0: Leidest du an Geschmacksverirrung, Potter?
Speaker 0: Wie ist das hier reingekommen?
Speaker 0: Draußen ist eine Besenkammer, falls euch noch Zweisamkeit ist.
Speaker 0: Den liebes Trank, will ich auch ausprobieren.
Speaker 0: Nein, lieber einen, der dich auch schön macht.
Speaker 0: Wer ist die liebes tolle Sabahhexe?
Speaker 0: Ein kleiner, untersetzter Junge mit mausfarbenem Haar schlug sich auf die feisten Schenkel und kicherte so, dass er einen Schluck aufbekam.
Speaker 0: Am liebsten hätte sie ihm einen ordentlichen Tritt versetzt, dorthin, wo es ihn am meisten schmerzen würde.
Speaker 0: Ihre aggressiven Gedanken erschreckten sie, Andererseits war sie aber auch noch nie in ihrem ganzen Leben so gedemütigt worden, auch nicht in der Muggelschule, wo die Kinder noch jünger und unrefliktierter gewesen waren.
Speaker 0: Noch immer wie gebannt, jetzt aber voller Entsetzen, startete sie Harrys Vater an.
Speaker 0: James Potter hatte Rosa Wangen bekommen und sein Blick war abweisend, wenn nicht gar zornig.
Speaker 0: Entschuldigung, stammelte sie und hatte durch die Wand davongleiten mögen, wie ein Geist es konnte.
Speaker 0: Ich weiß auch nicht, wie, verdammt, verdammt, verdammt, wie rechtfertigt man ein solches Verhalten?
Speaker 0: Was bei Merlins Unterhose bist du und warum schmeißt du dich so an mich ran?
Speaker 0: zischte James hierzu.
Speaker 0: Dann sah er über ihre linke Schulter auf etwas, das sich hinter ihr befand und meinte dann gedehnt.
Speaker 0: Ach so, na das erklärt einiges.
Speaker 0: Als sie sich daraufhin umdrehte, sah sie Remus Lupin dort stehen, ein fettes Grinsen im zerschrammten Gesicht.
Speaker 0: Daher wehte der Wind.
Speaker 0: Natürlich musste er den anderen von der verrückten neuen Schülerin erzählt haben, die er auf der Krankenstation getroffen hatte.
Speaker 0: Seinen Freunden.
Speaker 0: Und im selben Augenblick gewahrte sie ihn.
Speaker 0: Sirius Black.
Speaker 0: Er stand Schulter an Schulter mit Remus, groß für sein Alter und schon eher gut aussehen zu nennen, als Süß mit seinen ebenmäßigen Zügen und den dichten, dunkelbraunen, etwas schlockigen Haaren.
Speaker 0: Er bog sich vor Lachen.
Speaker 0: Hätte sie es nicht besser gewusst, so hätte sie nie und nimmer vermutet, dass dieser Junge und der Mann auf den Verhandlungsplakaten in der Winkelgasse ein und dieselbe Person waren.
Speaker 0: Der erwachsene Black hatte verwahrlos gewirkt, mit langen, fettigen Zotteln und wildem Blick.
Speaker 0: Doch dieser Junge hier trug sein Haar kurz.
Speaker 0: Es glänzte unter den mittaglichen Sonnenstrahlen, die durch die verzauberte Decke der großen Halle fielen.
Speaker 0: Würde er nicht so grässlich über sie lachen, hätte sie ihn schön finden können.
Speaker 0: Doch er lachte und wie er lachte.
Speaker 0: Er konnte gar nicht mehr aufhören.
Speaker 0: Alles verzehrende Wut erfasste sie wie aus dem Nichts.
Speaker 0: Eigentlich hätte sie ängstlich sein müssen, wusste sie doch jetzt mit schmerzlicher Entgültigkeit, dass es keinen Sinn mehr hatte zu hoffen.
Speaker 0: Sie wäre irgendeinem dubiosen Zauber an Heim gefallen oder in einem tagelangen Albtraum gefangen.
Speaker 0: Irgendwann musste es mal gut sein damit.
Speaker 0: Doch gleichgültig, was passiert war oder wer sie war, niemand sollte eine Lachnummer in ihr sehen.
Speaker 0: Sie durften sie nicht auslachen.
Speaker 0: Indem, was sie als nächstes tat, brach sich ihre ganze Enttäuschung, all ihre Angst und Wut bahn.
Speaker 0: Mit einer einzigen fließenden Bewegung zog sie ihren Zauberstab aus dem Umhang hervor und richtete ihn genau auf Black's Kehle.
Speaker 0: Den ganzen Pulk konnte sie nicht zum Schweigen bringen, doch wenn es ihr bei dem gelangen, der am lautesten lachte, würde das dem einen oder anderen hier hoffentlich ein bisschen Respekt abnötigen.
Speaker 0: Sie dachte gar nicht darüber nach, dass sie einen neuen Stab benutzte, der ihr beim Üben im Friseursalon nicht mal annähernd so gut gehorcht hatte wie ihr Alter.
Speaker 0: Sie rechnete nicht damit, dass er ihr den Dienst versagen könnte.
Speaker 0: Sie war einfach nur wütend.
Speaker 0: Silencio, brüllte sie.
Speaker 0: Im nächsten Augenblick hätte man in der gesamten großen Halle eine Stecknadelfallen hören.
Speaker 0: Da standen sie alle vor ihr, mit aufgerissenen Mündern und hervorquellenen Augen, die Hände an ihren Kehlen, und keiner konnte mir den Geringsten laut von sich geben, nicht einmal ein Krechzen.
Speaker 0: In ihren eigenen Ohren klingelte und fiebte es, als wäre genau vor ihren Füßen eine von Dr.
Speaker 0: Philippus das Knallkröten der Lüchsexplodiert und ihr Trommelfell hätte etwas abgekriegt.
Speaker 0: Als sie herumfuhr, merkte sie zu ihrem grenzenlosen Erstaunen, dass der auf Black gemünste Zauber auch diejenigen getroffen hatte, die hinter ihr standen.
Speaker 0: James Potter gebärdete sich beispielsweise wie ein Goldfisch auf dem Trocknen, öffnete und schloss seinen Mund wieder und wieder, ohne dass ein Ton daraus hervorkam.
Speaker 0: Wäre sie nicht zu erschrocken über die Wucht ihres Zaubers gewesen, sie hätte gelacht.
Speaker 0: Noch lauter als Serious Black.
Speaker 0: Eine Hexe von ungefähr sechzig Jahren, mit schulterlangem dunkelblonden, von grauen Strähnen durch wirktem Haar, war es, die dem Spuk ein Ende machte.
Speaker 0: Mit klackenden Schritten, die von den Wänden ringsum wiederhalten, kam sie die Stufen vom Podium herunter, wo sie zwischen den Lehrern gesessen und gegessen hatte.
Speaker 0: Sie schwang einmal kurz ihren Zauberstab und sagte mit kühler klarer Stimme, in der Totenstillenhalle wie ein Peitschenknall wirkte, Finite.
Speaker 0: Allgemeines Husten, Keuchen und Spucken brach los.
Speaker 0: Wer von euch war das?
Speaker 0: fragte sie, ein wenig schrill jetzt, um den Lärm um sie herum zu übertönen.
Speaker 0: Niemand antwortete ihr.
Speaker 0: Jean, die ihren eigenen Zauberstab Flux in den Ärmel ihres Umhangs geschoben hatte, als die Forschenschritte von der Ankunft einer Respektsperson kündeten, hielt ebenfalls den Mund und den Atem an.
Speaker 0: Möglichst unauffällig zog sie sich ein paar Schritte zurück, um mit den Schaulustigen hinter ihr zu verschmelzen.
Speaker 0: Zu ihrer immensen Erleichterung wandte die schlanke Lehrerin sich jedoch ohne lange zu fackeln, James zu.
Speaker 0: Nun, Mr.
Speaker 0: Potter, wären Sie so gnädig, mich zu erleuchten, mir war, als hätte hier gerade eben noch ein ziemliches Getöse geherrscht.
Speaker 0: Professor Flitwick mag es gefallen, dass sie seine Zaubersprüche für Fortgeschrittene bereits perfekt zu beherrschend scheinen, Aber Verstärkungen sind nicht ohne Grundstoff für die obersten Klassen und von minderjährigen Zauberern tunlichst nicht zu praktizieren.
Speaker 0: Dabei kann so einiges schiefgehen.
Speaker 0: Strengen sah sie ihn an.
Speaker 0: Jean meinte, während ihrer Rede einen leichten Akzent herausgehört zu haben, etwas Skandinavisches vielleicht?
Speaker 0: Sie war sich nicht sicher.
Speaker 0: Ich möchte mich nicht ständig wiederholen, dass sie in den Gängen und auch hier in der Halle nicht zaubern dürfen, vor die ihr unbekannte Hexe fort.
Speaker 0: Vielleicht sollten sie die Schulordnung ein paar Mal abschreiben.
Speaker 0: Ein paar Mal mehr, möchte ich damit sagen, weil sich meine Ansicht nach nämlich bislang noch keine Wirkung eingestellt hat.
Speaker 0: Einmal mehr war es Mugsmäuschen still.
Speaker 0: Keiner der anwesenden Schüler wollte auch nur ein Wort dieser interessanten Standpaucke versäumen.
Speaker 0: Sirius Black trat vor.
Speaker 0: Es war nicht James Schult, Professor Clugshacer.
Speaker 0: Er hat gar nichts... Wir haben nicht... Er hielt inne und sein Blick flog zu Jean.
Speaker 0: Es schien als weg, der er ab, ob er es wagen sollte, die Neue, die Augen scheinen nicht über großes magisches Potenzial verfügte, zu verpetzen und entschied sich dann aus irgendeinem für Jean nicht nachvorziehbaren Grund dagegen.
Speaker 0: Wir haben uns hinreißen lassen.
Speaker 0: Es tut mir leid und wird nicht mehr vorkommen.
Speaker 0: Wie höflich er ist, dachte Jean, klingt eher nach Cavalier als nach verrücktem Straftäter.
Speaker 0: Aber hier und heute ist er noch jung.
Speaker 0: Wer jedoch keine zehn Jahre später ein Dutzend Muggel in die Luft sprengte, den sollte man mit Vorsicht genießen.
Speaker 0: Wie hatte Remus Lupin sich bloß so jemanden als engen Freund aussuchen können?
Speaker 0: Der Lupin der Neunziger war ein ruhiger, unaufgeregter und vor allem klugermann.
Speaker 0: Vielleicht hatte er aber auch nur seine Lektion gelernt.
Speaker 0: Die Lektion, die Hogwarts ihm nicht hatte beibringen können, sondern einzig und allein das Leben.
Speaker 0: die oft so grausame Realität.
Speaker 0: Das will ich hoffen, Mr.
Speaker 0: Black, erwiderte die Professorin jetzt.
Speaker 0: Sie und ihre Freunde gehören zu den Besten ihres Jahrgangs.
Speaker 0: Warum verschwenden sie ihr Talent, damit ständig nur Unruhe zu stiften?
Speaker 0: Zehn Punkte ab zu Quill Gryffindor.
Speaker 0: Unterdrücktes Raunen von den Umstehenden.
Speaker 0: Black, bis sich auf die Lippen, sagte jedoch nichts mehr und der Blick, den er James zuwarf, besagte, dass es wohl besser wäre, wenn dieser auch den montiert.
Speaker 0: Professor Klok-Schäser sah noch einmal auffordernd in die Runde, dann machte sie auf dem Absatzkehrt und kehrte gemessenen Schrittes zum Lehrertisch zurück.
Speaker 0: In der wieder eingetretenen Stille konnte man aus der Eingangshalle leise, aber deutlich das Klackern der zehn Rubine hören, die aus dem stunden Glas der Gryffindors entfernt wurden, der Beweis ihrer Niederlage.
Speaker 0: Serious Black musste der Jean von oben bis unten und es schien, als wollte er jetzt, da die Respektsperson aus Erhörweite war, etwas zu ihr sagen.
Speaker 0: Doch Emus Lupin berührte seinen Freund am Arm, beugte sich zu ihm und mummelte etwas in sein Ohr.
Speaker 0: Worauf der Dunkelhaarige nur sagte, gut, lass uns rausgehen, James, wie wir es vorhatten.
Speaker 0: Peter, kommst du?
Speaker 0: Der kleine unförmige Junge, der sich eben noch köstlich über Jean amüsiert hatte, kam der Aufforderung umgehend nach und schloss sich der Gruppe an, die sich nun durch die Doppeltüren hindurch in die Eingangshalle begab und anschließend nach links in Richtung Haupteingang schwenkte.
Speaker 0: Kaum war die Mehrzahl der Akteure des Spektakles verschwunden, löste sich auch der Pulg der Gaffer auf und am Ende stand Jean ganz allein da, völlig verdattert und verzweifelter als jemals zuvor.
Speaker 0: Und Resignation legte sich wie eine dicke Decke über sie, so dass sie alle Geräusche um sie herum nur noch wie durch eine Schicht Downen hörte.
Speaker 0: Ich sitze wahrhaftig fest.
Speaker 0: Harry ist nicht Harry, sondern sein eigener Vater.
Speaker 0: Ron und er existiert schlicht nicht mehr.
Speaker 0: Dafür habe ich einen zukünftigen Massenmörder unter meinen Schulkameraden.
Speaker 0: Sie presste sich eine Faust fest vor den Mund, um sich am Schreien zu hindern.
Speaker 0: Das kurze Gefühl von Sicherheit und Erleichterung hatte nur den Nährboden für eine noch heftigere Panikattacke bereitet.
Speaker 0: Währenddessen starten vereinzelte Schüler sie noch immer an und über ihnen auf dem Podium thronten die Lehrer.
Speaker 0: Jean spürte die Bohren im Blicke alle auf sich wie Nadeln auf der Haut.
Speaker 0: Eine neue Schülerin mitten im Trimester, allein das war schon etwas Besonderes.
Speaker 0: Zum Glück schien keine der Lehrpersonen mitbekommen zu haben, dass sie die eigentliche Verursacherin des Schweigezauber gewesen war.
Speaker 0: Jeans ängstlicher Blick huschte den Lehrertisch entlang.
Speaker 0: Zum Glück saß Hagrid nicht dort oben, dafür aber die Professorin Flitwick und Madame Hooch, bei der sie ihre ersten Besenflugstunden gehabt hatte.
Speaker 0: Das Déjà-vu-Gefühl überwältigte sie dermaßen, dass ihre Hände und Knie sichtlich zu Zittern anfingen.
Speaker 0: Sie musste sich setzen und das schnell.
Speaker 0: In ihrem Kopf drehte sich alles.
Speaker 0: Mit kurzen, stachsigen Schritten ging sie zum äußersten rechten Tisch hinüber, der von jeher den Gryffindor-Schülern vorbehalten war.
Speaker 0: Dort setzte sie sich so hin, dass sie die anderen drei Tische im Rücken hatte und selbst gegen die Wand starte.
Speaker 0: Glücklicherweise saß ihr niemand direkt gegenüber, die sich in nächster Nähe befindlichen Schüler saßen ein ganzes Stück entfernt zum Podium hin, wo sie die Köpfe zusammensteckten und whisperten, immer mal den ein oder anderen Blick in ihre Richtung werfend.
Speaker 0: Das Mittagessen war noch nicht abgeräumt worden und auf dem Tisch stapelten sich förmlich die Köstlichkeiten, unter anderem Dinge, die wahrscheinlich noch vom Halloweenfest von vor zwei Tagen übrig waren.
Speaker 0: Kürbispasteten, Pastinakeneintopf, feurig gefüllte Paprika, alles, was man sich nur wünschen konnte.
Speaker 0: Aber Jean rührte nichts davon an.
Speaker 0: Ihr Magen, der sich zehn Minuten zuvor noch grummelnd und nach Nahrung schreien, zusammengezogen hatte, fühlte sich jetzt an, als wäre er mit dem Verdauen eines Pflastersteins beschäftigt.
Speaker 0: Am liebsten hätte sie den Kopf auf die Tischplatte gelegt und zu Weinen angefangen.
Speaker 0: Alles schien so endgültig, und die Hilfe, die sie von Dumbledore bislang bekommen hatte, nützte ihr nichts, denn sie änderte nichts daran, wo sie sich befand.
Speaker 0: Ihr Verbündeter konnte zwar versuchen, sie auf ein Leben in einem zwanzig Jahre jüngeren Hogwarts vorzubereiten, doch das war ja wohl kaum das, was sie wollte und brauchte.
Speaker 0: Davon abgesehen war von dieser Seite aus auch keine Hilfe mehr zu erwarten.
Speaker 0: Dambildos Gedanken bezüglich Jeanszeitreise lagen im Denkarium, und da würden sie aus Sicherheitsgründen vorerst auch bleiben.
Speaker 0: Doch das, was sie wollte, war, dass alles wieder hagenau so würde, wie es zwei Tage vorher gewesen war.
Speaker 0: Dafür würde sie Dracomel vor Inkauf nehmen, den stets übelaunigen und ungerechtens Neb, einen sie chronisch unterfordernden Lehrplan, und wegen ihr selbst den Verlust sämtlicher Bücher dieser Welt.
Speaker 0: Einige Ravenclaws direkt hinter ihr lachten plötzlich laut auf.
Speaker 0: Wahrscheinlich zeigten sie gerade mit den Fingern auf sie.
Speaker 0: Die Wut in ihr, die so plötzlich heraufgebrodelt war, war erloschen, sonst hätte sie sich jetzt umgedreht und ihren neuen Zauberstab auf die Lachenden gerichtet.
Speaker 0: Sie hatte jedoch schon genug ungewollte Aufmerksamkeit erregt.
Speaker 0: Herr Ye, Dumbledore hatte sie doch ausdrücklich gewarnt.
Speaker 0: Und was tat sie?
Speaker 0: Warf sich bei allerbester Gelegenheit einem Jungen an den Hals, der nicht bloß irgendein Junge war, und machte damit sich und ihn zum Gespött der ganzen Schule.
Speaker 0: Auffälliger konnte man sich nicht benehmen.
Speaker 0: Wahrscheinlich summte bereits in diesen Sekunden ganz Hogwarts nur so von Gerüchten über sie die Neue, die Nerren, die noch dazu hässlich war.
Speaker 0: Obendrein hatte sie laut Harrys Namen geschrien.
Speaker 0: Gut, mit einem einzelnen Vornamen würde niemand hier etwas anfangen können.
Speaker 0: Doch was, wenn dieser Name ein Eigenleben entwickelte?
Speaker 0: Wenn Serious Black und Remus Lupin ihn dazu benutzen würden, James Potter zu ärgern.
Speaker 0: Würdet er seinen Sohn dann noch Harry nennen wollen?
Speaker 0: Ganz bestimmt nicht.
Speaker 0: Du denkst zu weit in die Zukunft, schalt sich Jean.
Speaker 0: Wenn du dich mit solchen Gedankenschleifen beschäftigst, wirst du am Ende wahnsinnig werden, wie die Hexen und Zauberer, die gedankenlos mit der Zeit herumgespielt haben.
Speaker 0: Dein Kopf wird niemals zur Ruhe kommen.
Speaker 0: Du musst dich mit dem beschäftigen, was direkt vor deiner Nase liegt und deinen Geist vor allem verschließen, was in der Zukunft geschehen ist oder geschehen könnte.
Speaker 0: Sie schloss die Augen.
Speaker 0: Was in der Zukunft geschehen ist.
Speaker 0: Allein dieser Satz war ein Widerspruch in sich.
Speaker 0: Als sie die Augen wieder öffnete, fiel ihr Blick als erstes auf ihren Zauberstab, den sie vor sich auf den Tisch gelegt hatte.
Speaker 0: Eigenartig.
Speaker 0: Und bei den paar einfachen Schwebezaubern, mit denen sie sich die Zeit im Friseursalon vertrieben hatte, war ihr das nicht angegangen.
Speaker 0: Andererseits, wenn eine magische Person einen anderen Zauberstab als den ihren benutzte, war das so gesehen nicht anders zu erwarten.
Speaker 0: Neue Zauberstäbe, so erinnerte sie sich gelesen zu haben, mussten erst eingezaubert werden, was seine Zeit in Anspruch nehmen konnte, bevor sie ihr volles Potenzial entfalten konnten.
Speaker 0: Noch komplizierter wurde es, wenn man den Zauberstab eines anderen benutzte, denn jede Hexe, jeder Zauberer hinterließ von außen unsichtbare Spuren an seinem persönlichsten magischen Hilfsmittel.
Speaker 0: Diejenigen, die sich mit der Materie auskannten, wie beispielsweise Oli Wender, konnten diese Spuren bei eingehenden Untersuchungen sichtbar machen durch Funkenflug und dergleichen.
Speaker 0: Es dauerte also viel länger, sich einen Stab, der den Besitzer gewechselt hatte, zu eigend zu machen, als einen neuen Stab einzuzaubern.
Speaker 0: Das hatte Professor Flitwick ihnen in ihrem ersten Jahr einmal erläutert und das Mädchen, das damals noch Hermine Granger geheißen hatte, hatte seine Worte bis heute nicht vergessen.
Speaker 0: Wieso aber war ihr eben dieser fulminante Schweigezauber so scheinbar mühelos gelungen?
Speaker 0: Weil sie nicht darüber nachgedacht hatte, welchen Stab sie in der Hand hielt?
Speaker 0: Mit ihrem Alten, da war sie sich sicher, hätte sie nie im Leben die ganze Meute verstummen lassen können.
Speaker 0: Und was hatte diese Kloch-Schäser da über Verstärkung gesagt?
Speaker 0: Sie sei Stoff der obersten Jahrgänge?
Speaker 0: Das mochte stimmen, denn Jean hatte diesen Begriff im Zusammenhang mit Zaubern noch nie zuvor gehört.
Speaker 0: Vorsichtig nahm sie ihren Zauberstab in die Hand und betrachtete ihn.
Speaker 0: Er wirkte so unscheinbar.
Speaker 0: Was hatte der Zauberstabmacher noch gleich über ihn gesagt?
Speaker 0: Hollunderholzstäbe würden von Personen beherrscht, die ein besonderes Schicksal hätten?
Speaker 0: Sie hatte das mit einem innerlichen Augenrollen abgetan und dabei an Prof.
Speaker 0: Tulloni gedacht, nun aber wurde ihr zum ersten Mal bewusst, wie Recht Ollivenda doch gehabt hatte.
Speaker 0: Sie hatte in der Tat ein außergewöhnliches Schicksal.
Speaker 0: Und genau deshalb hatte der Hollunder Zauberstab sie außerwelt.
Speaker 0: Kapitel thirty-six Die Mutter aller Kälche.
Speaker 0: Auf wundersame Weise tröstete Jean dieser Gedanke, ihr war, als hätte sie einen treuen Freund und verbündeten an ihrer Seite, zwar keinen aus Fleisch und Blut, sondern aus Holz, doch immerhin einen, der auf eine, wenn auch nicht gefühlsmäßige, sondern ihr stoffliche Art, wusste, wie es ihr ging und sie in einer schlimmen Situation nicht im Stich ließ, sondern ganz im Gegenteil ihr auch noch außerordentliche Kräfte verlieh.
Speaker 0: Der Gedanke tröstete sie so sehr, dass sie irgendwann nach einer Kürbispassete griff und sie sich ohne sie vorher mitbesteckt zu zerteilen, einfach in den Mund schob.
Speaker 0: Das erste warme Essen seit zwei Tagen schmeckte hervorragend und ganz wie in der Zukunft.
Speaker 0: Die Hauselfen in Hogwarts wussten anscheinend, wie man den Standard hochhielt.
Speaker 0: Jeans verkrampfte Rücken entspannte sich etwas, doch ihr Kopf fühlte sich noch immer schwer und wattig an.
Speaker 0: Während sie aß und trank, überlegte sie, was sie mit diesem Tag anfangen sollte.
Speaker 0: Es war erst Freitag, mehr als die Hälfte des langen Halloween-Wochenendes lag noch vor ihr.
Speaker 0: Als erstes würde sie gleich hoch in den Gryffindor-Turm gehen und nachschauen, was an Gepäck da war, wie Prof.
Speaker 0: McGonagall gesagt hatte.
Speaker 0: Hoffentlich hatte Dumbledore ihr ein paar Sachen besorgt, in denen sie sich auch wohl fühlte.
Speaker 0: Eigentlich waren Klamotten ihr ziemlich egal, Gerade hier in Hogwarts trugen die Schüler ohnehin von Montag bis Freitags nachmittags die obligatorische Schuluniform.
Speaker 0: Nach Hoxmead konnte sie nicht gehen, ohne sich Ärger einzuhandeln.
Speaker 0: Sie hatte die Erlaubnis, ihres Erziehungsberechtigten nicht.
Speaker 0: Sie hatte überhaupt keinen Erziehungsberechtigten mehr.
Speaker 0: Würde das nicht irgendwann auffallen?
Speaker 0: Warum hatte sie nicht daran gedacht, mit Dumbledore über dieses heikle Thema zu reden?
Speaker 0: Wo sich ihre Diplomateneltern gerade aufhielten, weswegen sie nach Hogwarts hatte wechseln müssen.
Speaker 0: Der Gedanke, dass ihre leiblichen Eltern gerade eifrig und nichts ahnend an der Londoner Uni studierten, sich vielleicht noch gar nicht kennengelernt hatten, erfüllte sie mit Sehnsucht und Schmerz, aber auch mit Erleichterung.
Speaker 0: Was aber war mit ihren Eltern in der Zukunft?
Speaker 0: Wenn in der Schule aufgefallen war, dass sie fehlte und wenn man annahm, dass Serious Black etwas damit zu tun hatte, würde man ihre Eltern benachrichtigen, Und diese würden umgehen, die Polizei benachrichtigen, da nach Bleck ja auch in der Muckelwelt als gefährlicher Krimineller gefahrenet wurde?
Speaker 0: Wie würden ihre Eltern reagieren, wenn sie erfuhren, dass ihre einzige Tochter spurlos verschwunden war?
Speaker 0: Ganz sicher würden sie Todesängste ausstehen.
Speaker 0: Wahrscheinlich würden sie die gemeinsame Zahnarztpraxis schließen und dann zu Hause sitzen, verzweifelt hoffend und auf den Erlösenden anrufwartend.
Speaker 0: Und all das habe ich mir selbst eingebrockt, dachte sie.
Speaker 0: Ron, Harry, meine Eltern, Krumbein, alles meine Schuld.
Speaker 0: Wie habe ich bloß so wieder meine eigene Natur handeln können, in dem ich versucht habe, etwas über Severus Black herauszufinden?
Speaker 0: Mit dem Ergebnis, dass ich Black jetzt von morgens früh bis abends spät am Hals haben werde, aber anders, als ich mir das jemals gedacht hatte.
Speaker 0: In der großen Halle herrschte ein Regest kommen und gehen.
Speaker 0: Ein Großteil der Schüler aus dem oberen Jahrgängen schien zu fehlen, Wahrscheinlich waren sie runter noch Hogsmeed gegangen.
Speaker 0: Warum war James Potters Klicke nicht auch dort?
Speaker 0: fragte Jean sich.
Speaker 0: Vielleicht wegen Lupin?
Speaker 0: Obwohl der zarte Junge mit den blassen, zerkratzten Gesicht die Krankenstation schon gestern verlassen hatte, wirkte er auf Jean nicht wirklich genesen.
Speaker 0: Er hatte ihr und Madame Pomfrey weiß machen wollen, dass es ihm gut ging, doch Jean bezweifelte, dass das der Wahrheit entsprach.
Speaker 0: Remus Lupin war noch immer kränklich und erschöpft.
Speaker 0: obwohl er es sich nicht anmerken lassen wollte.
Speaker 0: Was auch immer er für einen Fluchschaden davongetragen hatte, er musste ihn ganz schön quälen.
Speaker 0: Und dann James Potter.
Speaker 0: Wenn Harrys Vater in Hogwarts war, dann musste seine Mutter es auch sein.
Speaker 0: Lily.
Speaker 0: Sie hatte Fotos von ihr gesehen in Harrys Fotoalbum, das Hagrid ihm Ende des ersten Schuljahres geschenkt hatte.
Speaker 0: Und hier schüttelte sie entnervt den Kopf, ebenfalls ins Larkhorns Büro.
Speaker 0: Jedenfalls nahm sie an, dass es sich bei dem rothaarigen Mädchen das mit einer dunkelhaarigen auf einem der Bilder possiert und dabei gelächelt hatte, um Lily Potter handelte.
Speaker 0: Nein, nicht Potter.
Speaker 0: Wie hatte sie noch gleich mit Mädchenname geheißen?
Speaker 0: Irgendwas mit E. Jean kam nur gerade nicht drauf.
Speaker 0: Warum hatte sie nicht so weit gedacht?
Speaker 0: Dass es gut sein könnte, dass einer von denen auch hier war.
Speaker 0: Aber woher hätte sie das wissen sollen?
Speaker 0: Das Serious Black und Harrys Vater Freunde gewesen waren, hatte ihr niemand erzählt.
Speaker 0: Allein der Gedanke war schon abwegig.
Speaker 0: Und auch Harry musste, was das betraf, völlig ahnungslos sein, denn er hätte eine solche Neuigkeit Ron und ihr niemals vorenthalten.
Speaker 0: Aber Molly und Arthur zum Beispiel, die mussten doch davon gewusst haben.
Speaker 0: Die zwei waren ziemlich sicher zum jetzigen Zeitpunkt schon ein paar Jahre aus der Schule raus, doch die Zauberer Gemeinschaft war vergleichsweise klein.
Speaker 0: Irgendwer würde sich immer daran erinnern, wer mit wem auf der Schule rumgehangen hatte.
Speaker 0: Bei Merlin G. da kannte James Potters Namen, er war sozusagen das Äquivalent eines christlichen Märtyrers.
Speaker 0: Warum hatten Runs Eltern Harry nicht davon erzählt?
Speaker 0: Warum hatte Cornelius Fudge es ihm nicht im Tropfen in Kessel erzählt, nachdem er armer Freund vor lauter Verzweiflung von den Dustleys weggelaufen war?
Speaker 0: Oder war diese sogenannte Freundschaft zwischen den drei Nein, vier Jungen, der kleine Dicke gehörte ja komischerweise auch dazu.
Speaker 0: Etwas kurzlebiges gewesen, was irgendwann später in Hass umgeschlagen war?
Speaker 0: Das wäre eigentlich die naheliegendere Lösung.
Speaker 0: Sie waren ein paar Jahre lang befreundet gewesen und hatten sich dann, als aus Jungs langsam Männer wurden, übelst wegen etwas zerstritten.
Speaker 0: Doch was hätte das sein können?
Speaker 0: Bei Merlin dachte Jean Seufzend vom Regen in die Traufe.
Speaker 0: Nein, das durfte einfach nicht sein, dass Harrys Eltern sich ihr aufhielten.
Speaker 0: Das konnte Harry gefährden, das konnte alles gefährden.
Speaker 0: Waren Lilly und James eigentlich im selben Jahrgang?
Speaker 0: Remus und Sirius waren in einem Jahrgang, oder?
Speaker 0: Harry wusste nicht viel über seine Eltern und sie und Ron wussten quasi auch nur das, was Harry wusste.
Speaker 0: Ja, Lilly und James waren im selben Jahrgang gewesen.
Speaker 0: Da war sich Jean einigermaßen sicher.
Speaker 0: Vorsichtig wandte sie den Kopf und blickte den Tisch entlang, an dem sie hockte wie ein Häuflein Elend.
Speaker 0: Unter denen, die weiter vorn saßen und eben noch getuschelt hatten, war keine rothaarige.
Speaker 0: Auch in der Traube von Schülern, die sich vorhin um sie geschah, hatten, als sie den Silenzio-Zauber heraufbeschwor, konnte sie sich an keine Erinnerung, die rotes Haar gehabt hatte.
Speaker 0: Jedoch war sie in jedem Augenblick auch nicht besonders aufnahmefähig für solche Kleinigkeiten gewesen.
Speaker 0: Jean schüttelte sich einem Becher Kürbessaft ein, den sie mit zwei langen Schlucken austrank.
Speaker 0: Das wiederholte sie noch zweimal, dann fühlte sie sich besser.
Speaker 0: Sie hatte zu wenig getrunken während der letzten Stunden und darüber Kopfschmerzen bekommen.
Speaker 0: Jetzt, da es ihr ein wenig besser ging, fühlte sie sich auch etwas mutiger.
Speaker 0: Sie streckte den Rücken und setzte sich aufrecht hin.
Speaker 0: Ihr Kopf, den sie die ganze Zeit eingezogen hatte, wie eine Schildgröte, kam wieder zwischen ihren Schultern hervor.
Speaker 0: Diese Henselaien vorhin hatten ihr Arg zugesetzt.
Speaker 0: Sie kannte an solches Verhalten noch aus ihrer Grundschulzeit.
Speaker 0: In der Gruppe fühlten sich alle stark und versuchten die, die aus irgendeinem Grund auf sich allein gestellt waren, fertig zu machen.
Speaker 0: Jean wusste, dass sie nicht besonders hübsch war.
Speaker 0: Hermine war es auch nicht gewesen trotz ihrer langen Haare.
Speaker 0: Eigentlich waren es nur ihre Zähne, die sie ein bisschen wie ein kleines Nagertier aussehen ließen, Gäbe es nicht diesen Codex, nachdem ein Zauberer oder eine Hexe sein Aussehen nicht auf Dauer verändern durfte, sie hätte sofort etwas dagegen unternommen.
Speaker 0: Voldemort sollte vom Hörensagen her auch nicht mehr so aussehen, wie er früher mal ausgesehen hatte.
Speaker 0: Aber was scherten denen ein paar Gesetze, die das Zaubereiministerium erlassen hatte?
Speaker 0: Er setzte sich einfach über sie hinweg.
Speaker 0: Aber wer wollte schon sein wie er?
Speaker 0: Sie sah Richtung Empore und streifte dabei mit ihrem Blick wieder die Mädchen, die über sie geredet hatten.
Speaker 0: Nein, definitiv kein Rotschopf dabei, obgleich die Mädchen ungefähr in ihrem Alter waren.
Speaker 0: Hinter ihnen am Lehrer-Tisch hatte Professor Flitwick gerade seinen Stuhl zurückgeschoben, den Tisch umrundet und watschelte jetzt durch den breiten Mittelgang auf die Türen zu.
Speaker 0: Eine Lehrerin und ein Lehrer, die sie nicht kannte, saßen dort oben noch mit Madame Hooch und den Professoren Slakorn und Klo Ksheysar zusammen.
Speaker 0: Der jüngere Mann war fast selber noch ein Schüler, dunkelhaarig, mit bereits zurückweichendem Haaransatz und einem etwas kantigen Kopf.
Speaker 0: Er unterhielt sich angeregt mit Slakorn, der sich anscheinend gerade eine Nachschlag gönnte, von etwas, das wie Trüffel-Eis aussah.
Speaker 0: Den hatte es letztes Jahr auch zu Halloween gegeben.
Speaker 0: Der Zaubertrankmeister langte mit gutem Appetit zu.
Speaker 0: Die Hexe, die am weitesten links saß und deren Gesicht Jean nicht das Geringste sagte, war schlank und um die dreißig, mit dunklem Haar und dunklen Augen.
Speaker 0: Sie wischte sich gerade den Mund mit einer Servierte ab und schien unentschlossen, ob sie ihn auch nachtisch essen sollte oder lieber nicht.
Speaker 0: Ein Stück entfernt zu ihrer Rechten saß Prof.
Speaker 0: Kloch Chaser.
Speaker 0: Sie hielt ihre Ellenbogen dicht an den Körper gepresst und wirkte somit kontrolliert und unzugänglich.
Speaker 0: aber eben auch wie eine erfahrene Lehrkraft, die es verstand, sich durchzusetzen.
Speaker 0: Vom Lehrertisch glitten Jeans Blicke weiter in Richtung der drei verbliebenen Tische, wobei sie auf ihrer Bank eine Neunzig-Grad-Drehung vollführen musste.
Speaker 0: Ihre Blicke trafen sich mit denen der Ravenclaws, die ihr am nächsten saßen.
Speaker 0: Prompt wurde wieder getuschelt, doch Jean versuchte darüber hinwegzusehen.
Speaker 0: Sie suchte die große Halle nach bekannten Gesichtern ab, Harry war sicher nicht der Einzige, dessen Eltern hier saßen.
Speaker 0: Wie Slees gab es, wie gesagt, nicht.
Speaker 0: Die Eltern waren zu alt für die Schule und ihr Nachwuchs natürlich viel zu jung.
Speaker 0: Bill musste ein Kleinkindssein im Jahre neunzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
Speaker 0: Das war gerade heute, an einem freien Tag, wo die meisten Schüler Freizeitkleidung trugen, mehr als nur auffällig.
Speaker 0: Jean sah eine Menge gebartigter Röcke bei den Mädchen, Kleider und Blusen in kräftigen Farben, bunte Hemden mit breiten Kragen bei den Jungs, dazu Schlaghosen, aus Kort oder Jeans.
Speaker 0: Alles in allem sehr farbenfrohe Kombinationen.
Speaker 0: Ein bisschen hatte sie das Gefühl, auf einem Kostüm bald zu sein.
Speaker 0: Viele der älteren Jungs hatten langes Haar bis auf die Schultern.
Speaker 0: Die drei Lehrerinnen trugen, soweit Jean das sehen konnte, ebenfalls Kleider mit Blumenmotiven und große Brillen.
Speaker 0: Während der letzten Minuten hatten etliche Schüler die Halle verlassen.
Speaker 0: Der Hufflepuff und der Ravenclaw-Tisch waren fast leer und auch bei den Slytherins war nicht mehr viel los.
Speaker 0: Jean, deren Hunger und Durst jetzt gestillt waren, beschloss, nach oben in ihren Schlafsaal zu gehen.
Speaker 0: Sie kramte den Zettel hervor, den McGonagall ihr vorhin gegeben hatte.
Speaker 0: Das Passwort lautete Memento Mori.
Speaker 0: Als Jean die große Halle verließ, folgten ihr die Blicke derer, die zurückblieben.
Speaker 0: Gerade war sie durch die Türen getreten und hatte sich der Marmottreppe in die oberen Stockwerke zugewandt, als sie auf zwei Schüler aufmerksam wurde, die ebenfalls die Treppe hinaufgingen, fast schon beim ersten Absatz angekommen waren.
Speaker 0: Das Mädchen, das rechts ging, trug Schlag-Jeans und Klotchen, die auf der Treppe einen Hörle leer machten und es geschah in erster Linie deshalb, dass Jean auf die beiden aufmerksam wurde.
Speaker 0: Des Weiteren trug das Mädchen einen hellbraunen Wildledermantel, der schon bessere Tage gesehen hatte, aber an ihr mit ihrer schlanken Gestalt irgendwie lässig wirkte.
Speaker 0: Der Junge an ihrer Seite trug jedoch Schuluniform, das hieß schwarze Hosen, schwarze Schuhe und Umhang.
Speaker 0: Sie hatte langes, dickes, dunkelrotes Haar, das sie offen trug und das ihr bis zum Po reichte, eher dagegen schwarzes, glattes bis auf die Schultern.
Speaker 0: Die zwei schienen sich angeregt miteinander zu unterhalten.
Speaker 0: Es musste sich nicht unbedingt um Lily Evans handeln.
Speaker 0: Evans, ja genau, das war ihr Name.
Speaker 0: Und sicher war sie nicht die einzige Rotarige an der Schule.
Speaker 0: Doch Jean konnte schon von hinten sehen, dass sie hübsch war.
Speaker 0: Schlank, aber nicht dürr.
Speaker 0: Und der Po in ihrer engen Jean zwar nicht mehr flach wie bei einem Mädchen, sondern etwas gewölbt wie der eine Heranwachsenden.
Speaker 0: Jean selbst hatte noch eher einen knabenhaften Körper, doch während des letzten Jahres hatte auch sie Veränderungen daran bemerkt.
Speaker 0: Ob sie ihr Gefielen wusste sie noch nicht.
Speaker 0: Jedenfalls war der Junge neben der vermeintlichen Lilly nicht größer als diese und seine Schultern waren schmal, wie die von Remus Lupin, während James Potter und Sirius Black ebenfalls schon dabei waren, sich zu entwickeln.
Speaker 0: Jean hielt Abstand zu den vor ihr Gehenden, obwohl sie wusste, dass Wenn es sich bei dem Mädchen tatsächlich um Lily handelte, sie diese allerspätestens heute Abend im selben Schlafsaal wieder treffen würde.
Speaker 0: Ihr wäre es lieber gewesen, wenn noch ein bisschen Zeit bis dahin verging, so dass sie sich auf die Begegnung vorbereiten konnte.
Speaker 0: Nicht wie bei James Potter.
Speaker 0: Trotzdem folgte sie dem Paar langsam und mit gewissen Abstand.
Speaker 0: Vielleicht würden die zwei ganz woanders hingehen.
Speaker 0: Je höher die Treppen sie führten, desto weniger Schüler kamen ihnen entgegen und desto ruhiger wurde es im Schloss.
Speaker 0: Das Wetter draußen war schön.
Speaker 0: Die meisten der Älteren würden sich im Dorf aufhalten, die Jüngeren vielleicht auf dem Quidditchfeld oder an den Ufern des großen Sees.
Speaker 0: Doch hier waren zwei Schüler, die durch die immer etwas düsteren Gänge wanderten und dabei ein Ziel zu haben schien.
Speaker 0: Mittlerweile konnte Jean, da es um sie herum so ruhig gewesen war, auch Fetzen des Gesprächs mitbekommen, dass sie beiden Schüler vor ihr führten, obwohl diese sich anscheinend mühe gaben, nicht so laut zu reden.
Speaker 0: Der Grund dafür war Jean rasch klar.
Speaker 0: Die beiden stritten.
Speaker 0: Irgendwann blieb das rotare Gemädchen stehen und wandte sich ihrem Begleiter zu.
Speaker 0: Jean glitt schnell hinter einem mittig im Gang stehenden Ritterrüstungspar, das auf einem steinernen Podest stand und kauerte sich dahinter zusammen.
Speaker 0: Sie wollte nicht dabei ertappt werden, wie sie die Unterhaltungen von Mitschülern belauschte.
Speaker 0: – Hast du es denn immer noch nicht verstanden?
Speaker 0: – sagte das Mädchen mit plötzlich erhobener Stimme.
Speaker 0: – Ich weiß nicht, was ich den anderen noch sagen soll.
Speaker 0: Auch ich werde schon komisch angeguckt, aber habe ich mit den dunklen Künsten überhaupt gar nichts am Hut.
Speaker 0: Der schwarz-hagere Junge fing an, mit leiser Stimme beschwichtigend auf sie einzureden und packte dabei den Jackenärmel des Mädchens.
Speaker 0: Mit einer schnellen Bewegung ihres Armes machte sie sich los und sagte, lass mich los und hör mir zu.
Speaker 0: Am besten lebst du dein Leben und ich lebe meins.
Speaker 0: Wir haben uns immer gut verstanden.
Speaker 0: Doch ich werde das Gefühl nicht los, dass ich meine Freundschaft mit dir überdenken sollte, Seth.
Speaker 0: Seth?
Speaker 0: Seth?
Speaker 0: In ihrem Versteck schlug Jean beide Hände vor's Gesicht.
Speaker 0: In der Sekunde, wo der Junge sich dem Mädchen zugewandt hatte, hatte sie seinen Profil gesehen.
Speaker 0: Die unverkennbare Hakenase.
Speaker 0: Das schmale, bleiche Gesicht umrahmt von fettigen, schwarzen Stränen.
Speaker 0: Sie konnte es einfach nicht fassen.
Speaker 0: Der Kelch mit dem Namen Lucius Melfoy darauf war so gerade eben an ihn vorbeigegangen.
Speaker 0: Der Kerl jedoch, den sie am meisten von allen in Hogwarts verabscheute, stand kaum zehn Meter von ihr entfernt.
Speaker 0: Es war kein geringerer als Severus Snape.
Speaker 0: Stolpergefahr.
Speaker 0: Von dem, was danach noch zwischen den beiden gesprochen wurde, bekam Jean in ihrem Versteck nicht mehr viel mit.
Speaker 0: Erstens, weil das rotare Mädchen, von dem Jean jetzt überzeugt war, dass es sich bei ihn um Lily Evans handelte, erneut seine Stimme gedämpft hatte.
Speaker 0: Und zweitens, weil Jean's Kopf sich plötzlich anfühlte, wie ein übervoller, brodelnder Kessel mit einem fest verschlossenen Deckel darauf, bereit, jeden Moment zu explodieren.
Speaker 0: Remus Lupin, Serious Black, Harrys Eltern und jetzt auch noch der ihr so verhasste Zaubertrank-Lehrer sozusagen in Kleinformat.
Speaker 0: Das wars hier nicht zu ertragen.
Speaker 0: Irgendwann müsste doch mal das Ende der Fahnenstange erreicht sein, oder?
Speaker 0: Irgendwann müsste der berühmt berüchtigte Silberstreif am Horizont erscheinen.
Speaker 0: Was hatte sie in ihrem vorherigen Leben?
Speaker 0: Und ihre Vergangenheit kam ihr mittlerweile tatsächlich vor wie ein früher gelebtes und inzwischen leider für beendet erklärtes Leben, verbrochen, dass sie dermaßen hart dafür bestraft wurde.
Speaker 0: War sie nicht schon tausend Tode gestorben in den letzten achtundvierzig Stunden?
Speaker 0: Völlig einerlei, was so ein Oller alter, na schön neuer Zauberstab über ihr Schicksal aussagen sollte.
Speaker 0: Sie hatte dieses Schicksal definitiv nicht verdient.
Speaker 0: Erst als sie überhastete Schritte in ihre Richtung vernahm, wurde Jean ruckartig wieder in die Gegenwart hineingesogen.
Speaker 0: Hastig presste sie sich mit dem Rücken so eng, es ging an den Sockel, auf dem die mittelalterliche Rüstung thronte, welcher ihr allerdings nicht wirklich viel Schutz bot.
Speaker 0: Falls Snape und dem leisen Scharen der Schuhabsätze nach zu urteilen, konnte es sich bei dem Näherkommenden nur um ihn handeln, den Kopf nur ein klein wenig lachen links wandte, würde sie von ihm bemerkt werden.
Speaker 0: lieb nur zu hoffen, dass die Schatten in der Nische sie verbergen würden.
Speaker 0: Es brannten nämlich nur wenige Fackeln hier oben.
Speaker 0: Einen Wimpernschlag später lief der dünne, ganz in schwarz gekleidete Junge, gesenkten Hauptes im Abstand von nur zwei Metern an ihr vorbei, ohne sie zu bemerken.
Speaker 0: Sein Blick war auf seine Schuhspitzen gerichtet, das ungepflegte, fettige Haar fiel ihm ins Gesicht und verdeckte seine Augen.
Speaker 0: Man konnte ihm seine Niedergeschlagenheit förmlich ansehen.
Speaker 0: Offenbar war das Gespräch nicht so verlaufen, wie er es sich gewünscht hätte.
Speaker 0: Aber anscheinend war genau das Jeans Glück, denn Snape's Blick ging starr nach vorn, als er mit geballten Fäusten an ihr vorüberstapfte.
Speaker 0: Sein Umhang umwählte seine mageren Knöchel wie schlafe Flügel eine traurige Fledermaus.
Speaker 0: Jean wartete mit pochendem Herzen in ihrem Versteck, bis das Geräusch seiner Schritte sich irgendwo im Stock unter ihr verlor.
Speaker 0: Dann stieß sie einen Säufzer der Erleichterung aus und wischte sich mit dem Ärmel ihres Umhangs einen Schweistropfen aus der Augenbraue.
Speaker 0: Das war gerade nochmal gut gegangen.
Speaker 0: Aber was war mit Lilly?
Speaker 0: Auf Händen und Knien schub sie sich Zentimeter für Zentimeter bis zur Kante des Sockels und wagte es erst nach angestrengtem Lauschen, um die Ecke zu spähen.
Speaker 0: Der Gang zu ihrer Rechten war leer.
Speaker 0: Lilly musste lautlos verschwunden sein.
Speaker 0: Höchstwahrscheinlich war sie in Richtung Gryffindor-Turm und Gemeinschaftsraum unterwegs.
Speaker 0: Jean fragte sich, in welchem Stockwerk sie sich eigentlich befand.
Speaker 0: Sie hatte nicht mitgezählt, als sie den beiden anderen nachgegangen war.
Speaker 0: War sie schon ganz oben im Siebten?
Speaker 0: Die Rüstung war ihr unbekannt.
Speaker 0: Die hatte im Jahr nineteenhundertdreiundneunzig ganz sicher nicht in der Nähe des Treppenhauses gestanden, ganz egal in welchem Stock.
Speaker 0: Daran hätte sie sich erinnert.
Speaker 0: Wenn man über zwei Jahre lang Tag für Tag denselben Oder wegen der wankelmütigen Treppen zumindest einen ähnlichen Weg ging, prägten sich einem solche Dinge ein.
Speaker 0: Ein leises Rumpeln und Knirschen knündigte eine weitere Treppe an, die sich in Bewegung gesetzt hatte.
Speaker 0: und als Jean zwei vorsichtige Schritte in Richtung Balustrade machte und einen Blick darüber warf, konnte sie sie ankommen sehen, ungefähr an der Stelle, an der Lily und Snape eben noch gestanden und miteinander diskutiert hatten.
Speaker 0: Nein, sie befand sich definitiv im sechsten Stock.
Speaker 0: Sie konnte die Brüstung des siebten und letzten deutlich schräg oben auf der gegenüberliegenden Seite des Treppenhauses erkennen.
Speaker 0: Zaudant wandte Jean sich der gerade andockenden Treppe zu.
Speaker 0: Wie war es Lilly bloß gelungen, so heimlich still und leise zu verschwinden?
Speaker 0: Sie hätte sie schließlich hören müssen.
Speaker 0: Lilly trug diese furchtbaren Klotschen, die beim Hochsteigen im Treppenhaus einen Höllenlärm veranstaltet hatten, ungefähr so als würde ein beleidigter Centaur blind links durchs Schloss galoppieren.
Speaker 0: Aber Augenblick mal!
Speaker 0: Sie hatte nicht einmal Zeit, den Gedanken zu Ende zu denken, denn unmittelbar vor ihr sprang plötzlich jemand aus der Nische auf der anderen Seite des Sockels und schnitt Jean den Weg ab.
Speaker 0: Natürlich war dieser jemand keine andere als Lily Evans.
Speaker 0: Wie sollte es auch anders sein?
Speaker 0: Wer bist du und warum verfolgst du uns?
Speaker 0: Lily's langes glattes Haar schwang ihr über die Schulter, als sie sich vor Jean aufbaute.
Speaker 0: Die machte zu Tode erschrocken einen Hüpfer nach hinten, außerdem fühlte sie sich ertappt.
Speaker 0: Ich, ich, stammelte sie und zog unwirklich den Kopf ein.
Speaker 0: Lilly im Gegenz zu geregte ihr Kind in eine herausfordernden Gäste nach vorn und stemmte zugleich ihre Hände fest in die Hüften.
Speaker 0: Du hast uns doch belauscht, oder?
Speaker 0: Was hast du gehört?
Speaker 0: War es wenigstens interessant?
Speaker 0: Jean will ich noch weiter zurück und setzt erneut zu ihrer Verteidigung an.
Speaker 0: Ich hab nicht.
Speaker 0: Ich wollte nicht.
Speaker 0: Bei Merlin's Bart war sie eigentlich dazu verdammt, es sich mit jedem Einzelnen der Schlossbewohner zu verschärzen.
Speaker 0: Erst Remus, dann James, jetzt auch noch die angeblich so sanfte Lilly Evans.
Speaker 0: Was war das bloß für ein Fluch, der auf ihr lag?
Speaker 0: Sie schlugte mühsam.
Speaker 0: »Verzei«, sagte sie dann mit kratziger Stimme, ihre Hände nervös aneinander reibend.
Speaker 0: »Ich wollte wirklich nicht lauschen.
Speaker 0: Ich bin euch nachgegangen, weil ich dachte, ihr geht vielleicht zum Gryffindor-Turm, also...«.
Speaker 0: Ehrlich gesagt finde ich den Weg nicht.
Speaker 0: Ich, ich bin nämlich neu hier.
Speaker 0: Mein Name ist Jean.
Speaker 0: Professor McGonagall hat mir vorhin den Weg erklärt und mir auch das Passwort gegeben.
Speaker 0: Jean durchwühlte hektisch ihre Taschen und förderte schließlich den zerknitterten Zettel zutage, den sie von der stellvertretenden Schulleiterin erhalten hatte und hielt ihn Lilly jetzt hin in der Hoffnung, sie möge ihr Glauben schenken.
Speaker 0: Siehst du, hier steht's.
Speaker 0: Memento Mori.
Speaker 0: Ich, ich bin auch eine Gryffindor, oder... Soll eine werden, das meinte jedenfalls der sprechende Hut.
Speaker 0: Aber mir war es so peinlich, dass ich den Weg nicht gefunden habe.
Speaker 0: Das mit den Treppen ist echt verwirrend.
Speaker 0: Anscheinend war Neu das Zauberwort gewesen, denn Lilis finstere Züge wurden augenblicklich weich.
Speaker 0: Ihr Körper entspannte sich und ihr geregtes Kähnvieh nach unten.
Speaker 0: Ach du grüne Sieben, jappste sie, nach dem Jean geendet hatte.
Speaker 0: Nein, nein, du musst mir verzeihen.
Speaker 0: Ich wusste nicht, dass du Neu Noch verfliegst, das hätte ich mir aber auch denken können, wo mir dein Gesicht sogar nichts sagt.
Speaker 0: Sie säufzte laut auf und gab sich selbst einen Klaps auf die Finger.
Speaker 0: Böse Lilly!
Speaker 0: Entschuldigung, ich bin wohl etwas durch den Wind.
Speaker 0: Na, sieh mal einer an, du auch.
Speaker 0: Ehrlich gestand, mir geht es ganz ähnlich, meinte Jean vorsichtig.
Speaker 0: Ich hatte, sagen wir mal, ich hatte nicht den besten Start hier.
Speaker 0: Jetzt bin ich auf der Suche nach etwas Ruhe und Frieden und außerdem wollte ich mal nachsehen, ob mein Gepäck wirklich angekommen ist.
Speaker 0: Es gab nun ja Probleme.
Speaker 0: Sie brachte ein nervöses Lächeln zustande.
Speaker 0: Lilly, die immer noch ein wenig zerknischt wirkte, erwiderte ihr Lächeln und sagte schnell, sei unbesorgt, die Hauselfen von Hogwarts sind Gold wert, die haben ganz sicher alles richtig gemacht.
Speaker 0: Und ich zeige dir jetzt erst mal, wo du lang musst.
Speaker 0: Das ist in dieser Schule nämlich etwas.
Speaker 0: Nennen wir es mal speziell wegen der Treppen, ich weiß, Jean nickte zustimmt.
Speaker 0: Die beiden Mädchen standen sich jetzt direkt gegenüber und musterten einander, jedoch nicht feindselig, sondern neugierig noch ein wenig verhalten.
Speaker 0: Leli war mehr als einen halben Kopf größer als Jean, das lag daran, dass ihre Beine so lang waren und natürlich auch an ihren Hohen absetzen.
Speaker 0: Ihre Haut war blass, aber auf eine edle und gefällige Weise, die ausgezeichnet zu ihren dunkelroten Haaren passte, nicht zu einer ungesunde Blässe, wie der immer noch kindliche, bzw.
Speaker 0: der erwachsene Snape.
Speaker 0: Sie hatte Sommersprossen, nicht bloß auf der Nase und den Wangen, sondern auch ein paar auf der weichen Haut direkt unter ihrem Hals, die jetzt ziemlich gerötet war, genau wie ihre Wangen.
Speaker 0: Ihre Augen hatten die Form von Pistazien und dieselbe Farbe wie das Waldgeister-Eis in Florian Fortescu's Eisalon.
Speaker 0: Ein paar Sekunden lang standen die beiden schweigend und verlegen da, dann Fingerli anzukichern.
Speaker 0: Ach Jean, es war doch Jean, oder?
Speaker 0: Mir ist das furchtbar peinlich.
Speaker 0: Jetzt verstehe ich auch, was die anderen beim Frühstück geredet haben, also die Jungs.
Speaker 0: Oder andersherum, Braddocker hat gesagt, die Jungs hätten gesagt, dass Cammy jemand neu ist, aber Marymeister kann gar nicht sein, wir haben doch mitten im Schuljahr.
Speaker 0: Ich habe überhaupt nicht richtig hingehört, ich war noch so verschlafen.
Speaker 0: Und die Jungs sind sowieso doof, ich rede nicht mit denen.
Speaker 0: Also im Moment nicht, sonst schon.
Speaker 0: Eigentlich wollte ich nach Hoxmeade heute, aber ich bin zurückgekommen.
Speaker 0: Sie zuckte mit den Schultern und ihre Finger spielten abwesend mit einer ihrer langen Strähnen, was Jean jetzt auch gern getan hätte, natürlich mit ihren eigenen Haaren.
Speaker 0: Doch der Besen war abgeflogen.
Speaker 0: Ist der Junge von eben auch doof, rutschte es ihr heraus, bevor sie sich bremsen konnte.
Speaker 0: Und dann, oh, Entschuldigung, Mist, das geht mich natürlich wirklich nichts an.
Speaker 0: Verzei, ich bin nur so, durch den Wind, halb Lilly aus, ihre Mundwinkel zuckten.
Speaker 0: Jean lachte wieder willenlaut auf.
Speaker 0: Ja, genau so ist es.
Speaker 0: Vielleicht sollten wir aufhören, uns beieinander zu entschuldigen, schlug Lilly ebenfalls lachend vor.
Speaker 0: Ich bin Lilly.
Speaker 0: Aber das sagte ich schon, oder?
Speaker 0: Entschuldigung, ich ... Sie bemerkte ihren Phopar und schlug sich mit der Hand vor die Stirn.
Speaker 0: Bei Merlin habe ich mich übernachten einen Fluppewurm verwandelt.
Speaker 0: Du musst denken, ich wäre völlig bleb lemm.
Speaker 0: Jean brustete los.
Speaker 0: Die ganze Situation war einfach so herrlich absurd.
Speaker 0: Muss ich mich jetzt dafür entschuldigen, dass ich lache?
Speaker 0: Das kannst du gern tun, gab die Ligrenzen zurück.
Speaker 0: Dann komme ich mir nicht mehr so allein so dämlich vor.
Speaker 0: Also gut, Entschuldigung.
Speaker 0: Meine Frage wegen Snape hat sie komischerweise nicht beantwortet, dachte Jean ins Geheim.
Speaker 0: Angenommen, sagt Willi libetont munter.
Speaker 0: Und vielleicht sollte ich mal damit aufhören, die ein Kürbis-Pastet ans Ort zu labern und dir stattdessen den Weg zeigen, wie ich es vorhatte.
Speaker 0: Das wäre nett.
Speaker 0: Jean hatte ihre Arme vor der Brust verschränkt und trat von einem Fuß auf den anderen.
Speaker 0: Es war nicht gerade warm im Schloss, obwohl draußen die Sonne schien.
Speaker 0: Diese alte Kasten war wie ein Kühlschrank und sie konnte es kaum erwarten, in ihren Schlafsaal zu kommen, um dort hoffentlich warme Kleidung unter ihren Sachen fortzufinden.
Speaker 0: Beide Mädchen setzten sich in Bewegung und gingen dann einträchtig nebeneinander her zur nächsten Treppe, die bereits wieder anstarten machte, eine neue Richtung einzuschlagen.
Speaker 0: Beide schafften sie es gerade noch durch einen beherzensprung auf die zweite Stufe, um mitgenommen zu werden, wobei Lilly einen ihrer Klotchen verlor, der um ein Haar durchs Treppenhaus in die Tiefe gefallen wäre.
Speaker 0: Das sollen wir eigentlich nicht, verriet Lily Jean.
Speaker 0: Sobald eine Treppe zu vibrieren anfängt, musst du stehen bleiben.
Speaker 0: Steht in der Schulordnung.
Speaker 0: Deswegen macht's auch keiner.
Speaker 0: Aber stell die mal vor, ich hätte wirklich meinen Schuh verloren.
Speaker 0: Der könnte da unten Leute umbringen.
Speaker 0: Sie zeigt in die Tiefe.
Speaker 0: Bei einem Geist wär's egal gewesen, meinte Jean Laconisch.
Speaker 0: Bei Fisch wär's auch egal gewesen, meinte Lily mit einer wegwerfenden Handbewegung.
Speaker 0: Fisch, das ist unser Haus.
Speaker 0: Ja, ich weiß, ich hatte schon das zweifelhafte Vergnügen.
Speaker 0: So?
Speaker 0: Lilie zog überrascht die Augenbrauen hoch.
Speaker 0: Ja, tatsächlich, hat mich gleich mit in sein Büro geschleift, weil ich zu einer ziemlich unmagischen Uhrzeit hier ankam.
Speaker 0: Jean gluckste.
Speaker 0: Lilie gefiel ihr und das versetzte sie in deutlich bessere Stimmung.
Speaker 0: Das Mädchen schien ein bisschen schusslich zu sein, aber auf eine erfrischende und ausgesprochen liebenswerte Art.
Speaker 0: Also, ich ziehe jedenfalls meine nicht vorhandenen Spitzhut vor dir.
Speaker 0: Mit solchen Schuhen könnte ich keinen Meter weit springen.
Speaker 0: Ich doch auch nicht, deshalb gehe ich ja rauf, um ihr andere anzuziehen.
Speaker 0: Seth ist auch vollkommen genervt von diesen hier, aber sie sind ein Halloween-Geschenk meiner Schwester, da wollte ich sie zumindest mal ausprobieren.
Speaker 0: Aber anscheinend will sie, dass ich mich unbeliebt mache.
Speaker 0: Wieder, lachte Lilly.
Speaker 0: Sie hatte ein schönes, perlendes und absolut ansteckendes Lachen.
Speaker 0: Ich hatte sie gern vom Gelände her hoch und dann durchs Schlafsaalfenster schweben lassen, also die Schuhe jetzt nicht meine Schwester.
Speaker 0: Aber das Fenster ist verriegelt, worauf Seth mich Merlin seit Dank in letzter Sekunde hingewiesen hat.
Speaker 0: Sonst hätte man später wahrscheinlich ein Loch in Form dieser Dinger vorgefunden und es hätte riesigen Ärger gegeben.
Speaker 0: Keins von uns Mädchen im Schlafsaal der Dritten kann eine Glasscheibe wieder richtig zusammenhexen, wenn sie einmal zur Bruch gegangen ist.
Speaker 0: Und glaub mir, wir haben's probiert.
Speaker 0: Ich denke, ich kann's.
Speaker 0: Er widerte Jean langsam.
Speaker 0: Sie fühlte sich bemüßigt, Lily ihre Freundlichkeit postwenden zu vergelten.
Speaker 0: Wenn dir also mal ein paar sieben Meilenstiefel durch die Schalbe fliegen, zeig einfach Bescheid.
Speaker 0: Du würdest es ja eh mitbekommen, wir sind doch im selben Schlafsaal.
Speaker 0: Du kommst doch in die dritte Klasse, oder habe ich das falsch verstanden?
Speaker 0: Nein, hast du nicht.
Speaker 0: Es stimmte also, Lily, James und die anderen waren alle im selben Jahrgang.
Speaker 0: Aber galt das auch für Snape?
Speaker 0: So, jetzt nach rechts, wie es Lily Jean an, als die Treppe im siebten Stock festgemacht hatte.
Speaker 0: Ach!
Speaker 0: Und um deine Frage von vorhin zu beantworten, die ich die übrigens nicht übel nehme, nein, Severus ist nicht doof.
Speaker 0: Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit.
Speaker 0: Er ist vielleicht ein bisschen eigen, aber ich kann mich immer auf ihn verlassen.
Speaker 0: Wir kennen uns seit, sie runzerte ihre schöne, glatte, milchweise Stirn.
Speaker 0: Vier Jahren jetzt?
Speaker 0: Also jedenfalls schon vor der Schule, weil wir am selben Ort gelebt haben mit unseren Familien.
Speaker 0: Er und ich sind beste Kumpels.
Speaker 0: Nun... Wie eine kleine Meinungsverschiedenheit hatte sich das für Jean nicht angehört, doch natürlich würde sie den Teufel tun und etwas dazu sagen.
Speaker 0: Mit dieser Lilie wollte Jean es sich auf keinen Fall verschärzen.
Speaker 0: Sie war unendlich dankbar und glücklich darüber, sich endlich einmal auf nette und unkomplizierte Art unterhalten zu können, obwohl sie nach wie vor auf der Hut war, sein musste.
Speaker 0: Ich habe auch zwei gute Freunde, ebenfalls Jungs.
Speaker 0: Naja, hatte wohl eher.
Speaker 0: Sie verstummte.
Speaker 0: Gerade weil ihr Siedenteils eingefallen, dass Lily es ja wohl kaum unterhaltsam finden würde, wenn sie erfuhr, dass Jean sich ihrem zukünftigen Ehemann an den Hals geworfen hatte, womöglich schwärmte sie seit der ersten Klasse für ihn und war sehr eifersüchtig.
Speaker 0: Jean hoffte, dass sie nie davon erfahren würde.
Speaker 0: Kleinigkeiten wie diese konnten Harry-Potters Existenz in der Zukunft gefährden.
Speaker 0: Doch Peinlichkeiten wie diese ließen sich niemals zurückhalten in einem Internat und waren ein gefundenes Fressen.
Speaker 0: Anstelle des Silencio-Zaubers hätte Jean besser Obliviate angewandt.
Speaker 0: Du hattest?
Speaker 0: Weil du hierher gekommen bist und deine Freunde zurücklassen musst, das meinst du.
Speaker 0: Mit Gefühl schwangen Lili's Stimme mit.
Speaker 0: Das Mädchen strahlte eine Herzlichkeit und Wärme aus, bei der Jean einfach nicht umhin konnte, sich aufgehoben zu fühlen und musste sich wohl oder übel eingestehen, dass sie bereits jetzt Vertrauen zu Lili Evans gefasst hatte.
Speaker 0: Dabei hatte sie dieser gerade mal fünf Minuten zuvor kennengelernt.
Speaker 0: Du Arme, du musst dich ziemlich einsam fühlen.
Speaker 0: Woher kommst du eigentlich so mitten im Schuljahr?
Speaker 0: Jean spulte das Programm ab, das Dumbledoree eingeimpft hatte.
Speaker 0: Es wurde tatsächlich von Mal zu Mal leichter.
Speaker 0: Auch wenn es ihr Gehörig gegen den Strich ging, Lily, die eine solch entwaffnende Ehrlichkeit an den Tag legte, im Gegenzug so rundheraus zu belügen.
Speaker 0: Es war Jean jedoch nicht mitgegeben, selbst ehrlich zu sein.
Speaker 0: Nie, niemals würde sie jemanden in ihren Schlamassel hineinziehen wollen, denn das würde Situationen heraufbeschwören, die nicht mehr zu kontrollieren waren.
Speaker 0: In diesen sauren Kürbis musste sie beißen, daran war nichts zu ändern.
Speaker 0: Also betonte sie noch einmal, dass sie nicht viel über Boxbauten wusste, dass sie nicht lange an der Schule gewesen sei und dass sie mit ihren Eltern mal hier, mal dort gelebt habe.
Speaker 0: Dabei zählte sie ganz bewusst die Orte auf, an denen Hermine Granger schon einmal Urlaub gemacht hatte.
Speaker 0: Bordeaux, Florence und Ibiza.
Speaker 0: Lily war, wie es außer schwer beeindruckt, stellte aber glücklicherweise keine zu detaillierten Rückfragen.
Speaker 0: Der Weihl waren sie vor dem Porträtloch angelangt.
Speaker 0: Jean war keinesfalls überrascht, die fette Dame dort vorzufinden.
Speaker 0: Einem Moment lang befürchtete sie gar, von dieser verraten werden zu können.
Speaker 0: Doch natürlich lag hier ein Denkfehler vor.
Speaker 0: Die Wächterin des Gryffindor-Turms kannte sie in der Vergangenheit schließlich noch gar nicht.
Speaker 0: Memento Mori, zwitscherte Lily und das Gemälde schwang ohne ein Widerwort zur Seite, was Jean Gelinde gesagt ein wenig überraschte.
Speaker 0: Was hatte sie nicht alles schon erlebt mit diesem leicht überspannten Weibsbild?
Speaker 0: Gejammer, gezeter und endlose Diskussionen, die zu nichts führten, außer zu Verzögerungen.
Speaker 0: Wieso meintest du, du hättest hier keinen guten Start gehabt?
Speaker 0: fragte Lily beiläufig, als sie eine nach der anderen durch den Durchlass kletterten.
Speaker 0: Jean durchfuhr in solcher Schreck.
Speaker 0: dass sie mit dem Fuß an der erhöhten Schwelle hängen blieb und dahinter platt auf die Nase fiel.
Speaker 0: Lilis, unschuldige Frage, hatte sie buchstäblich aus dem Gleichgewicht gebracht.
Speaker 0: Kapitel, Achtunddreißig.
Speaker 0: Ein paar Fakten über Dormstrang.
Speaker 0: Mist, Verfluchter!
Speaker 0: Der Stick von Jeans Brille war auf einer Seite abgebrochen und hatte sich ihr in den Nasenrücken gebohrt.
Speaker 0: Jetzt lag das Brillengestell kaputt vor ihr auf dem Steinboden und Schmerzenstränen schossen ihr in die Augen.
Speaker 0: Dabei trage ich noch nicht mal Klotschen.
Speaker 0: – Owe, Jean, ist es schlimm?
Speaker 0: – Sofort war Lily da und beugte sich besorgt über sie.
Speaker 0: – Ja, jede eine Brille ist in Zweig gegangen.
Speaker 0: Alles meine, schuldig, hätte dich darauf hinweisen sollen, dass da noch ein Stück Mauer unten im Weg ist.
Speaker 0: – Schon gut, das wusste ich.
Speaker 0: – Woher?
Speaker 0: – Lily schien perplex.
Speaker 0: – Weil ich's gesehen habe, log Jean und verzog vor Schmerzen das Gesicht.
Speaker 0: Ihr Knöchelt hat wieder weh, genau an der Stelle, wo Madame Pomfrey ihr gestern erst die Bänder magisch zusammengezogen hatte.
Speaker 0: Achso, das rothaare Gemädchen blickte hilflos auf sie hinunter.
Speaker 0: Ich finde, der Korridor ist so furchtbar schlecht beleuchtet.
Speaker 0: Jedenfalls stolpern die Erstglässler rein, weise, wenn sie das erste Mal unseren Gemeinschaftsraum betreten.
Speaker 0: Hast du dich verletzt?
Speaker 0: Du blutest an der Nase.
Speaker 0: Soll ich vielleicht Madame Pomfrey?
Speaker 0: Jean rappelte sich mühsam hoch.
Speaker 0: Ihr Knöcheltat wieder weh, genau an der Stelle, wo die schulkranken Schwester gestern noch ihre Bänder verkürzt hatte.
Speaker 0: Schon gut, das ist an der Nase nur ein Kratzer.
Speaker 0: Und in den Krankenflügel will ich keinesfalls, da war ich schon letzte Nacht.
Speaker 0: Bin beim Seite an Seiteapparieren umgeknickt, fügte sie erklärend hinzu, als sie Lilies fragenden Blick sah.
Speaker 0: Würde sie je aufhören können zu lügen?
Speaker 0: Wahrscheinlich nicht.
Speaker 0: Ich will mich nur kurz hinsetzen, ja?
Speaker 0: Durch den Schmerz drohte ihr Schwarz vor Augen zu werden.
Speaker 0: Du hast aber auch schon viel erlebt.
Speaker 0: in der kurzen Zeit, die du hier bist, meinte Lilly leicht hin.
Speaker 0: Fehlst und erkranken Flügel und ich, die ich dich anschreihe, ob du mir hinterherspionierst.
Speaker 0: Und Slughorn und Dumbledore und dieser komische Couch von Vergiss mich, mein neuer Zauberstab und nicht zuletzt dein Göttergatte ins B, führte Jean die Aufzählung in Gedanken weiter.
Speaker 0: Ja, mein Bedarf an aufregendem Begegnungen ist erst mal gedeckt.
Speaker 0: Hoffentlich botte Lily nicht nach wegen ihrer unbedachten Bemerkung von vorhin, als Jean ihren schlechten Staat erwähnte.
Speaker 0: Doch allerspätestens beim Abendessen würde ihr die peinliche Geschichte mit James bestimmt zu Ohren kommen.
Speaker 0: Vielleicht sollte Jean sie besser gleich loswerden.
Speaker 0: Sie ließ sich in einen der Sessel am Kamin plumpsen, die zwar aus einem ähnlichen roten Polster gefertigt waren, wie die, die sie aus dem Hogwarts der Neunziger kannte, aber noch ein bisschen ausladender und dadurch gemütlicher wirkten.
Speaker 0: Sie legte das zerbrochene Brillengestell neben sich auf ein rundes Tischchen und ließ ihren Blick durch den ganzen Raum schweifen.
Speaker 0: Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors sah fast genauso aus wie zwanzig Jahre in der Zukunft.
Speaker 0: Die in rot und goldgehaltenen Teppiche und Vorhänge, der Kamin, die runden Tische zum Arbeiten, Nur das schwarze Brett war etwas versetzt, in Richtung Kamin angebracht worden und die Fahne des hauseigenen Quidditch-Teams hing nicht über der Feuerstelle, sondern auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes an der Wand.
Speaker 0: Ansonsten schien alles so ziemlich wie eh und je.
Speaker 0: Es roch auch genauso wie in der Zukunft, nach offenem Feuer und ein wenig nach Torf, Pergament und dem charakteristischen Duft der Polstermöbel.
Speaker 0: Wegen des guten Wetters waren nur ungefähr eine Handvoll Schüler anwesend, zumeist ältere, die lasen oder sich unterhielten.
Speaker 0: Ein paar Mädchen aus den oberen Klassen saßen in einer Ecke, tuschelten und kicherten, höchstwahrscheinlich über Jeans Bauchlandung überlegte diese, doch sie würde einfach so tun, als bemerkte sie die dämlichen Kühe nicht.
Speaker 0: Zu lernen schien an diesem langen, freien Wochenende niemand.
Speaker 0: Macht ihr nichts draus, Jean, war unter Lilly dazu, die die Mädchen ebenfalls bemerkt hatte.
Speaker 0: Hauptsache, die es nichts passiert.
Speaker 0: Mir geht es gut, wiederholte Jean.
Speaker 0: Mit dem Ärmel ihres Umhangs wischte sie sich das bisschen Blut von der Nase.
Speaker 0: Nur die Brille.
Speaker 0: «Seig mal her!« forderte Lilisi auf und Jean reichte ihr beide Teile des Gestells, das an einer verschweißten Stelle durchgebrochen war.
Speaker 0: «Hm, ziemlich filigran.
Speaker 0: Vielleicht solltest du das einem der Lehrer zeigen.
Speaker 0: Professor Flitwick zum Beispiel, unserem Lehrer für Zauberkunst, der versteht sich auf sowas.
Speaker 0: Punkt zaubern!».
Speaker 0: Sie gab Jean die Brille zurück.
Speaker 0: Das schaffe ich schon, erwiderte Jean.
Speaker 0: Ein Brillengestell konnte ich schon reparieren, als ich zum ersten Mal in Hock... Also, als ich noch in der ersten Klasse hockte, wollte ich sagen, es ist wirklich nicht so schwierig.
Speaker 0: Man muss bloß eine absolut ruhige Hand haben.
Speaker 0: Jean legte beide Brillenhälften nebeneinander auf das Tischchen, nahm ihren Zauberstab aus der Innentasche ihres Umhangs, richtete seine Spitze auf die gebrochene Schweißnaht und murmelte, okkulos reparo.
Speaker 0: Der neue Zauberstab vibriert in ihrer Hand, fast als würde er sich gegen den Zauberspruch sträuben.
Speaker 0: Jean brauchte sage und schreibe drei Anläufe, bis sie es geschafft hatte, die beiden Teile sauber miteinander zu vereinen.
Speaker 0: Und selbst dann war sie sich nicht sicher, ob das Ergebnis lange halten würde.
Speaker 0: Seltsam.
Speaker 0: Vorhin hatte der Stab ihr ausgezeichnete Dienste geleistet, aber diesen Zauber, den sie schon mehrmals angewandt hatte und den sie eigentlich perfekt zu beherrschen glaubte, hatte er irgendwie nicht in ihrem Sinne ausführen wollen.
Speaker 0: Hm, ich konnte das schon mal besser.
Speaker 0: Kurz überlegte Jean, ob sie Lili erzählen sollte, dass sie eine neuen Zauberstab benutzte, entschied sich dann aber dagegen.
Speaker 0: Das würde zweifellos wieder Fragen nach ihrem alten Nachsicht ziehen und sie war geistig zu erschöpft, um sich wieder und wieder neue Geschichten auszudenken.
Speaker 0: Lili dagegen schien beeindruckt.
Speaker 0: Prima hast du das gemacht!
Speaker 0: Und zerbrochene Fenster kannst du auch schon reparieren, sagst du?
Speaker 0: Also entweder hinken wir hier in Hogwarts mit dem Lernstoff ziemlich hinterher, Oder aber du bist ein Genie.
Speaker 0: Jean lachte geschmeichert.
Speaker 0: Oh, danke.
Speaker 0: Du bist zu nett.
Speaker 0: Ich bin halt viel herumgekommen und dabei hatte ich so einiges aufgeschnappt.
Speaker 0: Schöne Brille übrigens, sagte Liliana kennt.
Speaker 0: Diese Runden sind jetzt voll in.
Speaker 0: Ein Mädchen aus Ravenclaw namens Cassandra hat genau so eine und die ist in der Halloween-Nacht abhandengekommen.
Speaker 0: Seit zwei Tagen rennt sie wie ein aufgescheuchtes Hund des Schloss und derzeit jedem, der es hören oder nicht hören will, es wären die beunter uns.
Speaker 0: Vorkommen Banane, wenn du mich fragst, aber eben typisch Cassandra.
Speaker 0: Ups, dachte Jean.
Speaker 0: Falls diese Cassandra in besagter Nacht zufälligerweise ein Slytherin-Clo aufgesucht hatte, war die Brille unter Umständen von einer gewissen Zeitreisenden unterschlagen worden.
Speaker 0: Das wäre eventuell ratsam, sie optisch ein klein wenig zu verändern, damit das Mädchen sein Eigentum nicht irgendwann an ihr wiedererkannte.
Speaker 0: Jean ärgerte sich, dass sie sich von dem Vergiss mich so durch die Winkelgasse hatte scheuchen lassen, denn dort hätte sie sich problemlos eine eigene Brille kaufen können, um damit ihr Aussehen zu verändern.
Speaker 0: Sie dem anderen Mädchen nicht zurückzugeben, war nicht eben anständig.
Speaker 0: Du bist also gut im Reparieren von Dingen, stellte Lilly fest.
Speaker 0: Was das angeht, bin ich eher durchschnittlich begabt.
Speaker 0: Dafür bin ich ganz gut in Verwandlung und so.
Speaker 0: Ich könnte dir jetzt zum Beispiel das Gestell so zurechthexen, dass an den Bügel eine hübsche Blumengelande entsteht.
Speaker 0: Professor Slakorn, das ist unser Zaubertrank-Lehrer, meinte neulich, ich hätte ein besonderes Auge für das Schöne und Gute im Leben.
Speaker 0: Und dass das ungewöhnlich sei bei einem so jungen Mädchen, sie lächelt mit Rosa Wangen.
Speaker 0: Jean gab sich ebenfalls beeindruckt.
Speaker 0: Vielleicht kennst du bei Gelegenheit meine Brille etwas aufpeppen.
Speaker 0: Anscheinend verfügst du über ein besonderes künstlerisches Talent.
Speaker 0: Um ehrlich zu sein, damit habe ich es nicht so.
Speaker 0: Für mich müssen Dinge vor allem eine gewisse Logik besitzen.
Speaker 0: Kunst ist bar jeder Logik und gerade deshalb gefällt sie mir so gut.
Speaker 0: Lilly sonst so blasse Wangen, lüten jetzt regelrecht vor Eifer.
Speaker 0: Wenn du in Frankreich gelebt hast, warst du doch sicher mal im Louvre, oder?
Speaker 0: Jean nickte lächend.
Speaker 0: Bei dieser Frage musste sie nicht einmal lügen.
Speaker 0: Aber sicher, der Louvre ist großartig.
Speaker 0: Ich bearbeite gerade meine Eltern, ob sie mit mir und meiner Schwester in den Weihnachtsferien für eine Woche nach Paris fahren.
Speaker 0: Und Sylvester wäre perfekt.
Speaker 0: Ich habe im Januar Geburtstag.
Speaker 0: Aber Fliegen ist so teuer und mit dem Auto auf der Fähre dauert es halt ewig.
Speaker 0: Wenn ihr noch ein halbes Jahr wartet, könnt ihr den Zug nehmen, schlug Jean völlig unbedacht vor.
Speaker 0: Lilly sah sie seltsam an.
Speaker 0: Äh, von welchem Zug redest du?
Speaker 0: Wo wir leben, nennt man nicht umsonst die britischen Inseln.
Speaker 0: Am liebsten hätte Jean sich die Zunge abgebissen.
Speaker 0: Die Eröffnung des Eurotunnels war auf das kommende Frühjahr festgelegt worden.
Speaker 0: Aber natürlich nicht im Jahre nineteenhundertundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
Speaker 0: Ach ja, Kunst!
Speaker 0: Kunst ist schön, doch ich wünschte, ich wäre besser in Arithmatik.
Speaker 0: Ich musste das Fach gezwungenermaßen nehmen, weil ich schon alte Ruhen belegt habe, weißt du?
Speaker 0: Sie wollen immer, dass es einen Ausgleich gibt zwischen sprachlichen oder künstlerischen Fächern und wissenschaftlichen, verstehst du, was ich meine?
Speaker 0: Aber mit Arithmatik komme ich rein gar nicht zurecht.
Speaker 0: Ich glaube, ich wähle es bei nächster Gelegenheit ab und nehme stattdessen Alchemie.
Speaker 0: Ehrlich jetzt?
Speaker 0: Arithmatik ist mein Lieblingsfach!
Speaker 0: Du würdest das Fach sogar freiwillig wählen?
Speaker 0: Jean, du bist nicht normal.
Speaker 0: Aber bei ihren Worten grünste Lily verschmitzt.
Speaker 0: Na dann, viel Spaß mit der Klugscheißerin.
Speaker 0: Hast du deinen Stundenplan schon?
Speaker 0: Ja, den hat mir McGonagall auch in die Hand gedrückt.
Speaker 0: Aber sie hat mich nicht gefragt, ob ich etwas wählen möchte.
Speaker 0: Wer bitte ist die Klugscheißerin, wollte Jean wissen.
Speaker 0: Und?
Speaker 0: Unsere arithmatik Lehrerin kommt gebürtig aus den Niederlanden und heißt Klugchaser.
Speaker 0: Oder war's Luxemburg?
Speaker 0: Egal.
Speaker 0: Wir nennen sie jedenfalls immer nur die Klugscheißerin.
Speaker 0: Wahrweise das Schäusal.
Speaker 0: Sie fordert viel im Unterricht, aber sie weiß auch viel.
Speaker 0: Leicht ist es, nicht gute Noten bei ihr zu kriegen.
Speaker 0: Sie werden einem zumindest nicht nachgeworfen.
Speaker 0: Hm, das klang ja mal ganz nach einer Lehrerin nach Jeans Geschmack.
Speaker 0: McGonagall kommt bestimmt bald auf die Zuwägen der Wahlfächer.
Speaker 0: Am Montag wird sie dich schon darauf ansprechen.
Speaker 0: Glücklicherweise war der Schmerz in Jeans Knöchel wieder abgeklungen.
Speaker 0: Können wir dann in den Schlafsaal gehen?
Speaker 0: Wart sie lili.
Speaker 0: Sicher, die Wendeltreppe dort drüben geht es rauf, die auf der anderen Seite führt zu den Schlafzellen der Jungs.
Speaker 0: Jean trat sacht auf und ging probeweise ein paar Schritte.
Speaker 0: Puh, es ist wirklich besser, ich dachte schon, ich müsste wieder zurück in den Krankenflügel.
Speaker 0: Lili ließ sie an der Treppe den Vortritt, so dass Jean in ihrem eigenen Tempo die Stufen hinaufgehen konnte.
Speaker 0: Auf dem ersten Absatz angekommen, verharrte sie, doch Lili stupste sie in den Rücken und bedeutete ihr weiterzugehen.
Speaker 0: Hier sind nur die Zimmer der Sechsten und Siebtenklasse und das der Vertrauensschülerin.
Speaker 0: Wir sind noch eine Höhe.
Speaker 0: In der zweiten Etage des Turms angekommen, wies Lilly auf die Tür, die der Treppe direkt gegenüber lag.
Speaker 0: Dort findest du den Mädchen Schlafsal der Dritten Klasse.
Speaker 0: Wir haben ein eigenes Bad im Zimmer.
Speaker 0: Die Schlafsalverteilung war anders als Jean sie aus dem Jahr dreiundneinzig gewohnt war, aber das spielte keine große Rolle.
Speaker 0: Als sie die Klinke herunterdrückte und die Tür aufstieß, stand sie in einem Raum mit fünf Himmelbetten und Vorhängen aus roter und orangefarbener Seite.
Speaker 0: Bei allen Betten außerdem hinten rechts waren die Vorhänge zurückgezogen.
Speaker 0: Einem Moment lang hoffte sie innenbrünstig krummen Beinmöge sich zwischen den Vorhängen hindurchschlängeln, herzhaft gähnen und sich strecken, anschließend fast lautlos auf den Fußboden hinunterhüpfen, um ihr Mountsend entgegenzulaufen und um die Beine zu streichen.
Speaker 0: Doch natürlich war das Wunschdenken.
Speaker 0: Der Kater war nicht hier.
Speaker 0: Bis Ende des letzten Schuljahres waren wir hier nur zu dritt, hörte sie Lili hinter sich plappern.
Speaker 0: Neunundfünfzigsechzig muss ein schlechter Jahrgang für Hexen gewesen sein.
Speaker 0: Wahrscheinlich haben wir deshalb Anfang des dritten Jahres die Austauschschülerinnen bekommen.
Speaker 0: Und jetzt stößt du noch dazu.
Speaker 0: Die beiden Mädchen traten nacheinander ein und Lili schloss die Tür hinter sich.
Speaker 0: Jean wurde sofort hellhörig.
Speaker 0: Eine Austauschschülerin?
Speaker 0: Woher kommt sie?
Speaker 0: Aus Turmstrang.
Speaker 0: Sie heißt Bredika und ist eher still.
Speaker 0: Einige Leute wundern sich, dass Dumbledore noch immer Schüler und sogar Lehrer von dort in sein Austauschprogramm mit aufnimmt.
Speaker 0: In Slytherins in mindestens fünf aus Dormstreng, aber Bredica ist die einzige in ganz Gryffindor.
Speaker 0: Hufflepuff und Ravenclaw haben auch keine von dort aufgenommen, nur die seine Spanierin, soweit ich weiß.
Speaker 0: Weswegen, fragte Jean, die sich Dunkel daran erinnerte, die Namen Dormstreng schon mal irgendwo gelesen zu haben.
Speaker 0: Ich meine, weswegen wundern die Leute sich?
Speaker 0: Über Bobothon hatte Dumbledore ihr ein paar Fakten mitgeteilt, da es in ihrem eigenen Interesse lag, über die französische Zauberschule Bescheid zu wissen.
Speaker 0: Aber Durmstrang?
Speaker 0: Weil dort die dunklen Künste gelehrt werden?
Speaker 0: Weil das mit ein Grund für den Krieg ist, wenn sie dort oben alles gut heißen, was ein Mann tut, dessen einziges Ziel es ist, andere zu unterdrücken?
Speaker 0: Jetzt schaute Lily doch ziemlich befremde zu ihr herüber.
Speaker 0: Äh, ja klar, natürlich Herrschkrieg, redete sich Jean aus ihrer Ahnungslosigkeit heraus.
Speaker 0: Aber doch nicht zwischen den einzelnen Zauberschulen, oder?
Speaker 0: Das zwar nicht, aber die meisten Sympathisanten von Du weißt schon wem sitzen angeblich in Doom-String und genießen dort Schutz und sogar hohes Ansehen.
Speaker 0: Ja, kommentierte Jean-Lilys Aussage so wage wie möglich.
Speaker 0: Bei solchen Dingen hieß es für sie aufpassen.
Speaker 0: Das hier hatte sie zum Beispiel nicht gewusst.
Speaker 0: Besser war es, sie wartete ab, bis sie ihre Gesprächspartner besser einschätzen konnte, bevor sie mit ihnen über politische Dinge diskutierte.
Speaker 0: Sonst konnte es leicht geschehen, dass sie sich mit ihrem rudimentären Wissen in die Nässe entsetzte.
Speaker 0: Sie musste unbedingt jeden Tag in die Bibliothek gehen, Geschichtsbücher wälzen und den aktuellen Tagespropheten durchackern.
Speaker 0: Oder noch besser ihn gleich selbst abonnieren.
Speaker 0: Lili war, so hatte es zumindest den Anschein, ein politisch interessierter, vielleicht sogar engagierter Mensch.
Speaker 0: Kein Wunder, wenn man bedachte, was aus dem fröhlichen, aufgeweckten Mädchen einmal werden sollte.
Speaker 0: Aber darüber durfte sie nicht nachdenken.
Speaker 0: Wenn sie ihr Misstrau nicht erregen wollte, musste sie, Jean, sich genauso viel Wissen aneignen, wie Lily Evans, bereits besaß.
Speaker 0: So erzählt man es sich zumindest.
Speaker 0: Das andere Mädchen zuckte mit den Achsen.
Speaker 0: Wundert mich, ehrlich gesagt, ein bisschen, dass du davon noch nichts mitgekriegt hast, wo du doch so viel herumgekommen bist.
Speaker 0: Außerdem läuft die Debatte mit der interschulischen Zusammenarbeit schon, seitdem ich in Hogwarts bin, länger sogar.
Speaker 0: Interessierst du dich denn gar nicht für Politik?
Speaker 0: Sie legte den Kopf schief.
Speaker 0: Also ich mich schon.
Speaker 0: Ich finde das wichtig, gerade in der heutigen Zeit.
Speaker 0: Mir kommt es nämlich so vor, als steuerten wir alle auf eine Katastrophe zu.
Speaker 0: Und wenn wir den Anfängen nicht wären, kann das ganz schlimm enden.
Speaker 0: Keiner will so richtig darüber reden, was da draußen gerade geschieht.
Speaker 0: Zumindest hier an der Schule nicht.
Speaker 0: Auch nicht den Lehrer.
Speaker 0: Gerade die Lehrer nicht.
Speaker 0: Und das hat seinen Grund, wenn du mich fragst.
Speaker 0: Kapitel Erst denken, dann handeln.
Speaker 0: Hermine Granger hätte Lily Evans vollkommen zugestimmt, denn sie hatte sich bereits früh für alles möglich interessiert, unter anderem auch für Politik, gleichgültig ob in der Muggel oder in der magischen Welt.
Speaker 0: Sie wusste auch mehr als nur grob über den ersten Zauberer Krieg Bescheid, doch im Jahr nineteenhundertdreihneunzig stand der auf dem Lehrplan für die vierte Klasse was hieß, dass sie in den diesbezüglichen Details eben doch nicht bewandert war.
Speaker 0: Ob ich mich für Politik interessiere, wiederholte Jean-Lillys Frage.
Speaker 0: Das schon, aber mein Interesse galt eher der Politik des jeweiligen Landes, in dem ich gerade mit meinen Eltern lebte.
Speaker 0: Sie hasste es, sich vor einer gleichaltrigen Rechtfertigung zu müssen, gerade weil das Thema Krieg auch für sie von größter Wichtigkeit war.
Speaker 0: Aber sie wusste einfach zu wenig über die gegenwärtige politische Lage, um mit Lilly mithalten zu können.
Speaker 0: Was Großbritannien betrifft, so muss ich mich erst mal wieder neu orientieren.
Speaker 0: Gewiss war Voldemort mit seiner dunklen Bestrebungen auch schon in den Siebzigern im Ausland kein Unbekannter gewesen, aber richtig ernst genommen hatte man ihn auf dem Kontinent nicht.
Speaker 0: Bis das Töten begonnen hatte.
Speaker 0: Gerade wollte Jean-Lily sagen, dass sie vorhabe, sich ab jetzt wieder vermehrt, dem politischen Tagesgeschehen ihres Geburtslandes zu widmen, da säufzte ihre Mitschülerin laut auf.
Speaker 0: Ach Jean, ich fühle mich so schlecht, du bist gerade erst angekommen und ich setze dir schon mit meinem Scheiß zu.
Speaker 0: Du sagtest, du hättest keinen guten Staat hier und suchtest nach ein bisschen Ruhe, und was tu ich?
Speaker 0: Ignoriert eine Bedürfnisse komplett.
Speaker 0: Sie raufte sich die schönen roten Haare.
Speaker 0: Ich….
Speaker 0: Ich glaube, das liegt daran, dass ich immer noch aufgebracht bin wegen Seth.
Speaker 0: Wir zwei hatten nämlich vorhin eine ganz ähnliche Diskussion über die angespannte Lage, wie so oft in der letzten Zeit, die ich dann abgewirkt habe.
Speaker 0: Einerseits, weil wir darüber völlig verschiedener Meinung sind und ich das Gefühl nicht los werde, gegen eine Wand zu reden, die dicker ist als die Wände hier im Schloss.
Speaker 0: und zweitens, weil ich da schon mitgekriegt hatte, dass sonst jemand folgte.
Speaker 0: Sie grinst es schwach.
Speaker 0: Viele in Hogwarts finden, ich sollte nicht zu übertreiben.
Speaker 0: Nicht alles so schwarz malen mit meiner Meinung hinterm Berg halten, anstatt sie immer und überall lautstark zu vertreten.
Speaker 0: Sie sagen, ich sei mit meinen dreizehn Jahren zu jung, um die Zusammenhänge zu begreifen, doch das ist nicht wahr.
Speaker 0: Im Gegenteil, manchmal habe ich das Gefühl, als wäre ich die einzige hier, die sich der Gefahr bewusst ist, die uns droht.
Speaker 0: Ein heiß glühender Sporn bohrte sich Jean mitten ins Herz.
Speaker 0: Dass sie hier ausgerechnet auf Lily Evans traf, Harrys Mutter war ein schlichtweg grausamer Wink des Schicksals.
Speaker 0: Das Mädchen, das hier so sympathisch und abgesehen von Dumbledore die erste Person überhaupt im Jahr neunzehnthundertsehntzig war, in deren Gesellschaft sie keinerlei Beklemmungen verspürte, hatte, wenn sie sich recht entsand, schon jetzt keine Dekade mehr zu leben.
Speaker 0: Jean musste möglichst schnell wieder fort von hier, von ihr.
Speaker 0: Nicht bloß, weil sie die Zeit nicht verändern durfte, sondern auch, weil sie gewissen Personen einfach nicht zu nahe kommen sollte.
Speaker 0: Jemand musste kommen und ihr zurück in die Zukunft helfen, besser heute als morgen.
Speaker 0: Warum hatte Dumbledore sie nicht weggeschickt, wie Jean selbst es vorgeschlagen hatte?
Speaker 0: Ihr ritt wegen gerne auch nach Durmstrang, wo er doch so viel von dieser Schule zu halten schien, trotz ihres mittlerweile so schlechten Rufes.
Speaker 0: Dort würde sie immerhin nicht viel kaputt machen können, allem voran sich selbst nicht.
Speaker 0: Wie sollte sie Nacht für Nacht mit einem Mädchen an ihrer Seite schlafen, dass keine zehn Jahre später grausam von genau dem Kerl ermordet werden würde, vor dessen Gefährlichkeit sie Jean gerade eben noch gewarnt hatte?
Speaker 0: Mit ihrem fünfzehn Monate alten Sohn in den Armen.
Speaker 0: Jean schluckte schwer und Lilly sah es.
Speaker 0: Doch natürlich deutete sie ihre körperlichen Reaktionen gänzlich falsch.
Speaker 0: Hey, alles gut, ich hör her schon auf!
Speaker 0: Und du musst dich vor mir auch nicht rechtfertigen.
Speaker 0: Jeder hat so ein Thema für das Erbrennt.
Speaker 0: Das ist meins.
Speaker 0: Nein, ich finde es gut, was du tust, sagte Jean mit ernster Stimme.
Speaker 0: Und ich finde, du solltest auch nicht damit aufhören, deine Meinung und Kunst zu tun, egal was alle anderen sagen.
Speaker 0: Denn auch ich habe ein schlechtes Gefühl, was die Zukunft betrifft.
Speaker 0: Ein sehr schlechtes.
Speaker 0: Nicht nur ein Gefühl, fügte sie in Gedanken hinzu, denn im Gegensatz zu dir habe ich Gewissheit.
Speaker 0: In der letzten Zeit habe ich mich in Hogwarts ziemlich unbeliebt gemacht, fürchte ich, Lilly kickte einen ihrer Klotschen achtlos unter das Bett, der zweite folgte sogleich.
Speaker 0: Schöne Schuhe, wirklich.
Speaker 0: Aber hier im Schloss mit seinen tausend Treppestufen im wahrsten Wortsinn nicht tragbar, mummelte sie mit einem kleinen enttäuschten Säufzer.
Speaker 0: Das einzig Gute, wandte sie sich dann wieder an Jean, ist, man kann damit jemanden in den Hintern treten, der fünf Meter entfernt steht, und das ganz ohne Magie.
Speaker 0: Wir hier oben im Schlafstall und Gemeinschaftsraum sind sie okay.
Speaker 0: Wenn ich sie frühmorgens anziehe, werden wenigstens alle wach.
Speaker 0: Da ich aber meist die letzte Bindi aufstehe, ist es auch schon wieder witzlos.
Speaker 0: Ich glaube, ich schicke sie meiner Schwester zurück, damit zur Abwechslung sie sich mal die Haxen brechen kann.
Speaker 0: Oder ich schicke sie Bertha.
Speaker 0: Dann weiß wenigstens jeder, wenn sie um die Ecke kommt.
Speaker 0: Wer ist Bertha?
Speaker 0: fragte Jean abgelenkt.
Speaker 0: Hatte McGonagall nicht gesagt, dass ihr Gepäck angekommen sei?
Speaker 0: Sie konnte jedoch nichts entdecken, keine noch so kleine Tasche.
Speaker 0: Vielleicht hinter den Bett vorhängen?
Speaker 0: Eine ausgemachte Pette, das ist Bertha Jorkins.
Speaker 0: Lilly rollte mit ihren intensiven grünen, katzenhaften Augen.
Speaker 0: Sie ist in der Sechsten und keiner will, was mit ihr zu tun haben.
Speaker 0: Versteh mich recht, ich hab ein Herz vor Außenseiter, aber Bertha ist selber schuld.
Speaker 0: Sie schüttelte vehement den Kopf und trat an einen schwarzen Schulkoffer heran, der hinter der Tür stand.
Speaker 0: Klappte ihn auf und späte kritisch hinein, wobei ihr die Haare wie ein glänzend roter Vorhang über die Schultern fielen.
Speaker 0: »Sie ist so hübsch,« dachte Jean.
Speaker 0: »Wie kann ein Mädchen nur so hübsch sein?«.
Speaker 0: »Für Sendalen ist es zu kalt, oder?«.
Speaker 0: »Na gut, dein Ebentur und Schuhe.«.
Speaker 0: »Und hast du keine beste Freundin hier?« fragte Jean beklommen.
Speaker 0: Lilly sah sie verwundert an.
Speaker 0: Sag dich doch vorhin, ich hab's heff.
Speaker 0: Er ist mein bester Freund.
Speaker 0: Die Mädels, sie machte eine Handbewegung, die die Betten im Zimmer mit einschloss.
Speaker 0: Sind alle ganz nett, sogar Bredikas aus Doom String.
Speaker 0: Hier schlafe ich übrigens.
Speaker 0: Sie zeigte auf das Himmelbett genau neben dem, von dem Jean annahmen, dass es für sie bestimmt war.
Speaker 0: Gegenüber von dir steht Marys Bett, daneben Bredikas und das direkt an der Tür gehört Priya.
Speaker 0: Sie sind, wie gesagt, alle drei in Ordnung, aber richtig dicke bin ich mit keiner von ihnen.
Speaker 0: Hm, machte Jean nachdenklich, trat an ihr Bett heran und zog die Vorhänge auseinander.
Speaker 0: Es war frisch gemacht und nur ein kleines, gefaltetes und mit blutrotem Siegel-Lack verschlossenes Stück Perkament lag auf der hübschen, ebenfalls roten Tagesdecke.
Speaker 0: Miss Pearlman stand in geschwungenen Lettern darauf.
Speaker 0: Jean steckte es ein.
Speaker 0: Willst du dir nicht auch was anderes anziehen?
Speaker 0: fragte Lelisi.
Speaker 0: Schließlich ist Wochenende, und dieses ewige Schwarz deprimiert mich ehrlich gesagt ziemlich.
Speaker 0: Freitags Nachmittags bin ich immer reif für was Buntes.
Speaker 0: Sie drehte sich zu Jean um und wedelte demonstrativ mit einem grün-gelb-blau gemusterten Halstuch.
Speaker 0: Ja, schon, sagte Jean langsam.
Speaker 0: Aber wo?
Speaker 0: Und im selben Augenblick bemerkte sie durch einen Spalt in den hinteren Vorhängen des Bettes, ein riesiges Eisenbeschlagenes Behältnis, das jemand dahinter geschoben hatte.
Speaker 0: Dumbledore hatte also Wort gehalten, sie hatte neue Kleider bekommen.
Speaker 0: Rasch umrundete sie das Himmelbett.
Speaker 0: Tatsache!
Speaker 0: Ein enormer Schrankkoffer, dem von Lilly nicht unähnlich, stand mit einem Schloss versehen, gleich neben dem Kopfteil ihres Bettes.
Speaker 0: Jean nahm ihren Zauberstab zu Hand und versuchte, das Schloss mittels des Allohmora-Zauberspruchs zu öffnen, doch nichts geschah.
Speaker 0: Er geht nicht auf.
Speaker 0: sagte sie verblüfft, mehr zu sich selbst als zu Lilly und betrachtete das schwarze Ungetüben aus zusammengekniffenen Augen.
Speaker 0: Natürlich tut er das nicht, entgegnete Lilly, die hinter ihr aufgetaucht war, schmunzend.
Speaker 0: Weil du ein Zahlenschloss in deinem Koffer hast, Dummöchen!
Speaker 0: Sie hüpfte zu ihrem eigenen Koffer zurück.
Speaker 0: Du bist echt seltsam Jean, du kannst Brillen reparieren und angeblich auch Fensterscheiben, bist schon Seite an Seite appariert und hast dir dabei bloß den Fuß verstaut, Aber, dass man mit Allohmora keine Zahlenschlösser aufkriegt, wusstest du nicht?
Speaker 0: Ich habe dieses Schloss nicht selbst angebracht, verteidigte sich Jean.
Speaker 0: Sie fühlte sich beschämt, denn Lilly hatte natürlich recht.
Speaker 0: Ich nehme an, der Koffer ist beim Transport aufgegangen, und es gab deshalb die Verzögerung.
Speaker 0: Also haben sie ihn so gesichert.
Speaker 0: Aber wo soll ich denn den Code wissen?
Speaker 0: Wie viele Zahlen, fragte Lilly vom anderen Ende des Raumes her, wo sie den Geräuschen nachzuurteilen, gerade alles Mögliche aus ihrem Koffer auf dem Boden warf.
Speaker 0: Er ist vierstellig.
Speaker 0: Wie wär's mit deinem Geburtsdatum, schlug Lilly vor.
Speaker 0: Oh, ein Furcht Jean.
Speaker 0: Kein schlechter Gedanke.
Speaker 0: Wieso war sie nicht selber darauf gekommen?
Speaker 0: Sie begab sich in die Hocke, nahm das klobige Schloss in beide Hände und gab nacheinander die Zahlen, eins, neun, null, neun ein.
Speaker 0: Nichts passierte.
Speaker 0: Das Schloss ließ sich nicht öffnen.
Speaker 0: Sie versuchte es mit eins, neun, sieben, neun, doch auch das führte zu nichts.
Speaker 0: Scheiße, rutschte sie heraus.
Speaker 0: Klappt es nicht?
Speaker 0: Lilly hatte sich aufs Bett gesetzt und war dabei, ein weißes Patou und Schuhe mit drei schwarzen Streifen an der Seite anzuziehen.
Speaker 0: Nein, gab Jean Seufzen zurück.
Speaker 0: Mein Geburtsdatum ist schon mal nicht der richtige Code.
Speaker 0: Wann hast du denn Geburtstag?
Speaker 0: Am neunzehnten September, antwortete Jean automatisch.
Speaker 0: Hm, wie wäre es denn mit?
Speaker 0: Lilly legte grübelnd ihr Kind in die Handfläche und stützte ihren Ellbogen auf den Oberschenkel ab.
Speaker 0: Dem Datum von heute oder dem von gestern?
Speaker 0: Mist verfluchte, fluchte Jean leise durch die Zähne, aber nicht leise genug.
Speaker 0: Was ist denn jetzt schon wieder, erkundigte sich Lilly lachend und sprang auf.
Speaker 0: Am liebsten hätte Jean mit aller Kraft gegen den am nächsten stehenden Fuß ihres wunderschönen Himmelbets getreten.
Speaker 0: Wie hatte sie nur so blöd sein können?
Speaker 0: Der neunzende September war nicht länger ihr Geburtstag.
Speaker 0: An dem Tag war Hermine Granger geboren, nicht Jean Perlman.
Speaker 0: Jeans Geburtstag war im April.
Speaker 0: Das hatte doch alles auf dem Pergament gestanden, dass Dumbledore ihr am Vorabend in den Krankenflügel mitgebracht, und von dem er verlangt hatte, sie möge sich die Details gut einprägen und das Blatt im Anschluss daran vernichten.
Speaker 0: Jean dachte angestringt nach.
Speaker 0: Welcher Tag im April war es gewesen?
Speaker 0: Der fünfundzwanzigste?
Speaker 0: Der sechsundzwanzigste?
Speaker 0: Sie probierte beides aus.
Speaker 0: Beim zweiten Versuch, zwei, sechs, null, vier, machte es buchstäblich klick und das Bügel-Schloss sprang auseinander.
Speaker 0: Doch ihre Erleichterung war nur von kurzer Dauer.
Speaker 0: Ganz wunderbar, dachte sie.
Speaker 0: Und ich habe Lilly Evans zu eben ein falsches Geburtstatum genannt.
Speaker 0: Jens Koffer enttieht eine Menge nützlicher Dinge.
Speaker 0: Neugierig hob sie Schicht um Schicht, der Kleider und Gegenstände an, legte den Großteil davon auf dem Bett ab.
Speaker 0: Was die Schuluniform anbetraf, so gab es alles in dreifacher Ausfertigung, außer den Umhängen, bei denen es jeweils einen für die kalte und einen für die warme Jahreszeit gab, sowie ein paar schwarze Halbschuhe.
Speaker 0: Des weiteren drei paar Jeans, T-Shirts und langärmliche Oberteile, zehn Garnituren Unterwäsche und verschiedene Assessoires wie Gürtel, Halstücher, eine Mütze, einen Schal aus dicker grauer Wolle, Handschuhe aus dem selben Material, ein paar flauschige Pantoffeln für den Gemeinschaftsraum und so weiter.
Speaker 0: Die Jeans hatten alles am Schlag, die Blusen waren bis auf die mit dem Blumenmuster einfarbig, allerdings in kräftigen Tönen.
Speaker 0: Dabei bevorzugte Jean es eher dezenter.
Speaker 0: Doch das Credo war nun mal nicht aufzufallen.
Speaker 0: Hey, superlässige Plateauschuhe, meinte Lilly irgendwann fast neidisch.
Speaker 0: Die hast du sicher aus Paris oder aus Mailand?
Speaker 0: Äh, äh, ja, stottete Jean ein wenig überfordert und startte hilflos auf die orangefarbenen Stiefeletten in ihrer Hand.
Speaker 0: Mode war für sie ein Buch mit sieben Siegeln.
Speaker 0: Die äußere Verpackung eines Menschen hatte sie nie großartig interessiert.
Speaker 0: Die inneren Werte waren es nun einmal, auf die es wirklich ankam.
Speaker 0: Die neuen Stiefel gefielen ihr rein von der Optik her sogar sehr gut.
Speaker 0: Doch wie sollte sie in Dienen laufen?
Speaker 0: Außerhalb des Unterrichts bevorzugte sie einfache Turnschuhe, in denen sie sich mühelos über das hügelige Gelände von Hogwarts bewegen konnte.
Speaker 0: Doch kaum ein Mädchen trug Turnschuhe hier, wenn Jean an das Mittagessen in der großen Halle zurückdachte.
Speaker 0: Fast alle hatten sie mindestens knöchelhohe Stiefel mit Mordstickensohlen angehabt.
Speaker 0: Gegen die Kälte, die durch den Steinboden herauftrang, waren die vielleicht ganz gut, aber sonst?
Speaker 0: Gut, dass sie ihren alten, abgestoßenen Stiefeln auch hatte.
Speaker 0: Die mussten einfach noch eine Weile halten.
Speaker 0: Jean sortierte Sachen, die sie nicht in unmittelbarer Zukunft brauchen würde, ordentlich in den Koffer zurück bzw.
Speaker 0: in einer nicht minder voluminöse Truhe, von der jede Schülerin eine zur Verfügung hatte.
Speaker 0: Den Stundenplan legte sie aufs Bett.
Speaker 0: Es juckte sie bereits in den Fingern, sich damit auseinanderzusetzen.
Speaker 0: Den Zettel mit dem Passwort war auf sie mangels Papierkorb in die Truhe.
Speaker 0: Das versiegelte Stück Pergament, das sie auf ihrer Matratze vorgefunden und sich zunächst in die Hosentasche geschoben hatte, wanderte ebenfalls dort hinein.
Speaker 0: Sie konnte die Botschaft auch heute Abend noch lesen.
Speaker 0: Eine Jeans und ein warmes Oberteil nahmen sie an sich und ging damit an das angegliederte Gemeinschaftsbad am Ende des Schlafsaals, dessen Tür sich direkt hinter ihrem Bett befand, um sich umzuziehen und zur Toilette zu gehen.
Speaker 0: Sie wollte nicht, dass Lily den Zeitumkehrer sah, den auch immer um ihren Hals hing und dort auch bleiben würde.
Speaker 0: Er war zwar jetzt entschärft, doch er war trotzdem unwohl bei dem Gedanken, dass eines der Mädchen, mit denen sie ab jetzt bis auf Weiteres zusammenleben würde, ihn zu Gesicht bekam.
Speaker 0: Wie McGonagall ihr schon am Abend des ersten September gesagt hatte, war der Zeitumkehrer keiner der neuesten Generation und Jean wollte sich nicht der Gefahr aussetzen, dass vielleicht irgendwer doch erriet, wozu er nütze war.
Speaker 0: Glücklicherweise passte die Jeans sowohl vom Bund als auch von der Länge her, obwohl sie Dumbledore ihre Maße gar nicht verraten hatte.
Speaker 0: Das Oberteil war auch in Ordnung, bis auf das kräftige Rot vielleicht.
Speaker 0: Nun gut, dann will ich dich mal ankommen lassen, sagte Lilly zu ihr, als Jean mit den schwarzen Schulklamotten in der Hand barfuß wieder den Schlafsaal betrat.
Speaker 0: Die anderen drei sind in Hoxmead.
Speaker 0: Vor dem Abendbrot werden sie kaum zurück sein.
Speaker 0: Jean, die sich nach dem Schockerlebnis beim Mittagessen danach gesehen hatte, sich hinter vorgezogenen Vorhängen in ihrem gemütlichen Himmelbett zu verschanzen, zauderte plötzlich.
Speaker 0: Sie wollte nicht wieder allein sein, der Gedanke daran tat beinah körperlich weh.
Speaker 0: Wenn sie sich jetzt Mutterseelen allein in diesem grabes stillen Raum aufhielt, würde sie sofort wieder an Ron und Harry denken, an Krumbein ihre Familie.
Speaker 0: Von draußen schalten Lachen und Rufen zu ihr hinauf, Sonnenstrahlen fielen durch die kleinen Fenster und brachten die von ihnen aufgewirbelten Staubkörner zum Tanzen.
Speaker 0: Ähm, hättest du was dagegen, wenn ich dich begleite?
Speaker 0: fragte Jean Zögand, während sie die getragene Kleidung an einen Haken hängte bzw.
Speaker 0: in der Truhe verstaute.
Speaker 0: Es stimmt schon, ich hatte vor ein bisschen für mich zu sein, aber jetzt habe ich das Gefühl, dass ich raus will, in die Sonne.
Speaker 0: Ausruhen kann ich auch später noch.
Speaker 0: Es ist vielleicht der letzte schöne Tag im Jahr.
Speaker 0: Sie wandte sich lili zu.
Speaker 0: Ich habe gehört, dass Herbst und Winter hier oben sehr grau und triss sein können.
Speaker 0: Verlegen verschränkte sie die Finger miteinander.
Speaker 0: Du könntest mich auf dem Gelände ein bisschen herumführen, mir alles zeigen.
Speaker 0: Nur wenn du willst, natürlich.
Speaker 0: So viel zu Abstand halten, säuft deine Stimme in ihrem Hinterkopf.
Speaker 0: Doch Jean brauchte jetzt einfach einen einfühlsamen Menschen an ihrer Seite.
Speaker 0: Die beiden letzten Tage waren, obwohl sie einigermaßen gemeistert hatte, trotzdem hart gewesen.
Speaker 0: Lily nahm ihren Vorschlag gut auf, mehr noch sie strahlte förmlich.
Speaker 0: Ich gehe gern mit dir zusammen wieder nach draußen, ich bin ja nur der Schuhe wegen überhaupt hier hochgekommen.
Speaker 0: Na ja, eigentlich wollte ich mir noch auch ein Perkament und Feder mitnehmen, mich an den See setzen und vielleicht ein Gedicht schreiben, aber dafür ergibt sich bestimmt nochmal eine andere Gelegenheit.
Speaker 0: Sich zu unterhalten ist so viel besser.
Speaker 0: Er leichtert Nic de Jean, zog sich ihre neuen Alltagsumhang über die Schultern und schlüpfte wieder in ihre alten Stiefeln.
Speaker 0: Die beiden Mädchen verließen den Schlafsaal, liefen die Wendeltreppe hinunter, durchquerten den Gemeinschaftsraum und kletterten durch das Porträloch.
Speaker 0: Komm mit, sagte Lily mit glühenden Wangen.
Speaker 0: Ich zeig dir einen Weg nach unten, bei dem du nicht auf die beweglichen Treppen angewiesen bist.
Speaker 0: Er ist ein wenig komplizierter und prägt sich nicht gleich beim ersten Mal gehen ein, aber mit der Zeit, wirst du lernen, wo du lang musst, ist praktisch, wenn du mal niemanden begegnen willst.
Speaker 0: Am Ende kamen sie in der Nähe von Phylls Büro heraus.
Speaker 0: Der einzige Nachteil, meinte Lily und verzog das Gesicht.
Speaker 0: Bei ihm und Mrs.
Speaker 0: Miller müsste wirklich aufpassen, ich könnte schwören diese Katze verpetzt, Schüler.
Speaker 0: Doch die Tür von Filch's Büro war glücklicherweise geschlossen und weder er noch seine Katze waren zu sehen.
Speaker 0: Somit gelanken die zwei unbehelligt in die Eingangshalle mit ihren Eichentüren, die bei dem inzwischen herrlichen Wetter weit offen standen.
Speaker 0: Jean warf einen Seitenblick in die große Halle und stellte fest, dass sie vollkommen verweist war.
Speaker 0: Als sie jedoch durch das Portaltraten zeigte sich, dass seine Menge Schüler sich draußen auf den Ländereien aufhielten, dort Flanierten, Bücherlasen, Fangen spielten.
Speaker 0: Jean hielt nach den vier Freunden Ausschau, doch die Jungs um Serious Black waren nirgends zu sehen.
Speaker 0: Ein Glück.
Speaker 0: Auch der Trauerkloß von einem Slytherin war nicht in Sicht.
Speaker 0: Wahrscheinlich hockte er frustriert in seinem Kerker und schmolte, weil seine beste Freundin in Sicht mit ihm nicht einer Meinung war.
Speaker 0: Nur zu gern hätte Jean gewusst, worüber genau Lily und Snape in Streit geraten waren.
Speaker 0: Lily schlug den Weg zum See ein, vorbei an den Gewächshäusern.
Speaker 0: Wir gehen kurz runter und ich stelle dich ihm vor.
Speaker 0: Was hältst du davon?
Speaker 0: Ich wollte ihm sowieso noch etwas sagen, was ich für ihn in der Bibliothek nachgeschlagen habe.
Speaker 0: Sie fasste nach Jeans Ärmel und zog sie zur Seite.
Speaker 0: Pass bei dem Bauen da drüben auf.
Speaker 0: Er ist gemein und schlägt aus, wenn man ihm zu nahe kommt.
Speaker 0: Halte Abstand, dann passiert dir nichts.
Speaker 0: Hier entlang.
Speaker 0: Jeans Rollgrad wurde ganz star.
Speaker 0: Bei Merlin bloß nicht zu Hagrid.
Speaker 0: An ihn hatte sie auch schon mehrmals gedacht heute und ihr war klar geworden, dass ihr großer Freund ebenfalls schon hier sein musste, genau wie Dumbledore, McGonagall und Professor Sprout.
Speaker 0: Hagrid war zwar nicht im selben Jahr, immerhin aber zur selben Zeit wie Tom Riddle auf diese Schule gegangen und nach seinem Rauswurf hatte der damalige Hüter der Schlüssel und Ländereien ein Mann namens Och den sanften Riesen unter seine Fittiche genommen.
Speaker 0: Soweit sie wusste, hatte Hagrid sie nie groß von Hogwarts wegbewegt, außerdem einen oder anderen Auftrag für Professor Dumbledore zu erledigen.
Speaker 0: Ich würde ihn lieber später kennenlernen, sagte Jean vorsichtig.
Speaker 0: Mir ist gerade nicht nach noch mehr neuen Bekanntschaften, habe heute nämlich schon so einige gemacht.
Speaker 0: Und auf Lelys verständnislosen Blick erklärte sie, ich musste heute früh noch ein paar Schulbücher und andere Dinge in der Winkelgasse besorgen, was ziemlich nervenaufreibend war.
Speaker 0: Können wir vielleicht einfach ein bisschen spazieren gehen?
Speaker 0: Oder uns ans Seeo versetzen, wie du es sowieso vorhattest?
Speaker 0: Na schön, lenkte Lily zu ihrer immensen Erleichterung ein.
Speaker 0: Mir war nicht klar, dass du schon so rürig warst heute.
Speaker 0: Nun gut, gehen wir runter zum See, dann also hier entlang.
Speaker 0: Sie wandte sich nach rechts und redete weiter, während sie den sanft geschwungenen Abhang hinunter liefen.
Speaker 0: Der verbotene Wald ist, wie der Name schon sagt, uns Schülern verboten, aber ich bin sicher, dass man dir die wichtigen Dinge, die in der Schulordnung stehen, bereits wärmstens ans Herz gelegt hat, wollen wir uns auf den Steg setzen?
Speaker 0: Vor ihnen am Ufer ragte eine ca.
Speaker 0: dreißig Meter langer, aus unregelmäßig dunklen Holzplanken gezimmerte Holzweg ins Wasser hinein.
Speaker 0: Da Jean ihn noch nie zuvor gesehen hatte, muss der irgendwann während der nächsten zwanzig Jahre abgerissen worden sein.
Speaker 0: Sie hielt nach dem Riesenkraken Ausschau, der sich an schönen Tagen wie heute bisweilen an der Oberfläche des Gewässers zeigte und sprach auch Lilly darauf an.
Speaker 0: Genau, er lässt sich ab und zu sehen, aber am meisten im Sommer, wenn es richtig heiß ist, meinte Lilly.
Speaker 0: Denkst du, es ist zu kalt, um die Füße ins Wasser baumeln zu lassen?
Speaker 0: Lass mich kurz nachdenken.
Speaker 0: Wir haben jetzt November, also würde ich sagen, ja.
Speaker 0: Grinste Jean, willst du das wirklich ausprobieren?
Speaker 0: Nein, danke, sagte Lily Fröstendt.
Speaker 0: Wenn die Sonne nicht da wäre, wäre es nicht so angenehm.
Speaker 0: Die beiden Mädchen ließen sich nebeneinander am Rande des Stegs nieder, nur wenige Meter vom Ufer entfernt, mit Blick aufs Schloss, Jean mit untergeschlagenen Beinen, da sie Angst vor einer Blasenentzündung hatte.
Speaker 0: Von dieser Seite aus gefällt mir Hogwarts am besten, schwärmte Lily und schlenkerte lässig mit den Beinen.
Speaker 0: Deshalb überqueren die Erstklässler am ersten Tag des neuen Schuljahres in Booten den See.
Speaker 0: Das hat von jeher Tradition.
Speaker 0: Du aber bist sicher in einer der Pferdelosen Kutschen hergekommen, nicht wahr?
Speaker 0: Ich bin von nirgendwo hergekommen, ich war nämlich schon die ganze Zeit da.
Speaker 0: Ja, bin ich, flunkerte Jean und dachte an ihren morgendlichen Ausflug zurück.
Speaker 0: Ein schöner Weg.
Speaker 0: Sie schwiegen eine Weile.
Speaker 0: Wie ist es so in Hogwarts, wollte sie dann von Lilly wissen.
Speaker 0: Gefällt es dir hier zur Schule zu gehen?
Speaker 0: Was für Fächer gibt es und wie sind die Lehrer so?
Speaker 0: Du hast ja überhaupt nicht viele Fragen.
Speaker 0: Lilly klatschte vergnügt in die Hände.
Speaker 0: Na gut, ich werde tun, was ich kann, um sie zu beantworten.
Speaker 0: Also, Hogwarts ist der schönste Ort auf Erden und Dumbledore der beste Direktor.
Speaker 0: Man sieht ihn eher selten, er unterrichtet nicht selbst, höchstens in Ausnahmefällen, wenn jemand krank geworden ist oder verhindert.
Speaker 0: Dann gibt er Verwandlung oder Verteidigung gegen die dunklen Künste.
Speaker 0: Im Moment sieht man ihn wirklich fast gar nicht, ich glaube.
Speaker 0: Und hier senkte Lilly die Stimme, obwohl außer ein paar jüngeren Schülern ganz am Ende des Steks.
Speaker 0: niemand in der Nähe war.
Speaker 0: Und ihr Gesicht bekam einen verschwörerischen Ausdruck.
Speaker 0: Er engagiert sich sehr im Kampf gegen den dunklen Lord.
Speaker 0: Aber niemand scheint genaueres zu wissen, oder die Lehrer wollen es uns nicht sagen.
Speaker 0: Wusstest du?
Speaker 0: Ach, natürlich kannst du sowas nicht wissen, dass er, also ... Du weißt schon, wer sich vor Jahren mehrmals um einen Job als Lehrer hier bemüht hat?
Speaker 0: Er wurde aber nie angenommen.
Speaker 0: Ich nehme mal an, weil er die dunklen Künste hätte unterrichten wollen und nicht deren Verteidigung.
Speaker 0: Nachdem er es beim letzten Mal bei Dumbledore probiert und der ihn ebenfalls abgewiesen hat, soll er die Stelle verflucht haben.
Speaker 0: Niemand kann sich länger als ein Jahr halten.
Speaker 0: Ist das wirklich so?
Speaker 0: Hauchte Jean.
Speaker 0: Sie hatte das immer für ein dummes Gerücht gehalten und war seltsamerweise nie auf die Idee gekommen, erst mal auf Herz und Nieren zu prüfen.
Speaker 0: Soviel ich weiß ja, antwortete Lily.
Speaker 0: Wir haben jedenfalls schon den dritten Lehrer in der Zeit, in der ich hier bin.
Speaker 0: Da seid ihr nicht die einzigen.
Speaker 0: Und der wäre, fragte Jean, mit einem flauen Gefühl im Magen.
Speaker 0: Lily nahm an rot-gelbes Blatt auf, dass der Herbst Wind auf den Steg gewählt hatte und ließ es ins Wasser trudeln.
Speaker 0: Ich glaube, dieses Jahr hatte Dumbledore ganz besonders Probleme jemanden zu finden, der den er letztlich aufgetrieben hat, ist, soweit ich weiß, noch gar kein fertiger Professor, sondern ein Aushilfslehrer.
Speaker 0: quasi noch in Ausbildung.
Speaker 0: Der Hochschulabschluss steht noch an.
Speaker 0: Und er ist auch nicht hier zur Schule gegangen, sondern in Dormstrang.
Speaker 0: Sein Name ist Boris Pesovsky.
Speaker 0: Ein Lehrer ohne abgeschlossenes Studium?
Speaker 0: Das war eine Hartenuss.
Speaker 0: Und wie macht er sich so?
Speaker 0: So mittelprächtig, würde ich sagen.
Speaker 0: Die Frau, die wir im Jahr davor hatten, kam mit den Schülern besser zurecht.
Speaker 0: Aber auf seine Zauber versteht er sich.
Speaker 0: Wenn der Unterricht nicht immer so unruhig wäre, wäre es ganz interessant bei ihm.
Speaker 0: Aber man munkelt, er habe einen Hang zu Zaubertränken.
Speaker 0: Jean suchte in die Liskosicht nach einer Antwort.
Speaker 0: Ich verstehe nicht ganz.
Speaker 0: Heißt das, er will das Fachliebe unterrichten?
Speaker 0: Das heißt, er säuft, klärte Lilly sie schonungslos auf, sagt man, obwohl er noch so jung ist.
Speaker 0: Aber in Durmstrang soll der Umgang mit harten Spirituosen auch wesentlich lockerer sein als in unseren Breitengraden.
Speaker 0: Kein Wunder, da oben wird es im Winter kaum hell, da greift man viel eher zu selbstgebraute, meint auch Slakhorn.
Speaker 0: Lily verträgt die Augen, hob eine Hand in den blauen Himmel und tat so, als würde sie Jean zuprosten.
Speaker 0: Wenn Besovsky also Ende des Schuljahres Leberzehrose bekommt, wird die Stelle wieder frei.
Speaker 0: Kapitel forty-one James Potter ist ein Wiederling.
Speaker 0: Oh!
Speaker 0: entfuhr es Jean.
Speaker 0: Das war jetzt aber ganz schön zynisch.
Speaker 0: Sie dachte einen Moment nach.
Speaker 0: Drumstrang ist also irgendwo im Norden?
Speaker 0: fragte sie dann ein wenig verzagt.
Speaker 0: Der Gedanke, Harrys Mutter möge sie für dumm halten, war ihr beinahe unerträglich.
Speaker 0: Bisher hatte sie sich noch nie großartig mit anderen Zaubererschulen auseinandergesetzt.
Speaker 0: Sie hatte ja Hogwarts noch gar nicht ausreichend ergründet.
Speaker 0: Und dort hatte keiner sie erwähnt.
Speaker 0: Es schien, als wäre der interschulische Kontakt über die Jahre zum Stillstand gekommen.
Speaker 0: Kein Wunder, wenn es stimmte, was Lilly über Doomstrang behauptete.
Speaker 0: Ja, ganz im Osten Finnlands, an der Grenze zu Russland.
Speaker 0: Lilly wandte ihr blasses Gesicht der Sonne zu.
Speaker 0: Zu dieser Jahreszeit musste sie sich über einen Sonnenbrand keine Gedanken mehr machen und bis das Ozone-Lochthema wäre, würde noch eine Menge Wasser die Temse runterfließen.
Speaker 0: Ich war noch nie so weit im Norden, sagte Jean nachdenklich.
Speaker 0: Keine Ahnung, wie die Gepflogenheiten dort sind.
Speaker 0: Mein Vater wurde bisher nur in Südeuropa eingesetzt, vornehmlich in Frankreich, Spanien und Italien.
Speaker 0: Überall dort, wo man romanische Sprachen spricht.
Speaker 0: Sprichst du wirklich all diese Sprachen perfekt?
Speaker 0: Äh, nein, nicht mal annähernd, nur Französisch.
Speaker 0: Das reicht doch schon!
Speaker 0: Wieder schwiegen die beiden Mädchen eine Weile und sahen auf den See und das Ende des Stegifs hinaus, wo die jüngeren Schüler damit begonnen hatten, einander mit abgebrochenen Weidenrouten zu duelieren.
Speaker 0: Es war nur eine Frage der Zeit, wann einer von ihnen im Wasser landen würde.
Speaker 0: Und die anderen Lehrer, bohrte Jean kurze Zeit später nach, Lilly erzählte ihr bereitwillig, dass sie Professor Flitwick niedlich fand und seinen Unterricht mochte, dass Kräuterkunde sie entspannnte und Geschichte der Zauberei anscheinend genauso öde war wie in den Neunzigern.
Speaker 0: Pflegemagischer Geschöpfe bei Professor Kesselbrand war für sie ganz okay und Zaubertränke, Saubertränke, gehörte gar zu Lilly's Lieblingsfächern.
Speaker 0: Professor Slakhorn ist ein Original, meinte sie mit einem kleinen rätselhaften Lächeln.
Speaker 0: Manche können gar nichts an ihm finden.
Speaker 0: Ich hingegen komme sehr gut mit ihm zurecht.
Speaker 0: Böse Zungen behaupten, das lege daran, dass ich einigermaßen zalentiert und außer dem Hübsch bin.
Speaker 0: Nein, nicht das, was du denkst, sagte sie schnell, als sie Jeans entsetzten Gesichtsausdruck sah.
Speaker 0: Er macht sich nicht ein Schülerinnen heran oder bevorzugt Mädchen?
Speaker 0: aus Prinzip, nein, gar nicht.
Speaker 0: Es ist nur so, dass er, nun ja, er umgibt sich gern mit Schönheit, Eleganz.
Speaker 0: Davon habe ich null, nur so ganz nebenbei.
Speaker 0: Intelligenz oder sonst welchen Talenten, die nun, die irgendwie aus der Masse herausstechen.
Speaker 0: Söhnen und Töchtern bekannter Persönlichkeiten ist er ebenfalls sehr zugenägt.
Speaker 0: Solche Schüler bevorzugt er.
Speaker 0: Das gewöhnliche Langwald ihn.
Speaker 0: Außerdem hat er ein großes Fable für Rheinblüter.
Speaker 0: Was heißt das, er hat ein Fable?
Speaker 0: fragte Jean Scharf.
Speaker 0: Wieso fragst du das?
Speaker 0: Gerade du müsstest doch wissen, was es bedeutet.
Speaker 0: Ist schließlich ein französischer Ausdruck.
Speaker 0: Lilly wirkte bass erstaunt.
Speaker 0: Das weiß ich auch.
Speaker 0: gab Jean ein wenig unwirsch zurück, unangenehm an das Gespräch mit Lupin vor dem gestrigen Abend erinnert.
Speaker 0: Er hat eine Schwäche für Hexen und Zauberer, bei denen beide Elternteile ebenfalls magischer Abstammung sind.
Speaker 0: Das klingt für mich ziemlich rassistisch.
Speaker 0: Sympathisiert er etwa mit… Lilly Söfze.
Speaker 0: Glaub mir, Jean, du bist nicht die erste, die das Mut maßt.
Speaker 0: Viele halten diese… Faszination vom reinen Blut.
Speaker 0: Gelinde gesagt für schräg.
Speaker 0: Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er kein Todesser ist.
Speaker 0: Das sagt mir einfach mein Gefühl.
Speaker 0: Todesser?
Speaker 0: So nennt man hierzulande Voldemort-Sympathisanten und treue Anhänger.
Speaker 0: Hm.
Speaker 0: Jean war, als hätte sie dieses Wort schon einmal irgendwo gelesen.
Speaker 0: Wahrscheinlich in einem Buch zur Geschichte der Zauberrei.
Speaker 0: Doch zum Sprachgebrauch im Jahre nineteenhundertdreiundneinzig schien es nicht zu gehören.
Speaker 0: Vielleicht war es der totschwalge Taktik aller, der dessen Name nicht genannt werden darf an Heim gefallen, einer Strategie, der man sich in der magischen Welt stets gern bediente.
Speaker 0: Jean entschloss sich jedoch, Lilly nicht weiter in die Defensive zu drängen und es fürs Erste gut sein zu lassen.
Speaker 0: Wie haben deine Eltern es aufgenommen, fragte sie stattdessen.
Speaker 0: Lilly war für einen fragenden Blick zu.
Speaker 0: Ich meine damals, als dein Brief kam, präzisierte sie.
Speaker 0: Dann erschrak sie und schob schnell hinterher, bei uns zumindest rudelte ein Brief ein, in dem Sommer nachdem ich elf geworden war.
Speaker 0: Da stand drin das, dass ich mich an einer Schule anmelden soll.
Speaker 0: Ich habe dann erst eine Sondergenehmigung bekommen, einen Privatlehrer.
Speaker 0: Meine Eltern taten sich schwer, damit mich gehen zu lassen in eine geheimnisvolle Welt, die sie nicht kannten.
Speaker 0: Ich habe außerdem schon früher Mogelhauslehrer gehabt.
Speaker 0: Oh, meine waren wahnsinnig aufgeregt, aber auch sichtlich begeistert.
Speaker 0: Am liebsten hätten sie es gleich jemanden an unserer Straße erzählt und damit prompt das internationale Geheimhaltungsabkommen verletzt.
Speaker 0: Einfach bloß, weil sie vor Stolz fast geplatzt wären.
Speaker 0: Ein träumerisches Flächen der Erinnerung malte sich auf Lelys Gesicht.
Speaker 0: Die Hexer vom Amt für Schulwesen im Ministerium hatte ihre Liebe Not, ihnen klarzumachen, was das für alle bedeuten würde.
Speaker 0: Haben dann auch sofort den Tagespropheten abonniert, meine Eltern, damit sie immer auf dem neuesten Stand wären, was die Zaubererwelt angeht.
Speaker 0: Lelys Gesicht verdüsterte sich plötzlich.
Speaker 0: In den letzten großen Ferien habe ich sie allerdings dazu gekriegt, ihn wieder abzubestellen.
Speaker 0: Sie machen sich anmehrlich zu viele Sorgen, um mich, und redeten sogar davon, mir die Hoxmead-Besuche nicht zu erlauben.
Speaker 0: Ständig steht dem Propheten etwas über die Spannungen zwischen dem Ministerium und den Leuten, die du weißt schon, wer um sich geschad hat drin.
Speaker 0: Du weißt schon, als er aus dem Ausland zurückkehrte, vor zwei, drei Jahren und anfing zu rekrutieren.
Speaker 0: Ja, ich weiß, Momolte Jean.
Speaker 0: Sie wollte das Gespräch lieber wieder in ruhigere Fahrwasser lenken.
Speaker 0: Und hast du noch mehr Geschwister als nur die eine Schwester, die du vorhin erwähnt hast?
Speaker 0: Lilis Augen waren auf etwas in der Ferne gerichtet, das Jean nicht sehen konnte.
Speaker 0: Nein, es gibt nur sie und mich.
Speaker 0: Sie klang auf einmal bedrückt, und Jean fiel plötzlich ein, dass es sich bei der Schwester, von der sie vorhin oben im Schlafsaal gesprochen hatte, um Harrys Tante Petunia Darcy handeln musste.
Speaker 0: Die hatte sie zwar nie persönlich kennengelernt, doch allein Harrys widerstrebende Schilderungen machten es schwer, sich diese angeblich so verbiestete Frau und das reizende Mädchen hier neben ihr als Schwestern vorzustellen.
Speaker 0: Ich glaube, ich habe meinen Sinn für alles Politische von meinen Eltern, erklärte Lily ohne weiter auf ihre Schwester einzugehen.
Speaker 0: Jean hätte nicht genau sagen können, ob sie das absichtlich tat oder ob es sich einfach so ergab.
Speaker 0: Sie haben mir gesagt, dass ich immer Labur wählen soll und auch warum.
Speaker 0: Aber das mit Voldemort haben sie anfangs gar nicht ernst genommen.
Speaker 0: Es kam ungefähr zur selben Zeit auf, da ich nach Hogwarts ging.
Speaker 0: Für sie war es nicht mehr als eine Spukgestalt, etwas, womit Zauberer ihre kleinen Kinder dazu zwingen können, abends ins Bett zu gehen, mehr aber auch nicht.
Speaker 0: Vielleicht wollten sie die Köpfe auch einfach in den Sand stecken, wagte Jean zu behaupten.
Speaker 0: Nach dem zweiten Muggelkrieg war man so froh, dass es endlich wieder Frieden herrschte.
Speaker 0: Niemand wollte nur, fünfundzwanzig Jahre später schon wieder mit so etwas anfangen.
Speaker 0: Ich denke, da ist was Wahres dran, flichtete Lily er bei.
Speaker 0: Ich wünschte nur, es wäre dabei geblieben.
Speaker 0: Als ihnen dann langsam dämmerte, dass es um die magische Welt nicht mehr besonders friedlich bestellt war, gab ich mein Bestes, um alles runterzuspielen.
Speaker 0: Das, was viele hier eben auch tun, auch Lehrer, aber aus anderen Gründen, um sich selbst einzulullen und weiterhin schön in Sicherheit zu wiegen.
Speaker 0: Wir sind aber doch keine Muggel, es ist unsere Pflicht, uns mit der Gefahr auseinanderzusetzen.
Speaker 0: Doch es wird geschwiegen, mit dem Ergebnis, dass sich auch von den älteren Schülern kaum jemand mit dem Thema beschäftigt.
Speaker 0: Ein paar gibt es, die haben letztes Jahr eine Art Arbeitsgruppe gegen den Krieg gegründet, aber man muss volljährig sein, um damit zu machen.
Speaker 0: Und als ich nach den Sommerferien zu ihnen stieß und darum bad mitmachen zu dürfen, haben sie mich bloß belächelt.
Speaker 0: Eine kühle Brise vom Seeherr wehte Lelies Feuerhaar über ihre Schulter, so dass es einen kurzen Augenblick so aussah, als stünde ihr Kopf in Flammen.
Speaker 0: Aber eins sage ich dir, Jean, Als sich Voldemort beim Namen nannte, sind alle zusammengezuckt.
Speaker 0: Wie die Mutter, so der Sohn, dachte Jean bei sich und unterdrückte ein wehmütiges Lächeln.
Speaker 0: Warum traut sich keiner, ihn bei diesem Namen zu nennen?
Speaker 0: Hat er denn, hat Voldemort denn schon so viele Leute umgebracht, dass alle Angst vor ihm haben?
Speaker 0: Er foltert Menschen, sagte Lily-Bitter.
Speaker 0: Sie spuckte in hohen Bogen in den See und Menschen verschwinden.
Speaker 0: Alle paar Tage wird jemand Neues als vermisst gemeldet.
Speaker 0: Dass er wen mit seinem eigenen Zauberstab ermordet hat, dafür gibt es bisher noch keine handfesten Beweise.
Speaker 0: Aber dass er sich mit gefährlichen Leuten umgibt, die das für ihn tun, ist Fakt.
Speaker 0: Meiner Meinung nach ist das nur noch eine Frage der Zeit, bis er mit heruntergeklapptem Visier vor uns steht.
Speaker 0: Bis er keinen Helm mehr daraus macht, dass er ist, ist, der all diese Menschen meuchelt.
Speaker 0: Trotz der warmen Sonnenstrahlen lief es Jean kalt den Rücken herunter.
Speaker 0: Lilly, sie war intensiv.
Speaker 0: Aber alles andere als naiv, wie sie zunächst angenommen hatte, geblendet von ihrem sanften und sonnigen Gemüt.
Speaker 0: Und sie wusste, wovon sie sprach.
Speaker 0: So jung und schon so kompromisslos.
Speaker 0: Neben ihr stöhnte die rothaarige Leise.
Speaker 0: Ich wollte doch damit aufhören, verflucht.
Speaker 0: Damit vergraule ich jeden.
Speaker 0: Sehr verdrecht, ich muss aufpassen, was ich sage.
Speaker 0: Du musst auch schon denken, dass ich ein bisschen überspannt bin.
Speaker 0: Wie gesagt, ich finde es vollkommen in Ordnung, wie du zu sein, sagte Jean ruhig.
Speaker 0: Ein bisschen unbequem.
Speaker 0: Damit, damit kann ich was anfangen.
Speaker 0: Ach ja?
Speaker 0: Die in meinem Jahrgang offenbar nicht.
Speaker 0: Lilly schubt die Unterlippe vor und sah jetzt tatsächlich aus wie ein kleines Mädchen das Schmolte.
Speaker 0: Meine Zimmernachbarinnen können mir nichts abgewinnen.
Speaker 0: Und die Jungs, mit denen kann ich nichts anfangen.
Speaker 0: Denn mir jetzt auch noch Self entgleitet, stehe ich am Ende ganz alleine da.
Speaker 0: Was ist mit dieser Klicke, wollte Jean wissen, die vier Jungs von denen einer Remus Lupin heißt, Hast du zu denen auch keinen, äh, Draht?
Speaker 0: Unvermittelt fing Lily wieder an zu lachen.
Speaker 0: Unser vierblättriges Klebekleblatt?
Speaker 0: Ich fass es nicht.
Speaker 0: Du hast also schon die Rumtreiber kennengelernt?
Speaker 0: Beschämt senkte Jean in den Kopf, weil sie an ihren Fauxpas in der großen Halle dachte.
Speaker 0: Die Rumtreiber?
Speaker 0: Ja, sie nennen sich selbst so.
Speaker 0: Lily verdrehte die Augen.
Speaker 0: Weil sie, naja, genau das tun.
Speaker 0: Regeln brechen.
Speaker 0: sich nachts rausschleichen, um das Schloss nach Geheimgängen abzusuchen.
Speaker 0: Im verbodenen Wald sind sie auch schon erwischt worden.
Speaker 0: Keine Ahnung, wie viele Punkte Gryffindor schon wegen denen verloren hat.
Speaker 0: Wie kommt es, dass du schon weißt, wer die sind?
Speaker 0: Jean könnte Lily plötzlich nicht mehr ansehen.
Speaker 0: Du wirst es ja sowieso erfahren, meinte sie mit einem tiefen Seufzer und klöpfendem Herzen.
Speaker 0: Da kann ich's dir besser jetzt gleich sagen.
Speaker 0: Du machst es aber auch spannend.
Speaker 0: Was willst du mir denn sagen?
Speaker 0: Interessiert beugte sich Lily zu ihr hinunter.
Speaker 0: Ihre grünen Mandelaugen blitzten wie es marakte.
Speaker 0: Jean flüsterte fast, dass ich James Potter umarmt habe.
Speaker 0: So, jetzt war es heraus.
Speaker 0: Du hast was?
Speaker 0: Lilly schlug sich die Hände vor's Gesicht.
Speaker 0: Wieso?
Speaker 0: Wieso tust du so was?
Speaker 0: Es tut mir leid wirklich, sagte Jean klein laut.
Speaker 0: Ich habe ihn mit jemandem verwechselt, einem alten Freund.
Speaker 0: Sie räusperte sich und sprach rasch weiter.
Speaker 0: Sie sehen sich einfach unheimlich ähnlich, aber es war so wahnsinnig peinlich.
Speaker 0: Das, glaube ich, wer würde schon freiwillig James Potter umarmen.
Speaker 0: Aber wieso entschuldigst du dich dafür?
Speaker 0: Sie machte ein merkwürdiges Geräusch, als ob sie schluchzte.
Speaker 0: Aber halt, das passt ja nicht zu dem gerade gesagten.
Speaker 0: Also ich dachte, du, du wärst vielleicht ein bisschen.
Speaker 0: Jean sprach nicht weiter.
Speaker 0: Wieso flippte Lily nicht total aus?
Speaker 0: Was dachtest du?
Speaker 0: Lilly nahm die Hände vom Gesicht und begangen sich damit auf die Schenkel zu schlagen.
Speaker 0: Dass ich wie die meisten meiner Mitschülerin an Geschmacksverirrung leide.
Speaker 0: Sie warf ihren Kopf in den Nacken und brüllte buchstäblich vor Lachen.
Speaker 0: Diese Reaktion hatte Jean nicht im Geringsten erwartet.
Speaker 0: Aber er ist doch, er ist ein arroganter Wiederlegier, genau das ist er.
Speaker 0: Und mit diesen Worten ließ sich Lily Evans rückwärts auf den Steg fallen und strampelte mit den Beinen vor Vergnügen wie ein Baby-Phoenix, dem nicht bewusst war, dass er bereits in seiner eigenen Asche lag.
Speaker 0: Jean saß da mit offenen Mund und starte auf Lily hinunter, die noch immer rücklings auf dem Steg lag.
Speaker 0: Mit dem Strampeln hatte sie aufgehört, doch sie japste noch immer vollkommen außer Atem und hielt sich dem Bauch dabei.
Speaker 0: Und Jean, so bist meine Rettung.
Speaker 0: Genau das habe ich gebraucht.
Speaker 0: Mal wieder so richtig laut zu lachen.
Speaker 0: Danke.
Speaker 0: Komm, hilf mir mal auf, bitte.
Speaker 0: Allein schaffe ich es nämlich nicht.
Speaker 0: Völlig perplex gehorchte Jean und streckte ihr die Hand hin.
Speaker 0: Lilie zog sich daran hoch, strich sich mit der anderen Hand sein paar verirrte Haarstreinen aus dem Gesicht und hickste dabei geräuschvoll.
Speaker 0: Beim Merlin.
Speaker 0: Ich habe sogar einen Schluck auf.
Speaker 0: Ehrlich gesagt, tastete sich Jean sacht vor, weiß ich gar nicht, was daran jetzt so witzig war.
Speaker 0: Lilly wischte sich lachtrennen aus den Augen und von den Wangen.
Speaker 0: Verzei mir bitte, für dich muss das ganze schrecklich gewesen sein, wenn du so viel andere es mitgekriegt haben.
Speaker 0: Ich lache auch nicht über dich, ich lache, weil es ist so völlig absurd.
Speaker 0: Die halbe Schule hat es mitgekriegt.
Speaker 0: Jean verzog das Gesicht.
Speaker 0: Es passierte nämlich in der großen Halle, beim Mittagessen.
Speaker 0: Du erhärmster!
Speaker 0: Jetzt sah Lilly sie ausgesprochen mitleidig an.
Speaker 0: Da wirst du einiges an Schadensbegrenzung leisten müssen, wieder hickste sie und entschuldigte sich.
Speaker 0: Dafür ist es doch schon viel zu spät.
Speaker 0: und woher soll ich wissen, wie man Gedächtnisse löscht.
Speaker 0: Jean balte die Fäuste, als sie an den demütigenden Augenblick zurückdachte.
Speaker 0: Dieser Rehmus stand quasi direkt daneben.
Speaker 0: Und sie schluckte.
Speaker 0: Serious Black.
Speaker 0: Peter Pettigrewer war bestimmt auch dabei, oder?
Speaker 0: Ist das so ein kleiner Knubblicher?
Speaker 0: der nicht so recht zu den anderen passen will?
Speaker 0: Ja, genau der.
Speaker 0: Wollen tut er schon, fast ein bisschen zu viel, hängt ständig an deren Umhang zipfeln.
Speaker 0: Das meinte ich damit.
Speaker 0: Was hältst du von denen ein?
Speaker 0: Jean kaut ihn nervös am Daumenagel ihrer rechten Hand.
Speaker 0: Lilly bließ die Backen auf und ließ die Luft wieder entweichen.
Speaker 0: Nun ich, wo soll ich anfangen?
Speaker 0: Ruhig bei diesem Peter, schlug Jean vor, sie konnte ihren Neugier der Kaum bezähmen.
Speaker 0: Ach, wer ist ganz in Ordnung, plauderte Lilly.
Speaker 0: Allgemein ziemlich schüchtern.
Speaker 0: Einige aus dem Jahrgang Aubrey und so haben ihn anfangs immer gehänselt, einfach weil er so unscheinbar ist und ein leichtes Opfer abgibt.
Speaker 0: Remus, der meiner Meinung nach einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit besitzt, hat ihn dann immer verteidigt.
Speaker 0: Die Übrigen sind seinem Beispiel schnell gefolgt.
Speaker 0: Und irgendwie sind sie ihn dann nicht mehr los geworden bzw.
Speaker 0: haben sich an ihn gewöhnt.
Speaker 0: Jetzt sind sie allesamt dicke Freunde, angeblich.
Speaker 0: Er wurde also gemobbt, dieser Peter, sagte Jean wie zu sich selbst.
Speaker 0: Und ausgerechnet Remus Lupin kam ihm zu Hilfe.
Speaker 0: Was?
Speaker 0: Lily schaute leicht irritiert.
Speaker 0: Ich meinte, ich finde es seltsam, dass gerade dieser Remus... Nein, dieses Wort, sag es noch mal.
Speaker 0: Was wurde Peter?
Speaker 0: Äh, gemobbt, fragte Jean zackhaft.
Speaker 0: Was ist das für ein komischer Ausdruck, den habe ich noch nie gehört?
Speaker 0: wunderte sich Lily.
Speaker 0: Test aber doch nicht französisch, oder?
Speaker 0: Jean starte sie an.
Speaker 0: Oh je, Lily hatte recht.
Speaker 0: Mobbing war in der Tat ein englisches Wort, nur im Jahr neunzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehntelneinzehnt.
Speaker 0: Es musste sich ja jemand um meinen Fuß kümmern.
Speaker 0: Also, ich empfand diesen Junge nicht als Halbsoh-Charakter stark, wie du ihn gerade dargestellt hast, sondern ganz im Gegenteil als ziemlich unbeherrscht.
Speaker 0: Lily sogt scharf die Luft ein, ihr Gesicht war schlagartig ernst geworden, ernst und verschlossen.
Speaker 0: Dann ging es ihm nicht gut, erwiderte sie prompt.
Speaker 0: Er ist normalerweise nämlich der umgänglichste der ganzen Bande.
Speaker 0: Das hat Madame Promfrey auch gesagt, erinnerte sich Jean, aber zu mir war er richtig gehend fies.
Speaker 0: Peter mag er in Schutz genommen haben, aber mir gegenüber hat er ziemlich verletzende Bemerkungen über meine Zähne und meine Haare fallen lassen und ist irgendwann einfach abgezischt.
Speaker 0: Lilly säufzte, mit der Zeit wirst du feststellen, dass er nicht so ein Fiesling ist wie die anderen es sein können.
Speaker 0: Er ist im Grunde seines Herzens äußerst empfindsam und verantwortungsvoll, ganz anders als, na ja, als wenn er in dem Zustand ist.
Speaker 0: Was meinst du mit in dem Zustand?
Speaker 0: Na ja, so, ja zornig.
Speaker 0: Liliske sichs Ausdruckspiegelte deutlich ihren Wunsch wieder, Jean möge nicht weiter fragen.
Speaker 0: Mir gegenüber hat er behauptet, einen Fluchschaden zu haben, hakte Jean dennoch nach.
Speaker 0: Erschien mächtig stolz darauf zu sein, weißt du genaueres darüber?
Speaker 0: Dieser Blödmann, schnaubte Lily Leise, gerade ihn hätte ich für Klüger gehalten, als damit auch noch anzugeben.
Speaker 0: Aber ganz gleich, was es ist, woran er leidet, es braucht ehrlich gesagt niemanden, was anzugehen.
Speaker 0: Remus hat eben eine gewisse Wankelmütigkeit an sich.
Speaker 0: Wann immer er plötzlich gereizt und aufbrausend reagiert, brauche ich eigentlich nur….
Speaker 0: Lilly starte in die Luft, als würde sie den Himmel nach etwas absuchen, dann sah sie rasch wieder auf ihre Hände, die an einer morschen Planke herumfummelten.
Speaker 0: Wir haben doch alle irgendetwas Besonderes an uns, was uns ausmacht, findest du nicht?
Speaker 0: Bei ihm ist es eben der Jetzon.
Speaker 0: Aber meinst du, das stimmt mit dem Fluchschaden, der harte Jean?
Speaker 0: Ich habe ihn noch nie danach gefragt.
Speaker 0: antwortete Lily mit fester, jetzt sogar deutlich abweisend klingender Stimme.
Speaker 0: Wenn er krank ist, dann ist das seine Privatsache.
Speaker 0: Ich persönlich finde, er ist ein wirklich netter Kerl.
Speaker 0: Punkt.
Speaker 0: Sie klang so endgültig, dass Jean sich nicht traute, sie weiter über Lupin auszufragen.
Speaker 0: Komisch.
Speaker 0: Auch was das anging, hatte Poppy Pomfrey ähnlich reagiert.
Speaker 0: Und dieser Sirius?
Speaker 0: Was hältst du von dem?
Speaker 0: fragte sie stattdessen jetzt ebenfalls auf der Hut.
Speaker 0: Eine dickbauchige Wolke zog an der Sonne vorbei.
Speaker 0: Es wurde schlagartig kühl und sie rieb sich geistesabwiesend die Arme, auf denen sich eine Gänsehaut gebildet hatte.
Speaker 0: Und das nicht allein wegen der nun fehlenden Wärme.
Speaker 0: Lilly verdrehte die Augen.
Speaker 0: Serious ist der absolute Mädchenschwarm.
Speaker 0: Und weiß das auch.
Speaker 0: Ich werde mit dir selbst.
Speaker 0: in den vierten gibt es welche, die gern mit ihm gehen würden.
Speaker 0: Dabei ist er die meiste Zeit überall noch so ein Kind.
Speaker 0: Schwer zu sagen, ob er sich wirklich schon für Mädchen interessiert oder nur so tut und sie ihm im Grunde gleichgültig sind.
Speaker 0: Erstammt das seiner ganz vornehmenden Familie, die aber, so hört man, Dreckarmstecken hat.
Speaker 0: Rheinblüter, was meiner Meinung nach schon alles sagt.
Speaker 0: Die dunklen Künste verherrlichen.
Speaker 0: Doch er verliert kein Wort darüber.
Speaker 0: Lilly warf geradezu theatralisch die Arme in die Luft.
Speaker 0: Schweigt sich aus.
Speaker 0: Stattdessen hat er nur alberne Flausen im Kopf.
Speaker 0: Und James Potter ahmt ihn nach, all seine dämlichen Streiche, völlig unbesehen, dazu diese ganzen, unsäglichen Arroganzen.
Speaker 0: Deswegen nenne ich ihnen Gedanken auch den Serious Black für Arme.
Speaker 0: Sie kircherte davor gehaltene Hand.
Speaker 0: Die beiden bilden sich mächtig, was auf sich ein.
Speaker 0: Zugegeben, die sind rein vom Talent her gesehen, mit die besten Zauberer des ganzen Jahrgangs.
Speaker 0: Remus übrigens auch.
Speaker 0: Peter ist eher Durchschnitt, wie gesagt, sie ziehen ihn durch.
Speaker 0: Was bedeutet rein vom Talent her?
Speaker 0: Das soll heißen, dass sie sich im Unterricht nicht viel Mühe geben, ob gleich jeder von ihnen, Peter natürlich ausgenommen, das Potenzial zum Jahrgangsbesten hätte.
Speaker 0: Das musste dir mal vorstellen, allein drei davon im Gryffindor, dabei kriegt Ravenclaw doch eigentlich immer die wirklich klugen Köpfe ab.
Speaker 0: Klar, keiner mag Streber, fuhr sie fort, und bei diesem Satz zuckte Jean unwirklich zusammen.
Speaker 0: Aber sie tun eigentlich nur das, was sie unbedingt müssen.
Speaker 0: Das ist jetzt in der Mittelstufe noch nicht zu gravierend.
Speaker 0: Aber alle Lehrer liegen ihnen ständig damit in den Ohren, dass sie sich mehr anstrengen sollen.
Speaker 0: Ich bin auch nicht von schlechten Eltern, was Talent angeht, sagen sie.
Speaker 0: Dabei sind meine Eltern, wie gesagt, Muckel.
Speaker 0: Aber wenn du meine persönliche Meinung hören willst, und du hast ja bereits zugegeben, dass du das willst, hier grinst der Lilly wieder schelmisch, gegen Black, Lupin und Potter, aber ich keine Schnitte.
Speaker 0: Ist dieser Potter auch Rheinblüter?
Speaker 0: Und was ist mit Remos?
Speaker 0: Ich war auch mal Jahrgangsbeste, dachte Jean betrübt.
Speaker 0: Was würde nun daraus werden?
Speaker 0: Sollte sie sich dem vermeintlich so harten Konkurrenzkampf stellen?
Speaker 0: Oh, sie würde sich mit dem einen oder anderen hier nur zu gern ein kleines Wissensduell liefern.
Speaker 0: Oder hatte Dumbledore mit unterm Rad da bleiben, auch gemeint, dass sie sich in Zukunft nicht mehr im Unterricht hervortun dürfte?
Speaker 0: Warum hat er ihr da nicht gleich einen Unsichtbarkeitsumhang übergeworfen und sie in irgendeiner Ecke abgestellt, dass sie nur ja nicht auffiele?
Speaker 0: Bei Potter weiß ich es gar nicht genau, der interessiert mich nicht.
Speaker 0: Remus ist halb und halb.
Speaker 0: Ich glaube, sein Vater ist der Zauberer in der Familie.
Speaker 0: Du bist ja auch gut in der Schule, oder Jean?
Speaker 0: fragte Lilly dann zu allem Überfluss.
Speaker 0: Wo du doch jahrelang Einzelunterricht hattest?
Speaker 0: Weiß nicht, mummelte Jean.
Speaker 0: Mit der Praxis harbert es ein bisschen, glaube ich.
Speaker 0: Um sie herum war es inzwischen anhaltend schattig und kühl und beide Mädchen seien gleichzeitig zum Himmel hinauf, der sich während ihres Gesprächs unbemerkt immer mehr zugezogen hatte.
Speaker 0: War ja klar, meinte Lilly säufzend.
Speaker 0: Hier oben hält gutes Wetter nie lang an.
Speaker 0: Sieh mal die dunkle Wolkenwand dort hinten.
Speaker 0: In maximal zehn Minuten wird die hier sein.
Speaker 0: Sie band sich ihr Hals tuch enger und sah Jean an, die ebenfalls ihren Kragen aufstellte.
Speaker 0: Was meinst du, sollen wir wieder reingehen?
Speaker 0: Die Böen hier auf dem Gelände können ziemlich heftig werden und wie es aussieht, bringen sie Regen mit sich.
Speaker 0: Jean, die natürlich schon längst wusste, wie Hogwarts im Herbst sein konnte, war sofort einverstanden.
Speaker 0: Ja, besser gehen wir rein.
Speaker 0: Sie standen auf und schlossen sich den jüngeren Schülern an, die sich ebenfalls dazu entschieden hatten, den Steg zu verlassen und im Schloss Schutz vor den drohenden Niederschlägen zu suchen.
Speaker 0: In der Ferne konnte Jean sehen, wie eine kleine Gruppe von Schülern vor dem kleinen Baum stand, den Lilly ihr auf dem Weg zum See gezeigt hatte.
Speaker 0: Die Zweige des Baumes bewegten sich wie in einem Orkan, dabei war der zu erwartende Wind noch gar nicht so besonders stark.
Speaker 0: Jean konnte das wilde Schlagen der Äste und Zweige bis dorthin hören, wo sie sich mit Lilly befand.
Speaker 0: Ein dumpfes Knattern und Knirschen.
Speaker 0: Fast sah es so aus, als würde das Bäumchen ein Eigenleben führen und hätte sich just über etwas ziemlich geärgert.
Speaker 0: Dabei entledigte es sich dem letzten Rest gelber Blätter, die noch seine Krone zierten und nur wenige Augenblicke später beiden Mädchen um die Ohren wehten.
Speaker 0: Moment mal, konnte das!
Speaker 0: Ist das tatsächlich?
Speaker 0: Flüsterte Jean.
Speaker 0: Sie war so abgelenkt gewesen, dass sie Lilis Worten von vorhin gar nicht richtig zugehört hatte.
Speaker 0: Ron und Harry waren vor einem Jahr übelst von diesem Baum angegangen worden.
Speaker 0: Wie hatte sie das bloß vergessen können, obwohl auch Lupin behauptet hatte, von einem Baum tätig angegriffen worden zu sein?
Speaker 0: Nicht, dass sie dieses Dubiose gewächst zu den Dingen gehörte, die sie in Hogwarts vermisst hätte.
Speaker 0: Was fragte Lily mit erhobener Stimme gegen den rasch zunehmenden Wind an?
Speaker 0: Dieser kleine Baum, der so aggressiv mit den Essen abfuchtelt.
Speaker 0: Jean zeigte geradeaus.
Speaker 0: Hat er einen Namen?
Speaker 0: Klar, habe ich das nicht eben erwähnt.
Speaker 0: Das ist die peitschende Weide.
Speaker 0: Lilly verengte die Augen und starb jetzt ihrerseits zu den Schülern hinüber, fiel an der Zahl, die mit gezogenen Zauberstäben um den Stamm herumsprangen, als würden sie gegen den Baum kämpfen wollen.
Speaker 0: Diese Idioten.
Speaker 0: Der Baum ist wirklich gefährlich und sie benutzen ihn wie einen Abenteuerspielplatz.
Speaker 0: Dumbledore hat es allen untersagt, sich ihm auch nur zu nähern, nachdem das mit David passiert ist.
Speaker 0: Sind das nicht diese dahergelaufenen?
Speaker 0: fragte Jean.
Speaker 0: Lilly zog eine Augenbrau hoch.
Speaker 0: Du meinst die Rumtreiber.
Speaker 0: Ja, wer sonst?
Speaker 0: Drei große, dünne Jungs und ein kleiner Dicker.
Speaker 0: Und alle spielen sie mal wieder drauf, Gänger.
Speaker 0: Sie warf ihre rote Mähne zurück über ihre Schultern und stürmte an Jean vorbei, die Jungen nicht weiter beachtend.
Speaker 0: Jungs soll mal einer verstehen, mummelte Jean-Harblaut, als ob es nicht gereicht hat, erst vor zwei Tagen voll auf die Fresse bekommen zu haben.
Speaker 0: Jean!
Speaker 0: Lilith rätte sich wieder zu ihr um und schien nicht zu wissen, ob sie lachen oder weinen sollte.
Speaker 0: Du nimmst auch kein Blatt vor dem Mund, was?
Speaker 0: Remus Lupin aber anscheinend schon, antwortete Jean betont gleichgültig.
Speaker 0: Nie gegenüber hat er zumindest behauptet, er wäre von einem Baum verhauen worden, und so wie er außer, hatte er danach mindestens ein Dutzend Blätter im Mund.
Speaker 0: Leider gab Lily keinen weiteren Kommentar zu Remus Lupin ab, wie Jean fälschlicherweise gehofft hatte.
Speaker 0: Im Gegenteil, es hatte den Anschein, als würde sie das Thema bewusst meiden wollen.
Speaker 0: James Potter mochte sie uninteressant oder überheblich finden.
Speaker 0: Jeans Meinung nach schlossen sich diese beiden Eigenschaften aus.
Speaker 0: Doch Lupin schien Lilly aufrichtig zu mögen und deswegen unter Umständen auch Informationen zurückzuhalten, die sie über ihn hatte.
Speaker 0: Doch was den Regen anging, behielt sie recht.
Speaker 0: Die zwei Mädchen alten gerade die Stufen zum Eichenportal hoch, als der eben noch blaue Himmel binnen Sekunden seine Schleusen öffnete.
Speaker 0: Mit den beiden suchte der Großteil derer, die sich ebenfalls im freien Aufgehalten hatten, Schutz in der weitläufigen Eingangshalle.
Speaker 0: Inmitten der dicken Mauern war es plötzlich ziemlich duster und fehlte alte Herbei, um dort und im Treppenhaus, wo es ebenfalls keine Fenster gab, Fackeln anzuzünden.
Speaker 0: Dabei strich ihm Mrs.
Speaker 0: Miller um die Beine, doch als sie irgendwann den Kopf wandte und Jean erblickte, blieb sie wie angewurzelt stehen, mit vorgeregter Tatze, So, als hätte sie ein Tittertitt mit einem Basilisten gehabt, dabei aber vermieden, ihm allzu tief in die totbringenden Augen zu sehen.
Speaker 0: Durch die geöffneten Flügel-Türen zur großen Halle konnte Jean ein Stück der verzauberten Decke sehen und beobachten, wie dort oben, die Wolken einander jagten.
Speaker 0: Nach einem Blitz, wo dessen ihrem Inneren gleißend hell, der Widerschein, hing zwei Sekunden lang Zittern zwischen den Wänden, Und Jean musste unwikürlich an einen Auftritt denken, den Gildewald Lockhart im Jahr zuvor, also vor neunzehn Jahren, bei Flawish und Blotz gehabt hatte.
Speaker 0: Ob der hier auch irgendwo herumlungerte und sich zwischen seinen Mitschülern wie ein noch ungeschliffener Rodiamant vorkam?
Speaker 0: Jean bezweifelte, dass Lockhart schon alt genug für die erste Klasse war, doch sie würde Lilly zur Sicherheit fragen, irgendwann, wenn es nicht aufhiel.
Speaker 0: Draußen rollte der Donner.
Speaker 0: Nun kamen, wie es aussah, auch Schülerinnen und Schüler direkt vom Quidditch-Feld auf ihren Besen in die Halle hineingeflogen.
Speaker 0: Manche trugen Trainingsumhänge in den Farben ihrer jeweiligen Häuser.
Speaker 0: – Magst du quidditched?
Speaker 0: fragte Lily neben ihr, und Jean, ganz in Gedanken, zuckte unmerklich zusammen.
Speaker 0: – Nein, ich habe ehrlich gesagt keinen sonderlich guten Sitz auf dem Besen, musste sie zugeben.
Speaker 0: Ich sehe es mir gern ab und zu mal an, aber selbst spielen?
Speaker 0: Nein, ich lese viel lieber.
Speaker 0: Bei mir ist es ähnlich, informierte Lilisi.
Speaker 0: Das heißt, ich mag meinen Besen unheimlich und möchte nicht ohne ihn sein, aber Quidditch ist für mich einfach nur ein Albana völlig überbewerteter Sport.
Speaker 0: Nimm mal diese Suche als Beispiel.
Speaker 0: Die werden in den Himmel gelobt nach jedem gewonnenen Spiel.
Speaker 0: Dabei haben sie nur eine einzige Aufgabe.
Speaker 0: Naja, im Grunde zwei.
Speaker 0: Fall in der Gegend rumfliegen und irgendwann mal eine komische gefiederte Kugel fangen.
Speaker 0: Gelingt ihnen das, sind sie plötzlich Helden.
Speaker 0: soll mal einer kapieren.
Speaker 0: Jean, die im Grunde endlich dachte, musste lächeln.
Speaker 0: Da ist was wahres dran.
Speaker 0: War nicht James Potter auch ein außergewöhnlich guter Quidditch-Spieler gewesen, ebenso wie sein Sohn, zwanzig Jahre später?
Speaker 0: Auf Lily schien es zumindest nicht, die Bohne Eindruck zu machen.
Speaker 0: Jean musste sich einen Grinsen verkneifen.
Speaker 0: Gut Ding will eben Weile haben.
Speaker 0: Da es noch mitten am Nachmittag war, bot Lily an, ihr das Schloss von den Kerkern zu den Zinnen zu zeigen.
Speaker 0: Und Jean, die die Anwesenheit des aufgeschlossenen Mädchens mehr Genoss als es gut für sie beide war, willigte ohne zu zögern ein, obwohl sie eine Besichtigungstour natürlich nicht nötig gehabt hätte.
Speaker 0: Vorbei an der ominösen Slytherin Toilette ging es den Gang und eine Treppe hinab zu den Kerkern und Slakorns Büro.
Speaker 0: Der Küche, in die sie natürlich nicht hineinkamen, da die Hauselfen sie streng unter Verstoß hielten, und den Quartieren der emsigen kleinen Köche und Raumpfleger.
Speaker 0: Das Erdgeschoss war schnell abgefrühstückt und das Evansmädchen fuhr ein Stück höher mit seiner Schlossführung fort.
Speaker 0: Nun, viel hatte sich wie gesagt nicht verändert.
Speaker 0: Prof.
Speaker 0: McGonagalls Büro befand sich noch immer unweit des Treppenaufgangs, auch viele der Statuen, Rüstungen und Gemälde waren dieselbe wie zwanzig Jahre später.
Speaker 0: Während die Mädchen sich auf den beweglichen Treppen, manchmal sogar buchstäblich, Von Etage zu Etagehangelten oder hinter Teppichen und in Sockeln verborgenen Stiegen benutzen, erklärte Lily Jean, wo sich die Büros der jeweiligen Lehrer und die verschiedenen Klassenräume befanden.
Speaker 0: Sie gab Anekdoten über ein paar der Lehrkräfte zum Besten, die Jean teilweise bereits kannte, teilweise aber auch nicht.
Speaker 0: Bei den ihr unbekannten Lehrern wie Prof.
Speaker 0: Luke Schaser Professor Himmelsstürmer, der jungen Astronomie-Lehrerin oder Professor Eulenbeule, der Muggelkunde unterrichtete, hörte sie besonders aufmerksam hin.
Speaker 0: Obwohl sie noch immer darum kämpfte, im Hogwarts der Siebziger überhaupt einen Besen an die Erde zu kriegen, war sie neugierig auf den Unterricht der ihr unbekannten Lehrkräfte.
Speaker 0: und das wurmte sie, dass sie noch mehr als zwei volle Tage warten musste, um den einen oder anderen davon näher kennenlernen zu dürfen.
Speaker 0: So gingen sie die einzelnen Stockwerke durch.
Speaker 0: Zum Schluss kamen die Türme dran.
Speaker 0: Den, in dem sich Dumbledores Büro und seine Privaträume befanden, konnten sie selbstverständlich nicht betreten.
Speaker 0: Der steinnende Wasserspeier, der dort wache hielt, sah nicht so aus, als würde er eine Stipfvisite zweier Schülerinnen beim Schuldirektor für eine gute Idee halten.
Speaker 0: Genauso wenig wie den Ravenclaw-Turm, für den sie kein Passwort hatten.
Speaker 0: Dafür jedoch den Astronomie und den Südturm.
Speaker 0: Im Erstgenannten befand sich die kleine Sternwarte mit den Teleskopen, die auch als Klassenzimmer benutzt wurde.
Speaker 0: Im Südturm dagegen, unter anderem das Klassenzimmer für Verwandlung.
Speaker 0: Lilly wusste ganz allgemein recht viele nützliche Dinge zu erzählen.
Speaker 0: Als Letztes kamen sie im Nordturm unter einer Falltür zu stehen, die einige unschöne Erinnerungen in Jean-Wachrief.
Speaker 0: Wer unterrichtet eigentlich Wahrsagen in Hogwarts, erkundigte sie sich bei ihrer Führerin.
Speaker 0: Früher am Tag hätte sie darauf gewettet, dass es Sybil Trelawney war, doch Olivenda hatte ihr ja bereits zu verstehen gegeben, dass das ein Irrtum war, etwas, was Jean ehrlich überrascht hatte.
Speaker 0: Doch Trelawneys Alter war nicht zuletzt wegen ihrer enormen Brille und den Gläsern, die ihre Augen aufs Lächerliste verzerrten, wie bei einem Insekt, schwer zu bestimmen.
Speaker 0: Anscheinend machte die sie älter als sie in Wirklichkeit war.
Speaker 0: Sein Name ist Malachi M. Murphy, klärte Lily Jean auf, Das zweite M steht für Mopsos.
Speaker 0: Kannst du dir das vorstellen?
Speaker 0: Ein Ehre, der behauptet, seine Wurzeln lägen im antiken Griechenland.
Speaker 0: Wenn du mich fragst, hat er sich den Namen selbst gegeben, sagte sie mit einem Schulterzucken.
Speaker 0: Als Antwort schüttelte Jean den Kopf, hörte jedoch nur mit halben Ohr hin.
Speaker 0: An Wahrsagen war sie nicht interessiert.
Speaker 0: und sie würde einem Hochstabler, der sich selbst nach zwei in der bekanntesten Seeer benannt hatte, die die Welt je gesehen hatte, keine Bühne bieten, auf der er sich auf Kosten ihrer persönlichen Bildung profilieren konnte.
Speaker 0: Und wie ist er so?
Speaker 0: fragte sie mäßig interessiert.
Speaker 0: Mit den Kapfen, den Wolken bzw.
Speaker 0: den Nebeln der Zukunft gab Lily Grinsen zurück, schnell beleidigt.
Speaker 0: Ich habe mich einmal versprochen und anstatt ovomanti, ovomaltine gesagt.
Speaker 0: Da hatte mich zwei Wochen lang nicht eines Blickes mehr gewürdigt.
Speaker 0: Sie schnaubte gering schätze ich bei der Erinnerung.
Speaker 0: Unter uns nennen wir ihn nur den Mops, nicht nur weil er eine gute Spürnase hatte, und die hatte wirklich, denn er wird da zu einiges, was da vor uns liegt, sondern weil er so fett und kurzatmig ist, dass er kaum die Trittleiter hochkommt.
Speaker 0: Ich glaube, der macht es nicht mehr allzu lange.
Speaker 0: Er selbst gibt sich noch sieben Jahre, dann wird jemand anderes kommen.
Speaker 0: Vielleicht behält er ja recht mit seiner Weissagung.
Speaker 0: Mag gut sein, nur wird es danach nicht unbedingt besser.
Speaker 0: Warum nimmt er nicht einfach ein anderes Klassenzimmer?
Speaker 0: fragte Jean halbherzig.
Speaker 0: Angeblich hatte Raum dort oben gerade die, äh, richtigen Schwingungen.
Speaker 0: Lilly verbiss sich ein herablassendes Grinsen.
Speaker 0: Ich merk schon, du hast es nicht so mit Schwingungen.
Speaker 0: Und noch etwas, worin wir uns ähnlich sind.
Speaker 0: Jean enthielt sich eines Kommentars.
Speaker 0: Es wäre ihr lieber gewesen, sie und Lilly wären wie Feuer und Wasser.
Speaker 0: Nun.
Speaker 0: Im Grunde waren sie genau das, die hübsche Lille mit ihrem flammen Haar und den grünen, fast katzenhaften Mandelaugen.
Speaker 0: und dann sie, die auf andere den Eindruck eines Schlucks Wasser in der Kurve machen musste.
Speaker 0: Es war nicht gut, dass die beiden sich im Inneren so ähnlich waren, denn gleich und gleich gesellte sich eben gern.
Speaker 0: Oder Eulen mit ähnlichem Federkleid machen sich auf derselben Stange breit, wie man in der magischen Welt so schön sagte.
Speaker 0: Wieder konnte Jean nur den Kopf über Dumbledos leicht sind schütteln, Was hatte der sich bloß dabei gedacht, sie nach Gryffindor zu stecken?
Speaker 0: Apropos Schwingungen, meinte Lilly Gutgelaunt neben ihr.
Speaker 0: Eilen wir also beschwingt weiter zurück in die große Halle, denn es ist Zeit fürs Abendessen.
Speaker 0: Schon?
Speaker 0: So hoch oben wie sie waren, konnte man den Regen, gemischt mit Graupe, auf die Dächer des Schlosses niedergehen hören.
Speaker 0: Jean zogfröstend die Schultern hoch und den Kopf ein, doch das hatte nichts mit dem Regen oder der Kält in den Korridoren zu tun.
Speaker 0: Ich würde am liebsten nicht hingehen.
Speaker 0: murmelte sie, während sie den Gang entlang zurück in Richtung der Treppe liefen.
Speaker 0: Wegen der Sache mit James, Lily lachte, wenn ich dir einen Rat geben darf, halte es so wie ich und tu so, als wäre nie was passiert.
Speaker 0: Ich wette, Potter bildet sich eine Menge auf die Begegnung ein.
Speaker 0: Habt ihr ja vorhin schon erzählt, wie sehr serious Black nachahmt?
Speaker 0: Die ganze Truppe ist einfach so unreif.
Speaker 0: Na ja, abgesehen von Remus, dem armen Tropf.
Speaker 0: Mit einem unguten Gefühl im Magen näherte sich Jean der großen Halle, aus der bereits Stimmengewür, Besteckgeklapper und das Quetschen von hin und her rückenden Banken drang.
Speaker 0: Augen zu und durch, sagte sie sich, und so schritt sie äußerlich ruhig, innerlich jedoch bebend von Nervosität, erst am vollbesetzten Slytherin, dann am Hufflepuff und Ravenclaw-Tisch vorbei.
Speaker 0: Niemand rief ihr etwas hinterher, Und doch hatte sie den Eindruck, als würden hier und da Elbogen benutzt, um Unaufmerksame auf ihr Scheinen hinzuweisen.
Speaker 0: Sie hörte einige Psts und sieh mal.
Speaker 0: Und leider war der hintere Teil ihres Haustisches komplett besetzt, sodass sie Lilly hinter drei enttrotten und ziemlich weit vorn in der Nähe des Lehrertisches Platz nehmen musste.
Speaker 0: Wie schon beim Mittagessen wählte sie ihre Sitzposition so, dass sie mit dem Rücken zur gesamten Schülerschaft saß.
Speaker 0: Lily setzte sich ihr Gegenüber, sodass sie dieses Mal nicht die dunklen Steinwände anstarren musste, was eine nicht unerhebliche Verbesserung war.
Speaker 0: Trotzdem traute sie sich nicht, den Kopf nach rechts zu drehen, wo sie dem eifrigen Murmeln und unverholenen Gelächter nach die Rumtreiber vermutete, wie Lily die vier Jungs genannt hatte.
Speaker 0: Stattdessen konzentrierte Jean sich auf das Essen, das Dampfend in Schüsseln und auf Tablets vor ihr lag und verführerisch duftete.
Speaker 0: Das hier Jean ist übrigens Mary MacDonald, meinte Lilly, nachdem beide sich aufgetan hatten und wie es auf eine unscheinbares Mädchen mit braunen Zöpfen zwei Plätze links von ihr.
Speaker 0: Sie ist auch in der dritten und demselben Schlaf, sei wie du und ich.
Speaker 0: Mary grüßte freundlich und tat ihre Überraschung darüber kund, wie es sein konnte, mitten im ersten Trimester eine neue Mitschülerin zu bekommen.
Speaker 0: Indem Jean ihr Standardprogramm abspulte, stellte sich bei ihr eine gewisse Sicherheit ein, die sie von den Geschehnissen weiter unten am Tisch ablenkte.
Speaker 0: Mary gegenüber saß eine Schülerin mit dunkelbraunen Augen, getönte Haut und glattem glänzend schwarzem Haar, das sie bis zu den Hüften hinab fiel.
Speaker 0: Jean war nicht überrascht, als Lilly sie ihr als Priya Patil vorstellte.
Speaker 0: Sie war das Ebenbild der Zwillinge Pavati und Padma, also höchstwahrscheinlich deren Mutter.
Speaker 0: Als die beiden älteren Mädchen zwischen ihnen sich erhoben, weil sie weiter vorn am Tisch ein paar Klassenkameraden ersperrt hatten, rückten die vier Mädels zusammen und Jean fühlte sich gleich noch ein bisschen besser.
Speaker 0: Zwar beäugten Mary und Priya etwas irritiert ihre Kurzhalvresur und sie konnte sehen, wie zumindest Mary auf der anderen Seite des Tisches kurz ihre Nase krosszog, doch sie hätte größere Probleme, als sich über solche Kinkelitzien zu ärgern.
Speaker 0: Über eine Stunde lang saßen die vier zusammen, aßen, tranken und redeten über alles Mögliche.
Speaker 0: Jean selbst sagte nicht viel, lieber ließ sie die anderen erzählen und erfuhr so ganz nebenbei ein paar kuriose Dinge über das Leben im Hogwarts der Siebziger.
Speaker 0: Zum Beispiel, dass es noch Noten in Betragen gab und dass Professor Kloch Schäser Sirius damit gedroht hatte, ihm ein Troll zu verpassen.
Speaker 0: Falls er nicht aufhörte, zwischen den Unterrichtsstunden auf den Gängen herum zu zaubern.
Speaker 0: Oder, dass es bis vor zwei Jahren ein Pflichtfach namens Theorie der dunklen Künste gegeben hatte, welches mittlerweile nur noch wahlfach war und von dem es obendraan hieß, es wäre der Ende des Schuljahres ganz aus dem Lehrplan verschwinden.
Speaker 0: Oder, dass Prof.
Speaker 0: Slakor neben Zaubertränke auch noch das Fach Alchemie unterrichtete und Prof.
Speaker 0: Flitwick Latein.
Speaker 0: Letzteres versetzte Jean fast in Hochstimmung, die nur dadurch gedämpft wurde, dass sie sich schmerzlich bewusst machte, ihren Zeitumkehrer schwerlich für all diese Fächer benutzen zu können.
Speaker 0: Sie würde Prof.
Speaker 0: McGonagall am Montag als allererstes fragen, ob und wie sie es schaffen konnte, all die Fächer zu belegen, die ihr in der Zukunft entgangen waren.
Speaker 0: In dem Moment, als sie darüber nachsahen, kam ihr ein ungeheuerlicher Gedanke und sie hörte abrupt auf, ihren Steak und Nierenauflauf zu kauen.
Speaker 0: Morgen früh musste sie unbedingt als Allererstes in die Bibliothek gehen und sich über etwas informieren.
Speaker 0: Je leerer es in ihrem Rücken wurde, desto stärker verspürte Jean das unheimliche Gefühl, sich umdrehen zu müssen.
Speaker 0: Zumal auch Lilly ihr Gegenüber ab und zu Blicke in die selbe Richtung warf.
Speaker 0: Während Mary und Brüder von Hawksmit erzählten, spürte sie alleinhalb ein bohrendes Gefühl im Hinterkopf.
Speaker 0: Doch, doch, als sie endlich wagte, über ihre linke Schulter zu schauen, sah es niemand mehr hinter ihr außer zwei Hufflepuffs, die ihr jedoch ebenfalls den Rücken zugekehrt hatten.
Speaker 0: Als sie daraufhin den Kopf in die entgegengesetzte Richtung drehte, sah sie nur noch jeweils eine Handvoll Schüler an den Enden der vier Tischen zusammensetzen oder stehen.
Speaker 0: Und dasselbe tun wie sie.
Speaker 0: Lily, Mary und Prüa, nämlich sich angeregt zu unterhalten und dabei zu lachen und zu scherzen.
Speaker 0: Seltsam.
Speaker 0: Erst als sie den Hals so weit zurückbog, dass sie ihn sich fast verrenkte, dafür aber den Ausgang sehen konnte, nahm sie den dünnen, bleichen Jungen wahr, der sich mit einem letzten Blick zu ihnen hinüber durch die Doppeltüren schob, wobei sein schwarzes Haar wie ein fettiger Vorhang vor sein Gesicht schwang und sich somit jeans neugierigen Augen entzog.
Speaker 0: Kapitel forty-four.
Speaker 0: Wieso erst ein Imbolk?
Speaker 0: Der Rest des Abends verlief geradezu beunruhigend harmonisch.
Speaker 0: Im Aufenthaltsraum stießen die vier Mädchen bei ihrer Rückkehr vom Abendbrot auf Bredika ihre Zimmergenossin aus Bulgarien, die für das dritte Schuljahr von Durmstrang gekommen und aus Gründen, die keines der Mädchen zu begreifen schien, nach Gryffindor gekommen war.
Speaker 0: Sie saß allein an einem der wackeligen runden Tische und lernte, Englisch wie Jean-Bernérem hinsen feststellte.
Speaker 0: Nachdem Lily Jean auf sie aufmerksam gemacht hatte, gingen sie hin, um sich ihr vorzustellen.
Speaker 0: Bredika machte auf sie einen netten Eindruck, allerdings sagte sie nicht besonders viel, obwohl ihr Englisch besser war, als Jean angenommen hatte.
Speaker 0: Das Mädchen mit den dunklen Locken und dem schmalen, länglichen Gesicht schien sich selbst genug zu sein.
Speaker 0: Was Bredi Kaiser jedoch wissen ließ, war, dass es wichtig für sie sei, Englisch in Perfektion zu beherrschen, weil sie sich später gern dem weiten Feld der Beziehungen zwischen den magischen Gemeinschaften unterschiedlicher Länder widmen wollte.
Speaker 0: Sie war schon fünfzehn und wäre am Durmstrang-Institut bereits in der vierten Klasse gewesen, hatte aber wegen ihrer rudimentären Lateinkentnisse, unerlässlich für Fächer wie Zauberkunst und Verwandlung, in Hogwarts eine Jahrgangsstufe darunter anfangen wollen.
Speaker 0: Jean erfuhre, dass man keineswegs davon ausgehen konnte, dass Zaubersprüche immer und überall lateinischen Ursprungs waren, sondern wahlweise Altgriechisch, Slavisch oder sogar Finno-Ugrisch.
Speaker 0: Jean selbst war fein raus, da Borksbarten dieselbe Zaubersprache benutzte wie Hogwarts, nämlich Latein, weswegen sie nicht auch noch vorgeben musste, in einer anderen Sprache zaubern zu können.
Speaker 0: Und hätte Lilie ihr nicht vom schlechten Rufdurmsstranks erzählt, hätte sie nicht über Lust verspürt, sich direkt am kommenden Montag um einen Platz im magischen Austauschprogramm zu bemühen, nur um von hier wegzukommen.
Speaker 0: Außerdem hätte sie Bredika unheimlich gern nach ihrer eigenen Meinung gefragt, was die Gerüchte rund um die Nordische Zauberschule betraf.
Speaker 0: Doch da die beiden einander überhaupt nicht kannten, wäre Jean die Nachfrage taktlos erschienen.
Speaker 0: Und obwohl sie Bredika nicht als angenehmen Menschen empfand, hatte sie etwas an sich, was andere nicht gerade einlut, ihr näherzukommen, eine Art Aura der Selbstständigkeit, gar Überlegenheit, die man jedoch erst auf den zweiten Blick wahrnahm.
Speaker 0: Vielleicht lag es daran, dass sie älter war und in einem vollkommen anderen Umfeld groß geworden, doch das konnte Jean nicht überprüfen, denn Bredika redete zwar relativ viel über die Schule, jedoch ließ sie kaum ein Wort über ihre rumänische Herkunft fallen.
Speaker 0: Jean musste sie wohl oder übel bewundern, wenn obwohl beide Mädchen mehr oder weniger im selben Boot saßen, machte Bredika nicht den Eindruck, als bräuchte sie ihre Mitmenschen, um klarzukommen, etwas, was Jean durchaus an sie selbst erinnerte, bevor das Malleur mit dem Zeitumkehrer passiert war.
Speaker 0: Sie war auch schon immer recht selbstständig gewesen, hatte nie jemanden gebraucht, der ihr sagte, wo es lang ging.
Speaker 0: Doch der Kontrollverlust über die Zeit hatte sie dermaßen in ihren Grundfesten erschüttert, dass sie sich geradezu an Lilly Evans herangeschmissen hatte, rein emotional gesehen.
Speaker 0: Sie bezweifelte, dass Lilly überhaupt aufgefallen war, denn im Grunde hatte diese etwas ganz Ähnliches bei Jean getan.
Speaker 0: Vereinstet wurde Jean auch hier im Gemeinschaftsraum neugierig angestarrt, vor allem von älteren Mitschülern, denen ihr Gesicht nichts sagte.
Speaker 0: Doch wann immer Lilly solch einen Blick aufging, erklärte sie den Sternden, wer Jean war, und stellte sie sogar vor, wofür Jean ihr sehr dankbar war.
Speaker 0: Gleichermaßen dankbar war sie für die Tatsache, dass sich keiner der sogenannten Rumtreiber hier oben herumtrieb.
Speaker 0: Draußen war es schon längst stockdunkel und Lilly hatte ihr bestätigt, dass Drittklässler um spätestens halb neun im Gryffindor-Turm zu sein hatten, genauso wie Jean es aus dem Jahre nineteenhundertdreiundneinzig gewohnt war.
Speaker 0: Doch inzwischen war es fast neun und unter denen, die noch fehlten, war ganz eindeutig James Potter, Sirius Black, Remus Lupin und der Pettigrew-Junge.
Speaker 0: Jean führte sich von dem ereignisreichen Tag wie erschlagen und bedeutete Lili mit einem kurzen Winken, dass sie ins Bett gehen würde, woraufhin diese ihr zurief.
Speaker 0: Sie wolle das freie Wochenende nutzen, um lange aufzuleiben, ein paar Verwandlungszauber zu üben, die sie perfektionieren wollte, zu lesen und einen Brief an ihre Eltern und ihre Schwester zu schreiben.
Speaker 0: Bredica, Mary und Pria schienen ebenfalls nicht vor, zu haben, sich bald hinlegen zu wollen.
Speaker 0: Er leichtert bei dem Gedanken, oben im Schlafsal ungestört zu sein, gegen Jean gähnend die Wendeltreppe hinauf.
Speaker 0: Im Schlafsal angekommen, entfachte sie sämtliche Facken dort und packte diesmal ihren gesamten Koffer aus.
Speaker 0: Dumbledore hatte sich wirklich nicht lumpen lassen.
Speaker 0: Die Kleidungsstücke und Assessoires, die sie jetzt besaß, waren hochwertig und passten sogar einigermaßen zu ihr, obwohl Jean glaubte, dass es seine Zeit dauern konnte, bis sie sich dem Diktat der Siebziger-Mode unterworfen haben würde.
Speaker 0: Sie probierte die orangefarbenen Plateauschtiefel an, wackelte und schwankte wie betrunken, zweimal auf ihnen durchs Zimmer.
Speaker 0: Absolut nicht ihr Ding.
Speaker 0: Aber vielleicht war es mit hohen Absätzen wie mit dem Zaubern, nämlich, dass Übung den Meister machte.
Speaker 0: Vor der Erleichterung darüber, sich nicht schon wieder eine Bänderdehnung zugezogen zu haben, ließ sie die Schuhe in ihrem Koffer verschwinden.
Speaker 0: Durch das Fenster zwischen Ehrem und Lillys Bett warf sie einen Blick auf die dunklen Schlossgründe hinab, und gewahrte auf der äußersten linken Seite ein paar kleine gelbe Vier-Ecke die hell erleuchteten Fenster von Hagrid's Hütte.
Speaker 0: Eine Welle der Sehnsucht und der Traurigkeit erfasste sie.
Speaker 0: Hagrid war ebenso ein Freund wie Harry und Ron ihre Freunde waren, doch sie hatte es heute Nachmittag vermieden, zu ihm zu gehen, als sie die Gelegenheit dazu gehabt hatte.
Speaker 0: Doch es war besser so.
Speaker 0: Sie musste dem großen sanften Wildhüter aus dem Weg gehen, der glücklicherweise auch nicht ihr Lehrer in pflegemagischer Geschöpfe werden würde, denn Prof.
Speaker 0: Kesselbrand war ja noch da, ein Lehrer, an den sie sich vom See in erinnerte, da er in ihrem ersten und zweiten Jahr noch ein Hogwarts unterrichtet hatte, bevor er in den Ruhestand gegangen war.
Speaker 0: In der Hölze Natur neben ihrem Bett stieß Jean auf das Stück versiegeltes Pergament, das sie heute Mittag auf ihrem Bett vorgefunden hatte und das ihre Namen trug.
Speaker 0: Erst jetzt nahmen sie sich die Zeit, es näher zu studieren.
Speaker 0: Gerade wollte sie das Siegel erbrechen, als unter dem mit Tinte geschriebenen Miss Pearlman eine weitere Zeile sichtbar wurde.
Speaker 0: Erst am Morgen vor Imbolk öffnen, stand da, und die Schrift wurde umso dunkler und klarer, je länger Jean das Stück Pergament in der Hand hielt.
Speaker 0: Sie stieß einen laut der Überraschung, ja, Verzweiflung aus.
Speaker 0: Imbolk, das war doch erst im Februar, sie hatten doch am Mittwochabend erst am Heim gefeiert, Das hieß Dumbledore ging davon aus, dass sie mindestens drei Monate lang hier festsetzen würde.
Speaker 0: Jeans Magen krampfte sich vor Angst zusammen.
Speaker 0: Das hieß für sie Däumchen zu drehen in einer Situation, in der sie einen wahren Schurken direkt vor ihrer Nase sitzen hatte und nichts tun konnte, nichts tun dürfte.
Speaker 0: Serious Black würde es in der Zukunft sicher nicht bei dem einen Versuch belassen, Harry in seine Hände zu bekommen, ihn vielleicht sogar an Ort und Stelle zu töten.
Speaker 0: Den ganzen Tag hatte sie versucht, nicht darüber nachzudenken, weil sie nicht ständig zweigleisig denken konnte, wollte sie nicht den Verstand verlieren.
Speaker 0: Hatten die Lehrer den Eindringling aus der Halloween-Nacht überhaupt erwischt?
Speaker 0: Jean hegte berechtigte Zweifel an dieser Annahme.
Speaker 0: Serious Black mochte in Askaban verrückt geworden sein, doch der junge Black strahlte etwas aus, etwas aufrechtes, schwer bezwingbares, und bedrohlich ruhiges, was sie in der Annahme bestärkte, dass er nicht einfach aus einer Laune heraus handelte oder gar aus purer Mordlust, sondern das Kalkül dahinter steckte.
Speaker 0: Ach, könnte sie nur dafür sorgen, dass dieser schwer zu dich schauende Typ rechtzeitig unschädlich gemacht würde, solange sie die Chancen dazu hatte.
Speaker 0: Warum eigentlich sollte er den Sohn eines seiner besten Freunde zwanzig Jahre später umbringen wollen?
Speaker 0: Was steckte hinter dem tiefen Fall des Serious Black?
Speaker 0: Konnte es mit Lilly zu tun haben?
Speaker 0: Würde sich Black ebenfalls in die hübsche junge Hexe verlieben und es James nie verzeihen, letztendlich das Rennen gemacht zu haben?
Speaker 0: Doch für Daylight-Mutmaßungen war es noch zu früh, musste Jean sich eingestehen.
Speaker 0: Sie würde in das Hogwarts der Siebziger eintauchen müssen, um zu verstehen, wie die Mitglieder der Klicke rund um Harrys Vater gestrickt waren und sich gleichzeitig zurücknehmen, um den Dingen nur ja ihren Lauf zu lassen.
Speaker 0: So seltsam sie es fand, dass Lilis Abscheu James gegenüber überzeugend klang, ob er wirklich echt war, konnte sie nicht mit Sicherheit sagen, da sie die zwei noch nicht hatte interagieren sehen.
Speaker 0: Vielleicht spielte Lilia auch bloß, dass ich bin schwer zu kriegen, Spiel, und war James in Wahrheit schon völlig verfallen.
Speaker 0: Sie sind alle noch so jung, ermahnte Jean sich.
Speaker 0: Wir sind so jung.
Speaker 0: Und werden noch fast fünf Jahre gemeinsam zur Schule gehen.
Speaker 0: Nicht jeder entwickelt schon im Alter von dreizehn romantische Gefühle.
Speaker 0: Wie aufs Stichwort viele plötzlich run ein.
Speaker 0: Sie hätte nicht wirklich sagen können, was es war, was Anfang dieses Schuljahres in ihr aufgekeimt war.
Speaker 0: Sie hatte Dinge an ihm wahrgenommen, die sie vorher nicht wahrgenommen hatte und mehr über ihn nachgedacht, als sie üblicherweise an ihn dachte.
Speaker 0: Aber war das wirklich etwas Besonderes?
Speaker 0: Während der Sommerferien hatte sie sich sehr darauf gefreut, ihn wiederzusehen, Doch hatte das vielleicht auch einfach nur darin gelegen, dass sie sich streckenweise ziemlich gelangweilt hatte, ohne den Unterricht in Hogwarts und die Erlaubnis, Magie benutzen zu dürfen?
Speaker 0: Auf Harry hatte sie sich schließlich ebenfalls wahnsinnig gefreut, oder etwa nicht.
Speaker 0: Der Imbulk-Zettel beunruhigte Jean zutiefst, stellte er doch das Unvermögen Dumbledos da, ihr Zeitnah zurück in die Zukunft zu helfen.
Speaker 0: Warum hat er überhaupt ein konkretes Datum genannt?
Speaker 0: Sie sollte also am Morgen des ersten Februar im kommenden Jahr das blutrote Siegel erbrechen, dieses Stück Pergament lesen und danach handeln, was auch immer es enthalten mochte.
Speaker 0: Frustriert trat sie gegen die Eisen beschlagene Truhe, stauchte sich aber nur den großen Zee dabei.
Speaker 0: Nachdem Jean-Al ihre Besitztümer geordnet und neu in Koffer und Truhe einsortiert hatte, widmete sie sich ihren Schulbüchern, die jemand, höchstwahrscheinlich ein Hauself, auf dem Fensterbrett direkt neben ihrem Himmelbett aufeinander gestabelt hatte.
Speaker 0: Ein ezelsohriges Latein-Lehrbuch befand sich darunter und sie nahm es an sich wie ein Betthupfall oder etwas, was ihr zunacht trostspenden sollte.
Speaker 0: Sie vermisste krummbein mehr denn je, sein weiches Fell und das beruhigende Schnoren.
Speaker 0: Sie vermisste sogar das leise Schnattern von Pavati und Lavenda in den Betten nebenan.
Speaker 0: Für Jean war es immer okay gewesen, dass sie sie nicht an ihren mädchenhaften Getour hatten teilhaben lassen.
Speaker 0: Ihre pubertären Gesprächsthemen hatten sie nie interessiert.
Speaker 0: Jungs, Jungs, Liebestränke und nochmal Jungs.
Speaker 0: Vielleicht noch bewegliche Bilder von Knuddelmus, die Hexen, die was auf sich hielten, in ihren Handtaschen spazieren trugen.
Speaker 0: Das war nie Jeans Welt gewesen.
Speaker 0: Wieder spürte sie ein Gefühl der Wärme, als sie an Lilly und deren Interesse für Politik dachte.
Speaker 0: Hatte sie etwa eine Freundin gefunden?
Speaker 0: Das wäre im Grunde das erste Mal, denn abgesehen von Roxanne Hastings an ihrer alten Muggelschule hatte sie so jemanden nie gehabt.
Speaker 0: Inzwischen hatte sie sogar eingesehen, dass Roxanne eigentlich nur eine Lückenbüserin für sie gewesen war, ein Platzhalter mangels etwas besserem.
Speaker 0: Roxane war es sicher ähnlich gegangen, denn kaum war Hermine Granger damals, kein Hockwords, entschwunden, hatte sie sie schon anderweitig umgetan.
Speaker 0: Die Frage war nur, War es klug, sich ein Lilly Evans zu hängen?
Speaker 0: Oder würde es Jean nur eines Tages das Herz brechen?
Speaker 0: Kapitel forty-fünf, der Platz Hirsch.
Speaker 0: Am Samstagmorgen erwachte Jean davon, dass Mary und Brüder sich lachend und schwarzend anzogen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sie noch schlief, weswegen sie von Lilly gerügt wurden.
Speaker 0: Doch obwohl sie so unsampft aus dem Schlaf gerissen worden war, war sie trotzdem froh, dass man sie auf welche Art auch immer geweckt hatte, denn es war schon fast neun Uhr.
Speaker 0: Nicht schlimm, mummelte sie verschlafen in Richtung der beiden Störenfriede.
Speaker 0: Normalerweise schlafe ich nie so lang.
Speaker 0: Und zu Lilly sagte sie, danke, aber es wird höchste Zeit aufzustehen.
Speaker 0: Wieso denn, fragte Lilly verwundert.
Speaker 0: Ein ganzer langer, fauler Tag liegt vor dir.
Speaker 0: Du kannst machen, was du willst.
Speaker 0: Warum also nicht so lange im Bett rumliegen, wie es dir gefällt?
Speaker 0: Das kann ich doch morgen auch noch, oder?
Speaker 0: meinte Jean Gennend.
Speaker 0: Komisch.
Speaker 0: Sie hatte beim Aufwachen sofort gewusst, wo sie war, wann sie war, besser gesagt.
Speaker 0: Und dass das Mädchen mit den langen, schwarzen Haaren aus dem Bett schräg gegenüber nicht Parvati-Partil, sondern deren Mutter war, Priya.
Speaker 0: Nein, kennst du eben nicht, rief Mary ihr fröhlich auf dem Weg ins Bar zu.
Speaker 0: Morgen spielen wir nämlich gegen Ravenclaw, das erste Quidditch-Spiel der Saison und es ist ein Mustert hinzugehen.
Speaker 0: Jean waf Lily einen Seitenblick zu und diese zuckte nur mit den Schultern und grinste.
Speaker 0: Es hatte Spaß gemacht, Harry beim Quidditch zuzujubeln und mit dem Team, zudem auch Fred und George Weasley gehörten mit zu Fiebern.
Speaker 0: Doch bei dem Gedanken, dass sie nun stattdessen den großspurigen James Potter beklatschen musste, von dem sie wusste, dass er ebenfalls für sein Haus spielte, stellte sich unlos bei Jean ein.
Speaker 0: Obwohl ein solches Ereignis ein hervorragender Anlass war, die vielen anderen Gryffindors kennenzulernen, denn bis jetzt kannte sie nur die Mädchen aus ihrem Jahrgang und diese unsäglichen Rumtreiber.
Speaker 0: Lilly hatte aber auch gesagt, dass ihr Jahrgang angeblich ein schlechter Verhexen gewesen war, woraus Jean deutete, dass der Anteil von Jungs in der Dritten ein höherer sein musste.
Speaker 0: Das hoffte sie auch, denn von den dahergelaufenen, wie sie sie immer noch in Gedanken nannte, war ihr keiner besonders angenehm aufgefallen.
Speaker 0: Trotzdem rief sie sich so gleich wieder zur Ordnung.
Speaker 0: Dass Lilly James nicht mochte, hatte doch im Grunde nicht viel zu bedeuten, oder?
Speaker 0: Er konnte trotzdem nett sein, beispielsweise, wenn man ihn alleine erwischte, nicht?
Speaker 0: Und lehnte nicht sie dagegen Remus Lupin ab, weil er ihr gegenüber ein schofeliges Verhalten an den Tag gelegt hatte?
Speaker 0: Lili behauptete ihrerseits von Remus, er wäre krankheitsbedingt unausgeglichen und dass sein Benehmen nicht auf seinen Charakter zurückzuführen sei.
Speaker 0: Doch was fragte sich Jean im Stellen, konnte sie schon von einer erwarten, die Severus Snape als ihren besten Kumpel auserkoren hatte?
Speaker 0: Hör schon auf, Geschmäcker sind eben verschieden, daran ist nichts zu rütteln, ermatte sie sich streng.
Speaker 0: Und mochte Lilly auch darauf beharren, wie ähnlich sie beide sich waren, so galt das offenbar nicht für ihre Urteile Leuten gegenüber, denen sie ihre Gunst schenken.
Speaker 0: Mary und Brüher gingen vor zum Frühstück, da die beiden vorhatten, heute ins Dorf zu gehen.
Speaker 0: Diese Freizügigkeit wunderte Jean, denn ihre eigenen Hoxmead-Ausflüge im Jahre three-neunzig waren streng limitiert und fanden nur vier oder höchstens fünf Mal pro Schuljahr statt.
Speaker 0: Lilly war aber bereits am Vortag ebenfalls dort gewesen, beziehungsweise auf dem Weg dorthin.
Speaker 0: Dumbledore hat allen die Wahl gelassen, an welchen Tagen sie gehen wollen, weil Hoxmead ein Halloween immer aus allen Nähten platzt, meinte Lilly auf ihre Frage hin, als sie zusammen wenige Minuten darauf ebenfalls den Schlafsaal verließen.
Speaker 0: Ansonsten glaube ich, sind die Tage auch festgelegt.
Speaker 0: Aber näheres weiß ich nicht, denn es ist ja unser allererstes Hawksmead-Wochenende überhaupt.
Speaker 0: Wir dürfen von Mittwoch bis heute gehen und das Ganze zweimal.
Speaker 0: Natürlich war ich schon an Halloween unten, das könnte ich mir nicht entgehen lassen.
Speaker 0: Dafür sind von den Älteren, welche hier geblieben, die das Spektakel schon kennen.
Speaker 0: Aber Filch hat mich gestern zum zweiten Mal von seiner Liste abgehakt.
Speaker 0: Also muss ich heute wohl hier bleiben, schätze ich.
Speaker 0: Sie stieß einen enttäuschten Säufze aus.
Speaker 0: Ich darf auch nicht hin, sagte Jean tröstend, aber ich werde dafür heute in die Bibliothek gehen und den Tag dort verbringen.
Speaker 0: Was?
Speaker 0: Den ganzen Tag?
Speaker 0: Lilly schaute sie verständnislos an.
Speaker 0: Wieso das?
Speaker 0: Willst du wirklich den ganzen Tag in diesem dunklen Kasten hocken?
Speaker 0: Draußen ist das wieder wunderschön.
Speaker 0: Das konnte sie mit Fug und Recht behaupten, denn als sie die große Halle betreten hatten, offenbarte die verzauberte Decke ihnen, dass es ein sonniger und klarer Tag werden würde.
Speaker 0: Obgleich Jean das Gefühl beschlich, es könnte da draußen ordentlich Frost den Boden erhärten.
Speaker 0: Das, was du gestern über Politik gesagt hast, hat mir ehrlich gesagt zu Denken gegeben, teilte Silly Limit, als sie sich zwischen zwei Dutzend andere Gryffindors an den Tisch setzten.
Speaker 0: Diesmal waren sogar ganz am Anfang der Tafelplätze frei, sodass sie zu Jeans Erleichterung nicht wieder durch die Reihen marschieren mussten.
Speaker 0: Auch war von den dahergelaufenen, keiner zu sehen, welch glücklicher Umstand.
Speaker 0: Die Pennen alle noch, meinte Lilly gleichgültig, als sie sie darauf hinwies.
Speaker 0: Wahrscheinlich haben sie es gestern mal wieder übertrieben.
Speaker 0: Ich bin mir fast sicher, dass sie sich nachts rausschleichen, weil sie an freien Tagen fast nie am Frühstückstisch zu finden sind.
Speaker 0: Vielleicht sind sie einfach nur Langschläfer, gab Jean zu bedenken.
Speaker 0: Lilly war für einen Blick unter hochgezogenen Augenbrauen zu, als wollte sie sagen, das glaubst aber auch nur du.
Speaker 0: Da Jean noch immer müde war und das, nachdem sie so lange tiefe und fest geschlafen hatte, verlief das Frühstück größtenteils schweigend.
Speaker 0: Sie hatte sich gerade eine zweite Tasse Tee eingeschüttet, als sie aus dem Augenwinkeln wahrnahm, wie jemand zum Tisch geschluft kam und sich schräg gegenüber von ihr auf die Bank fallen ließ.
Speaker 0: Sie sah auf und verschluckte sich so gleich an ihrem heißen Tee.
Speaker 0: Vor ihr saß James Potter.
Speaker 0: Sein dunkelbraunes Haar war unordentlich und stand Würre vom Hinterkopf ab, als wäre es an diesem Morgen noch nicht mit einem Kamm in Berührung gekommen, und Potters Gesicht wirkte zerknittert vor Schlafmangel.
Speaker 0: Vielleicht hätten seine Klamotten ähnlich zerknittert ausgesehen, doch er trug Quidditch-Kleidung, das Rot und Gold der Löwen.
Speaker 0: Der Junge regte und streckte sich und gähnte dabei ausgiebig, ohne die Hand vor den Mund zu nehmen.
Speaker 0: Trotz seines erschöpften Zustandes düstete es ihn offenbar bereits nach Aufmerksamkeit.
Speaker 0: Morgen, Evans, wo du bist, geht die Sonne auf.
Speaker 0: Jean blieb der Mund offen stehen und sie vergaß sogar zu husten.
Speaker 0: Das sagte der mal eben so nebenbei?
Speaker 0: Der nahm sich aber was heraus.
Speaker 0: Wahrscheinlich sollten die Worte lässig klingen und fast ärgerte es sie, dass sie es in ihren Ohren sogar taten.
Speaker 0: Offenbar dachte Lily ähnlich wie sie, denn ihr Gesicht, das gerade noch mit ihren Haaren um die Wette geleuchtet hatte, verdüsterte sich.
Speaker 0: Potter sagte sie nur mit kühler Stimme und nickte ihm kaum merklich zu.
Speaker 0: Und du, äh, warst?
Speaker 0: James betrachtete Jean leidlich interessiert und schüttete sich eine Tasse Kaffee ein, von der er ein Drittel mit dem ersten Schluck herunter stürzte.
Speaker 0: Muss wach werden, mummelt er undeutlich und neun ist Training.
Speaker 0: Jean, beantwortete Jean seine Frage, im selben Augenblick, da Lili ein verächtliches Schnauben ausstieß.
Speaker 0: Hast du mal auf die Uhr geguckt, fragte sie geziert.
Speaker 0: Es ist zwanzig nach.
Speaker 0: Kein Wunder, dass es mit unserer Mannschaft bergab geht, wenn gewisse Personen immer die Hälfte des Trainings verpassen.
Speaker 0: Rieck dich ab, Evans.
Speaker 0: Ravenclaw haben wir so gut wie in der Tasche.
Speaker 0: James klang gelang bald.
Speaker 0: Als hätte er alle Zeit der Welt sogar den Brotkorb zu sich heran und machte eine Schau daraus, welche Art Toast er wählen wollte.
Speaker 0: Am Ende entschied er sich doch bloß für den Helen ohne Körner.
Speaker 0: Lilly rollte mit den Augen und fragte Jean, wann genau sie in die Bibliothek wolle, da sie die Absicht hätte, sie zu begleiten.
Speaker 0: Jean setzte gerade zu einer Antwort an, als James sich zum ersten Mal die Mühe machte, seine verquollenen und rot gerenderten Augen aufzusperren und die beiden Mädchen richtig anzusehen.
Speaker 0: Sagt das nochmal, Evans.
Speaker 0: Ich glaube, ich habe mich verhört.
Speaker 0: Du willst büffeln am längsten freien Wochenende des Schuljahres?
Speaker 0: Sein Blick ging von Lilly zu Jean und wieder zurück zu Lilly.
Speaker 0: Hat die dir das etwa eingetrichtet?
Speaker 0: Du bist doch sonst nicht so eine Streberin.
Speaker 0: Wie heißt du nochmal?
Speaker 0: Er schubst sich fast die Hälfte des nachlässig gebutterten Brötchens in den Mund und sah jetzt wieder Jean an.
Speaker 0: Ich heiße Jean.
Speaker 0: Wiederholte diese, verärgert darüber, dass er ganz offensichtlich beim ersten Mal nicht zugehört hatte.
Speaker 0: James gestikulierte Count und schüttelte dabei nachdrücklich den Kopf.
Speaker 0: Dein Nachname, wollte er wissen.
Speaker 0: Pearlman, sagte Jean, jetzt ganz eindeutig abweisend.
Speaker 0: Wieder ging James' Blick rüber zu Lilly.
Speaker 0: Hey, wie kann das denn sein?
Speaker 0: Ich hab dich dreimal gefragt, ob du dir heute das Training ansehen willst und dann kommt die Neue und du gehst mit ihr in die Bibliothek?
Speaker 0: Das soll mal einer verstehen, ich fasse es nicht.
Speaker 0: Dass du das nicht kapierst, war mir klar, sagte Lilly, ohne ihn überhaupt anzusehen, mit gleichgültiger Mine bis sie in ihren Toast.
Speaker 0: Sie war wirklich gut darin, Jungs ablitzend zu lassen, von Jean.
Speaker 0: Mein Name ist Jean, erklärte sie jetzt zum dritten Mal, doch wieder schien Harrys Vater nicht zuzuhören.
Speaker 0: Mit dir kann man echt keinen Spaß haben, Evans, beklagte er sich lauthals, jetzt wirst du auch noch zur Streberin.
Speaker 0: Willst du dir von der hier zeigen lassen, wie man uns alle zum Schweigen bringt?
Speaker 0: Lilies Stern legte sich in Falten, doch wie es aussah, verstand sie die Anspielung nicht.
Speaker 0: Jean jedoch verstand sie sehr wohl und wollte gerade etwas sagen, aber James war schneller.
Speaker 0: Sirius würde gern wissen, was für ein Zauberstadt du benutzt, Pearlman, sagte er mit gelangweilt klingender Stimme und wieder ohne sie anzusehen, obwohl er jetzt eindeutig mit ihr sprach.
Speaker 0: Doch Jean hatte sofort das Gefühl, dass mehr dahinter steckte.
Speaker 0: Wenn dem so ist, dann soll Sirius kommen und mich persönlich deiner Fragen.
Speaker 0: anstatt einem Boten zu schicken.
Speaker 0: Gab sie postwendend im selben gelangweilten Ton zurück.
Speaker 0: James Potter wurde rot und sein selbstgefälliges Grinsen war wie weggewischt.
Speaker 0: Das hatte gesessen.
Speaker 0: Ich bin nicht sein.
Speaker 0: Zürlich nicht, trellerte Lilly vergnügt.
Speaker 0: Du bist ein eigener Herr.
Speaker 0: Deshalb versuchst du auch ständig, bei allem, was Sirius tut, noch einen draufzusetzen.
Speaker 0: Werd endlich Erwachsen, Junge.
Speaker 0: Damit wandte sie sich ab und fragte einen neben ihr sitzenden älteren Schüler zuckersüß, ob der ihr noch ein Stück Toast reichen könne.
Speaker 0: James öffnete den Mund, Zweifel los, um etwas Barsches zu erwidern.
Speaker 0: Da tauchte hinter ihm urplötzlich ein großes schlankes Mädchen mit einem kindlangen Helen Bob auf.
Speaker 0: Hinter ihr bauschte sich gefährlich eine Fahne aus Gold und Rot, ihr Quidditchumhang.
Speaker 0: Auf ihrer Brust prangte gut sichtbar ein Kapitänsabzeichen.
Speaker 0: Verdammt noch mal Potter, ich kann einfach nicht glauben, dass du immer noch hier sitzt und dumm rumquatscht, als hätte unser Training nicht schon vor einer halben Stunde begonnen.
Speaker 0: Die blonde Schäumtevorwut.
Speaker 0: Das ist das vierte Mal seit September und wenn ich Vertrauensschülerin wäre und obendrein keine Gryffindor, würde ich dir jetzt fünfzig Punkte abziehen.
Speaker 0: Sie packte ihn unsanft am Arm und zerrte ihn von der Bank.
Speaker 0: Wo ist dein verfluchter Besen?
Speaker 0: Noch obentesser, setzte James an.
Speaker 0: Ich war zu... Da liegt er gut, fragte Tessa.
Speaker 0: Auf jetzt zu tun?
Speaker 0: nicht gut, gehen holen.
Speaker 0: Und wach es nicht, ihn per Aufrufezauber herbeizubeordern.
Speaker 0: Du weißt, was letztes Mal passiert ist.
Speaker 0: Und auch zum Stadion gehst du gemäß der Schulordnung gefälligst zu Fuß.
Speaker 0: Wenn du in zehn Minuten nicht anwesend bist, trainierst du eine Stunde länger als der Rest.
Speaker 0: Sprachs und Schwang herum, zeitgleich den eigenen Besen über die Schulter werfend.
Speaker 0: Bei der ruckartigen Drehung hätte sie mit dem Reißicht des Besens potter beinahe die Haare gebürstet.
Speaker 0: Mit lauten schnellen Schritten stürmte sie davon.
Speaker 0: Lilly enthielt sich jeglichen Kommentars, doch Jean konnte ihr deutlich ansehen, dass sie innerlich feigste.
Speaker 0: James Potter stöhnte viel zu laut und theatralisch, murte etwas über die alte Hexen und Frauen im Allgemeinen.
Speaker 0: Beide Mädchen ignorierten ihn mit Norgeau Lens und so blieb ihm nichts anderes übrig, als zu gehen.
Speaker 0: Das letzte Wort musste jedoch zwingend erhaben.
Speaker 0: round der Jean und Lily zu, immerhin noch so laut, dass ihre direkten Sitznachbarn es mitbekommen.
Speaker 0: Ich hoffe Evans, deine neue Freundin bringt dir was Anständiges bei.
Speaker 0: Oder hättest du es vielleicht lieber unanständig?
Speaker 0: James Lippen verzogen sich zu einem frechen Grinsen.
Speaker 0: Er war noch immer rot im Gesicht und eine Schülerin aus der vierten oder fünften, welche ihm am nächsten gesessen hatte, starte erst ihn, dann Jean und Lily an, bevor sie sich blitzschnell ihrer Nachbarin zuwandte und mit dieser zu tuscheln begann.
Speaker 0: Lily's Wangen hatten sich ebenfalls gerötet.
Speaker 0: Was meinte denn damit?
Speaker 0: fragte er ganz unbedarf Jean und dachte dabei unmittelbar an die Anspielung auf ihren Silenzio-Zauber sowie die dunklen Künste.
Speaker 0: Doch Lily ging seltsamerweise nicht auf ihre Frage ein, errötete stattdessen noch tiefer und stellte eine Gegenfrage.
Speaker 0: Was meinte er damit, als er sagte, dass du mir zeigen wolltest, wie man Leute zum Schweigen bringt?
Speaker 0: Jean, die über dem Zettel mit der Imbolg-Anspielung und all den Dingen, die sie im Vortag von Lily erfahren hatte, ihren mächtigen Zauber völlig vergessen hatte, zog schuldbewusst den Kopf ein.
Speaker 0: Sie wusste nicht, warum, doch sie fühlte sich noch nicht bereit dazu, jemanden davon zu erzählen.
Speaker 0: Erst musste sie in aller Ruhe erörtern, was Olivia ihr über den neuen Zauberstab gesagt hatte und sich noch einmal das Gefühl in Erinnerung rufen, dass sich ihres Körpers bemächtigt hatte, als der neue Stab sie sich erwählte.
Speaker 0: Dazu wollte sie unbedingt noch die Eingebung weiterverfolgen, die ihr gestern Abend gekommen war.
Speaker 0: Was sie auf ihr Ziel für den heutigen Tag zurückbrachte, die Bibliothek.
Speaker 0: Nun, ich glaube damit bezieht er sich darauf, dass ich ihn und seine Freunde hier gestern alle ziemlich äh, angeschrien habe, meinte Jean gesenken Kopfes, damit Lilly ihr nicht ansehen konnte, dass sie gerade bloß eine Halbwahrheit erzählte.
Speaker 0: Wir sind gestern Mittag ziemlich aneinandergerasselt, und das ist wohl auch der Grund dafür, dass er mich nicht sonderlich leiden kann.
Speaker 0: Sie sah auf und suchte Lilly's Blick, doch die starte auf ihren Teller und das angebissene Stück Toast, das dort noch lag.
Speaker 0: Ich glaube, ich gehe heute doch lieber noch mal ins Freie.
Speaker 0: sagte Lilly Augenblicke später in Bemütheiterem Tonfall und stellte dabei ihr benutztes Geschirr ordentlich zusammen.
Speaker 0: Es ist vielleicht wirklich die letzte Gelegenheit, nochmal in Ruhe ein Gedicht am Seeuverschreiben zu können.
Speaker 0: Ja, klingt gut, tut das.
Speaker 0: Einerseits war Jean erleichtert über Lilly's unvermittelte Absage, denn für das, was sie in der Bibliothek nachschlagen wollte, konnte sie keine Zeugen gebrauchen.
Speaker 0: Andererseits jedoch verspürte sie ein eigentümliches Gefühl in der Bauchgegend, als wäre gerade etwas zwischen ihnen geschehen, das sie nicht so recht begriffen hatte.
Speaker 0: Anmutig wie eine junge Königs-Kobra glitt sie von der Bank und Jean blieb sitzen und fühlte sich wie eine gemeine Brillenschlange neben ihr.
Speaker 0: Sie wollte protestieren und Lilly sagen, dass sie ebenfalls fertig mit Essen war, doch sie hatte gerade den letzten Schluck Tee genommen und daher den Mund voll.
Speaker 0: Auf Jeans Mimik und Gestik, doch kurz zu warten, reagierte ihre Mitschülerin nicht.
Speaker 0: Wir sehen uns später!
Speaker 0: Ihr langes Haar loderte um ihren Kopf herum und diesmal strich sie es nicht wie sonst immer zurück über die Schultern, sondern ließ zu, dass es ihr Gesicht verdeckte.
Speaker 0: Für Jean hatte sie gerade mal ein kurzes, unverbindliches Lächeln übrig, als sie ihr Kurz zum Abschied winkte, dann war sie auch schon fort.
Speaker 0: Jean schluckte den Rest ihres Tees hinunter und sah ihr verblüfft nach.
Speaker 0: Was muss an James liegen, sagte sie sich, ein Widerling?
Speaker 0: Na klar, die ist doch total verknallt in den.
Speaker 0: Wahrscheinlich rennt sie nur nach oben, um ihren Mantel zu holen und sitzt keine zehn Minuten später auf der Stadion-Tribüne, um ihrem Schwarm beim Quidditch-Training anzuschmachten.
Speaker 0: Doch Lilly war nicht der Typmädchen, der es Jungs anschmachtete, das jedenfalls sagte eine Stimme in Jeans Hinterkopf.
Speaker 0: Dass sie ernsthaft in die Bibliothek hatte mitkommen wollen, daran hatte Jean genauso ihre Zweifel gehabt.
Speaker 0: Doch sie war Lilly wegen der prompten Absage auch kein bisschen böse.
Speaker 0: Aber westwegen war sie auf einmal so schnell verschwunden und hatte Jean hier im wahrsten Sinne des Wortes sitzen gelassen.
Speaker 0: Mit einem Mal hatte sie wieder das dumme Gefühl, dass man sie anstarte, zumindest einige der Leute, die mit ihr am Tisch saßen.
Speaker 0: Jean tat so, als würde sie nach jemanden suchen, dabei konnte sie feststellen, dass etliche Schüler, Jungen wie Mädchen mal wieder die Köpfe zusammengesteckt hatten.
Speaker 0: Einige kicherten, nachdem sie in ihre Richtung geblickt hatten, Bei Merlin, wie sie dieses tinige Tour nervte, als ob ihr Gesicht mit Bubo-Tubler-Bollen übersät wäre.
Speaker 0: Seufzen stellte auch sie ihr Geschirr zusammen, das tat sie nur der Hausäfen zuliebe, und machte sich dann auf den Weg aus der großen Halle hinaus in Richtung Bibliothek.
Speaker 0: Weit kam sie jedoch nicht, denn direkt hinter den Flügeltüren stieß sie in der Eingangshalle fast mit Lilly zusammen, die dort stand und ihr den Rücken zugewandt hatte.
Speaker 0: Hey, du bist aber auch nicht weitge-.
Speaker 0: Begang sie, dann erst merkte sie, dass Lilly nicht allein war, da hinter ihr noch jemand stand, mit dem sie sich offensichtlich unterhielt.
Speaker 0: Oh, Entschuldigung.
Speaker 0: Unbequirlig machte Jean einen Schritt rückwärts.
Speaker 0: Sarah Snape musterte sie aus unergründlich schwarzen Käfeaugen.
Speaker 0: Sein Gesicht wirkte zu statisch für einen jungen Menschen, gab nichts preis.
Speaker 0: Obwohl er jugendhafte, fast noch kindliche Gesichtszüge hatte, lief es Jean kalt den Rücken herunter.
Speaker 0: Was hatte sie unter diesem Kerl gelitten?
Speaker 0: Und nicht nur sie, sondern auch Harry, Ron, ganz zu schweigen vom armen Nevel.
Speaker 0: Was mochte dazu geführt haben, dass sich dieser kleine, dünne, unscheinbare Junge später im Leben in einen Misantropen erster Güte verwandelt hatte?
Speaker 0: Anscheinend hatten sich ihre Gedanken auf ihrem Gesicht widerspiegelt, denn Snaps Augen verengten sich merklich und ein harter Zug erschien um seinen Mund herum.
Speaker 0: Er sah jedoch nicht weg.
Speaker 0: Und da er es nicht tat, tat auch Jean es nicht.
Speaker 0: Im Gegenteil, jetzt, da sie schonmal die Gelegenheit hatte, ihn eingehen zu betrachten, tat sie es ausgiebig.
Speaker 0: Dass er ein Mädchenmagnet war, wie Serious Black angeblich, konnte sie getrost ausschließen.
Speaker 0: Doch das lag in ihren Augen gar nicht unbedingt an seinem Äußeren.
Speaker 0: Beide Jungen hatten schwarzes Haar, doch Black war größer und hatte breitere Schultern.
Speaker 0: Außerdem wirkte er viel lebendiger als dieser Junge hier vor ihr, der sie einfach nur anstarte, ohne irgendeine Regung in seinem bleichen Gesicht.
Speaker 0: Ja, dieser Mangel an leichtig und vor allem Lebendigkeit war es, der Jean am meisten störte, gerade beim Erwachsenen Snape.
Speaker 0: Dazu dieses ewige Schwarz.
Speaker 0: Wenn der im Zaubertrankunterricht vor ihrem Pult stand und ohne eine Regung im Gesicht auf sie herabblickte, fing es in ihren Gliedern regelmäßig an zu zucken.
Speaker 0: als ob sie das starre, schwere an ihm irgendwie ausgleichen müsste und am Ende emotional intakt aus der Situation herausgehen zu können.
Speaker 0: Doch erst jetzt wurde ihr das zum ersten Mal vollends bewusst.
Speaker 0: Snape's Augen lagen tief in den Höhlen und waren von gräulichen Schatten umrandet, als ob er sich die Nächte damit um die Ohren schlug, unter der Bettdecke Zaubersprüche zu üben, während Black andere Dinge tat.
Speaker 0: Ob ebenfalls unter der Bettdecke könnte sie nicht beurteilen.
Speaker 0: Jeans Gesicht zaut begangen zu prickeln.
Speaker 0: Warum dachte sie sowas?
Speaker 0: Warum machte sie sich Gedanken darüber, was gleichaltrige Jungs?
Speaker 0: Früher hatte sie nie so etwas gedacht.
Speaker 0: Sie spürte, wie sie rot wurde.
Speaker 0: Verdammt vermisst.
Speaker 0: Hoffentlich bezog dieser Gefühlstroll hier vor ihr das jetzt nicht auf sich.
Speaker 0: Nach einem Stil nicht endenwollenden Schweigen ergriff endlich Lilly das Wort.
Speaker 0: Seth, das hier ist Jean Pearlman.
Speaker 0: Sie ist neu in Hogwarts und ich habe ihr gestern das Schloss gezeigt.
Speaker 0: Lilisa Jean nicht an, während sie das sagte.
Speaker 0: Auch ihre Wangen waren noch immer leicht rosa.
Speaker 0: Und das hier ist mein Freund, Cerurus Snape.
Speaker 0: Guten Morgen, Cerurus, sagte Jean so höflich, wie sie es vermochte, doch sie selbst konnte ihrer Stimme anhören, dass sie keine große Begeisterung für dieses zufällige Zusammentreffen aufbrachte.
Speaker 0: Angenehm, sagte Cerurus, mit leise schleppender Stimme.
Speaker 0: Trotzdem kamen die Worte seltsam scharf und überdeutlich aus einem schmalibigen Mund.
Speaker 0: Zumindest hatte er sich heute Morgen die Haare gewaschen, dachte Jean.
Speaker 0: Aber auch Snape konnte kaum verhehlen, dass ihm diese Begegnung, aus welchen Gründen auch immer, alles andere als angenehm war.
Speaker 0: Mit leicht zusammengekniffenen Augen mustete er Jean von oben bis unten und wieder zurück.
Speaker 0: An ihrer Frisur und ihre Mund verharrte sein intensiver Blick besonders lange und Jean preste unwirklich ihre Lippen fest aufeinander, damit sie ihre etwas zu langen Vorderzähne verdecken.
Speaker 0: Wo waren wir gerade, Lilly?
Speaker 0: Während der Sprach und dabei jedes einzelne Wort betonte, sah er immer noch Jean an, was diese ganz besonders irritieren fand.
Speaker 0: Ich sagte, wir können es gern versuchen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht klappen wird.
Speaker 0: Lilly sprach ohne Punkt und Komma und verhaspelte sich dabei.
Speaker 0: Warum war sie plötzlich so nervös?
Speaker 0: fragte sich Jean.
Speaker 0: Während sie sprach, legte sie Cerberus eine Hand auf den Arm und Jean blieb nicht verborgen, wie heftig er daraufhin zusammenzuckte.
Speaker 0: Es.
Speaker 0: Es wird gelingen.
Speaker 0: Snape, der einen fast noch blasseren Hautton hatte als die hell heutige Lily, hatte jetzt ebenfalls rote Flecken auf den Wangen.
Speaker 0: Dafür werde ich sorgen.
Speaker 0: Jedenfalls hatte er endlich seine Augen von Jean genommen, was diese mit der Leichterung feststellte und sah jetzt wieder Lily an.
Speaker 0: Sein Blick, der die andere eben noch voller Kälte und Ablehnung studiert hatte, war plötzlich verändert, wirkte wärmer, offener, was wahrscheinlich daran lag, dass Snape seine Augen jetzt nicht mehr so prüfen zusammenkniff.
Speaker 0: Gut, dann, äh, werde ich noch kurz raufgehend den Mantel holen.
Speaker 0: Lilly schien unsicher, ob sie das wirklich tun sollte, ob sie es überhaupt tun wollte.
Speaker 0: Ich gehe auch hoch und zwar in die Bibliothek.
Speaker 0: ließ Jean sie wissen und wollte Lilly schon die Mammotreppe hinauf begleiten, als Snape etwas tat, was sie zurückkehlt.
Speaker 0: »Hier, nimm meinen!«.
Speaker 0: Auch seine Stimme klang jetzt weicher, wie bei dem Wehrwolf, der Kreide geschluckt hatte, dachte Jean.
Speaker 0: »Los komm schon, bevor Fisch wieder in sein Büro geht!«.
Speaker 0: Snape streckte seine Hand aus und einem Moment lang glaubte Jean, er würde nach Lilly's fassen, doch dann zog er sie doch nur am Ärmel, so fordernd, dass sie notgedrungen mit ihm in Richtung Eichenportal kommen musste.
Speaker 0: Er bewegte sich so schnell, dass sie kaum Schritt halten konnte, als ob er es nicht erwarten könnte, von Jean wegzukommen.
Speaker 0: «Seth, ich sagte doch darauf, fällt er nicht rein,« hörte Jean lilyzischen, bevor diese sich noch einmal zu ihr umdrehte, und ihr ein halbherziges «Wie sehen uns?« zu rief.
Speaker 0: Auch diese Szene erschloss sich Jean nicht zu ganz.
Speaker 0: «Mein Freund, Severus!».
Speaker 0: Wann immer Lilly Snape gestern und heute erwähnte, hatte sie stets mein bester Freund Seth oder mein Kumpel Seth gesagt, wachte das überhaupt einen Unterschied?
Speaker 0: oder hörte Jean hier mal wieder das Gras wachsen.
Speaker 0: Aber dazu noch ihr Verhalten, nachdem James beleidigt abgezogen war?
Speaker 0: Seine Anspielung auf den Silencio-Zauber hatte Lilly nicht verstanden, also konnte ihr das auch noch niemand erzählt haben.
Speaker 0: In dem Fall hätte sie Jean nämlich sicherlich darauf angesprochen, Nun, etwas sagte Jean, dass Lilly es bald erfahren würde.
Speaker 0: Aber wieso verhielt sie sich ihr Gegenüber plötzlich so anders, so ausweichend?
Speaker 0: Gestern hatte Lilly den halben Tag nur mit ihr verbracht und geplaudert.
Speaker 0: Sie schien sich darüber gefreut zu haben, jemanden begegnet zu sein, mit der sie sich identifizierte, denn bei Merlin das tat sie.
Speaker 0: Sie hatte es Jean sogar gesagt.
Speaker 0: Ein paar Schüler liefen an ihr vorbei und Jean erkannte in ihnen die Gryffindors, die wenige Minuten zuvor noch mit ihr am Tisch gesessen hatten.
Speaker 0: Schüler, die älter waren als sie selbst.
Speaker 0: Ein Junge deutete auf sie und alle lachten.
Speaker 0: Fast konnte Jean ihren Zauberstab in ihrer Tasche erzittern fühlen.
Speaker 0: Was bildeten sie sich ein?
Speaker 0: Wenn sie Angst vor ihr und den Zaubern hatten, die ihr neuer Stab hervorbringen konnte, dann ... Aber nein, sagte die inzwischen wohlbekannte Stimme in Jean's Hinterkopf, die sich verdächtig nach Hermine Granger anhörte.
Speaker 0: Es geht hierbei nicht um Angst.
Speaker 0: Hätten sie Angst oder auch nur Respekt vor ihr, würden sie sich vor ihr wegducken.
Speaker 0: So tun, als würden sie sie nicht sehen.
Speaker 0: Doch sie taten genau das Gegenteil.
Speaker 0: Sie lachten sie aus.
Speaker 0: Und es schien ihnen vollkommen schnurz zu sein, dass Jean es mitbekam.
Speaker 0: Während sie nachdachte und sich über das respektlose Verhalten der anderen ihr gegenüber ärgerte, sah sie Lilly und Snape nach, die sich jetzt kurz vor dem Portal am Ende der Schlange von Schülern angestellt hatten, die offenbar noch Hox mit wollten.
Speaker 0: Agus Filsch stand da mit seinem Klemmenbrett und tagte mit übertriebener Genauigkeit die dazugehörigen Namen ab.
Speaker 0: Als Snape und Lily an der Reihe waren, warf der Hausmeister einen flüchtigen Blick auf die roten Haare des Mädchens und Jean sah, wie er vehement den Kopf schädelte.
Speaker 0: Lily schaute Severus an mit einem Blick, der einerseits triumphieren war, habe ich sie nicht gesagt, andererseits aber auch enttäuscht.
Speaker 0: Dann brang der Junge mit dem Schulter langen schwarzen Haar mit dem Mann zu diskutieren, Und Jean fiel auf, dass er während des Gesprächs einen Zauberstab ganz locker in der Hand hielt und sein rechter Arm entspannt seitlich am Körper baumelte.
Speaker 0: Plötzlich jedoch bewegte sich das hintere Ende des Stabs langsam, aber unübersehbar ein Stück nach unten, sodass dessen Spitze die Jean von dort, wo sie stand, nicht sehen konnte, da sie durch Snape's Arm verdeckt wurde, nun hoch zu Filch's Kopf zeigen musste.
Speaker 0: Einige Sekunden später wurde der Blick des Hausmeisters für einen winzigen, kaum wahrnehmbaren Moment glasig.
Speaker 0: Dann machte er, ebenfalls für Jean gut sichtbar, einen zweiten Haken auf das Pergament auf seinem Klemmenbrett und wandte sich sogleich dem nächsten Schüler zu.
Speaker 0: Snape legte den armen Besitz ergreifend um Lillys Schultern.
Speaker 0: Sie werte ihn nicht ab.
Speaker 0: Dann führte er sie aus dem Schloss, die Steintreppe hinunter und außer Sicht.
Speaker 0: Kapitel Cerurus der Strippenzieher?
Speaker 0: Jean saß in der Bibliothek im vierten Stock und versuchte zu lesen, doch es wollte ihr einfach nicht gelingen, obwohl es um sie herum still war wie in einem Pharaonengrab.
Speaker 0: Gerade las sie schon zum dritten Mal den selben Absatz und zwar in einem Artikel des Tagespropheten von vor gut einer Woche, in dem es um den Anschlag auf einen Ministeriums angestellten ging, dem dieser knapp entronnen war.
Speaker 0: Angeblich steckte Voldemort dahinter, wer auch sonst.
Speaker 0: Der Prophet, dessen gesammelte Ausgaben der letzten vier Wochen auf einem gesonderten Tisch auslagen, konnten über diesen Zeitraum hinaus auch bei der Schulbibliothekarin vorgemerkt werden.
Speaker 0: Nicht jedoch in Jeans Fall, wie sich herausgestellt hatte.
Speaker 0: Auf der Sitzfläche des Stuhles neben ihr, so nah an den Tisch gerückt, dass Madame Pins es nicht sehen konnte, lag ein dickes Buch mit dem Titel Zeit.
Speaker 0: Was ist das überhaupt?
Speaker 0: Verfasst von einem gewissen Magnus Tempus, an das Jean sich noch nicht herangetraut hatte.
Speaker 0: Nicht wegen Madame Peans, die sie noch immer mit Argus-Augen von ihrem Pult aus beobachtete, sondern weil sie beim Blättern im Inhaltsverzeichnis gesehen hatte, dass es darin tatsächlich mindestens zwei Kapitel über Zeitumkehrer gab und ihr deshalb vor Aufregung übel geworden war.
Speaker 0: Der Welzer war erst im Jahr davor auf den Buchmarkt erschienen, also konnte es gut sein, dass er wertvolle Informationen enthielt, wenn auch die Erkenntnisse der letzten einundzwanzig Jahre fehlten.
Speaker 0: Noch fühlte sich Jean jedoch noch nicht bereit, sich das Buch zu Gemüte zu führen, denn sie konnte sich, wie gesagt, kaum konzentrieren.
Speaker 0: Ihre Hände zitterten unübersehbar.
Speaker 0: Hatte sie das tatsächlich richtig beobachtet, vorhin in der Eingangshalle?
Speaker 0: War Snape einvergiss mich?
Speaker 0: Nein, natürlich war das nicht.
Speaker 0: Vergiss mich, es waren fertig ausgebildete Magier und arbeiten nur für das Zauberallministerium.
Speaker 0: Aber hatte sie sich das Geschehene nur eingebildet?
Speaker 0: Oder hatte Severus Snape, Filch's Gedächtnis sozusagen, auf die Sprünge geholfen?
Speaker 0: Der glasige Blick, die Zehntelsekunde in der Filch's gesamter Körper star geworden war, was war damit?
Speaker 0: Jemanden, der nicht explizit darauf geachtet hatte, wäre Filts Veränderung gar nicht aufgefallen.
Speaker 0: Aber wie konnte das sein?
Speaker 0: Snape war dreizehn, genau wie Jean.
Speaker 0: Vierzehn, teilte der Teil ihres Gehirns, den auch voll und ganz von Hermine Granger kontrolliert wurde, ihr Vorwurfs voll mit.
Speaker 0: Er konnte, rein von seinem Wissensstand her, noch gar kein Gedächtnis zauber beherrschen.
Speaker 0: Gut, nun stand ein Verwirrungszauber auf der Skala der Gedächtnis beeinflussenden Zauber an unterster Stelle.
Speaker 0: Er war mit einer Löschung oder gar Modifikation nicht zu vergleichen und schon gar nicht mit dem einen unverzeihlichen Fluch, von dem sie einmal irgendwo gelesen hatte.
Speaker 0: Und in dessen Verlauf ein äußerst feger Zauberer das gesamte Tun und Denken eines anderen übernahm, sich seiner Bemächtigte, so als wäre dieser andere eine hölzerne Marionette, die nur nach den Strippen tanzte, die dieser Eindringling zog.
Speaker 0: Sie hätte gern mehr darüber herausfinden wollen, doch alles an Lektüre, was über allgemeingültiges hinausging, war im Jahr nineteenhundertdreiundneunzig nur in der verbotenen Abteilung der Bibliothek zu finden gewesen.
Speaker 0: und sie hatte sich nie getraut, eine Lehrkraft um ihre Unterschrift zu bitten.
Speaker 0: Auch wenn Jean davon ausgehen konnte, dass Severus Snape lediglich den Verwirrungszauber beherrschte, so war das schon allerhand für einen Drittklässler im ersten Trimester.
Speaker 0: Sie selbst hatte davon keine Ahnung, nicht weil sie glaubte, dessen nicht fähig zu sein, es war nur so, dass es sich ihrer Ansicht nach einfach nicht gehörte.
Speaker 0: Bei einem solchen Zauber handelte es sich zwar nicht unbedingt um schwarze Magie, Jedoch eine Art Zauberrei, die Jean nicht gut hieß.
Speaker 0: Gleichgültig, welches das Ziel war, das damit erreicht werden sollte.
Speaker 0: Plötzlich fragte sie sich, ob der erwachsene Snape wohl dazu fähig war, in anderer Leute Gehirne einzudringen und sich dort häuslich einzurichten.
Speaker 0: Dass Elvis Dumbledore die hohe Kunst der Gedächtnismanipulation beherrschte, daran hegte sie keinerlei Zweifel.
Speaker 0: Aber gab es da sonst noch irgendwen aus den Reihen der Lehrer, der so etwas fertig brachte?
Speaker 0: Lockhart hatte es gekonnt, doch der hatte sich auch als Betrüger herausgestellt.
Speaker 0: Jetzt war er ein Betrüger, der sich an seinem Betrug nicht mehr erinnern konnte.
Speaker 0: Tja, so ein Pech aber auch.
Speaker 0: Ein Umstand, der allerdings nicht seinem Unvermögen, sondern Runs mit Zauberband geflicktem Zauberstab zuzuschreiben war.
Speaker 0: Egal, Snape wäre es jedenfalls zuzutrauen, denn war er nicht auch so etwas wie ein Betrüger?
Speaker 0: mochte er die dunklen Künste nicht ein klein wenig zu sehr?
Speaker 0: Das immerhin hatte Jean schon bei dem belauschten Gespräch zwischen ihm und Lilly am Vortag herausgehört und während der letzten zwei Schuljahre hatte sie nicht nur einmal das Gefühl beschlichen, dass ihr Zaubertränkelehrer im Geheimen gut hieß, was der dunkle Lord in der Vergangenheit getan hatte und vielleicht eines Tages wieder tun würde.
Speaker 0: Aber nicht jeder Feldwald und Wiesenzauberer konnte Gedächtnisse verändern.
Speaker 0: Man musste, wie gesagt, entweder ein Vergiss mich oder ein ganz hohes Tier sein, vorzugsweise im Ministerium oder eben Böses im Schilde führen.
Speaker 0: Je länger Jean darüber nachdachte, desto überzeugter war sie, dass der junge Snape es tatsächlich getan hatte.
Speaker 0: Er hatte Filch, der ins Gwip war, vielleicht machte das die Sache ja einfacher, auf irgendeine Art dazu gebracht zu vergessen, dass Lilly diese Woche bereits zweimal nach Hoxmead gegangen und das ein drittes Mal nicht erlaubt war.
Speaker 0: Wenn sie Lilly später am Tag in die Finger kriegte, würde sie sie als Allererstes danach fragen.
Speaker 0: Und als nächstes, warum sie sich überhaupt noch einmal mit ihrem Freund Severus dorthin aufgemacht hatte, wo der Schleimbeutel ihr beim letzten Mal doch anscheinend schon so auf die Nerven gegangen war, dass sie kurzerhand den Rückweg angetreten hatte, obwohl sie eigentlich den ganzen Nachmittag dort mit ihm hatte verbringen wollen.
Speaker 0: Davon mal ganz abgesehen hätte Jean gern gewusst, was die Verhaltensänderung bei ihr ausgelöst hatte nach dem Gespräch mit James.
Speaker 0: Aber vielleicht war Lily einfach ein sprunghafter Mensch und es steckte rein gar nichts dahinter.
Speaker 0: Irgendetwas sagte ihr jedoch, dass das wohl eher Wunschdenken ihrerseits war.
Speaker 0: Im Jahr nineteenhundertsehntig schien nichts, aber auch gar nichts einfach zu sein.
Speaker 0: Ein weiterer Grund, weswegen Jean so unkonzentriert war, war übrigens ihre Wut auf Madame Pines.
Speaker 0: Die verglichen mit den anderen Angestellten in Hogwarts noch taufrische Bibliothekhexe, die sich kategorisch geweigert hatte, ihr ein bestimmtes Buch über Zauberstäbe und deren Eigenschaften herauszusuchen.
Speaker 0: das Jean im allgemeinen Bibliothekskatalog entdeckt hatte.
Speaker 0: Dieses spezielle Buch befindet sich im für sie verbotenen Teil dieser Bibliothek, Miss, hatte sie Jean ziemlich von oben herab erklärt.
Speaker 0: Mal ganz davon abgesehen, dass ich sie bei noch keine einzigen Gelegenheit hier vor mir gesehen habe, müssten sie mindestens siebzehn sein, um auch nur einen Blick hineinwerfen zu dürfen oder die Erlaubnis eines Lehrers vorweisen können.
Speaker 0: Und als wäre diese Information nicht schon frustrierend genug gewesen, hatte sie sich überdies auch noch gesträubt, Jean auch nur einen Tagespropheten anfassen zu lassen, weil sie ihr keinen Schülerausweis vorlegen konnte.
Speaker 0: Jean's Frage nach leichterer Kost, die Vielfalt an Zauberstäben betreffend, war von ihr letztendlich ebenfalls abgeschmettert worden.
Speaker 0: Als wäre Jean ein Wechselbike mit schokoladenverschmierten Fingern, das kein Recht darauf hatte, überhaupt irgendeinen Gegenstand in diesem Raum zu berühren.
Speaker 0: Zornig war sie zu dem Tisch mit den Zeitungen gegangen und hatte sich, sobald die alte Sabberhexe ihr den Rückenzug hätte, einfach wahrlos eine Ausgabe gegriffen.
Speaker 0: Seitdem war sie ein halbes Dutzend Mal dorthin zurückgegangen und hatte außerdem im Vorbeigehen das Buch über die Zeit aus einem der Regale genommen.
Speaker 0: Warum bloß sollte ein Buch über Zaubersterbe erst ab siebzehn sein?
Speaker 0: Für Jean ergab das überhaupt keinen Sinn.
Speaker 0: Abgesehen von ihr selbst saßen nur noch zwei andere Schüler in diesem Teil der Bibliothek.
Speaker 0: Eine von beiden war Bredika, doch sie hatte Jean nur einmal kurz zugewingt und sich dann wieder ihrem Oxford English Dictionary zugewandt, einem noch größeren Schinken als Zeit.
Speaker 0: Was ist das überhaupt?
Speaker 0: Bei der zweiten Person handelte es sich um einen bibbernden Erst- oder Zweitklässler, der beim leisesten Rascheln von Pergament zusammenfuhr und von dem Jean stark annahm, dass er nicht zum Vergnügen hier war, sondern sich vor seinen Mitschülern versteckt hielt.
Speaker 0: Madame Pines, die mittlerweile natürlich spitzgekriegt hatte, dass Jean sich bei den Propheten bediente, warf ihr verärgerte Blicke zu, die Jean geflissentlich ignorierte.
Speaker 0: Die Bibliothek hatte Samstags bis um eins geöffnet, selbst daran hatten zwanzig Jahre nichts geändert.
Speaker 0: Jetzt war es fünf vor zwölf.
Speaker 0: Jean legte den letzten Tagespropheten, den sie à la carte gelesen hatte, zurück zu den anderen und holte Zeit, was ist das überhaupt, aus seinem Versteck.
Speaker 0: Doch leider fand sie nicht das, wonach sie suchte.
Speaker 0: Warum schreibst du nicht ein einziges Wort darüber, ob man mit einem Zeitumkehrer aus der Vergangenheit zurück in die Zukunft gelangen kann?
Speaker 0: Magnus, du Troll-Tempus!
Speaker 0: flucht der Jean-Halblout vor sich hin.
Speaker 0: Hinter dem Regal ihr gegenüber reusperte sich Madame Pines geräuschvoll, was Jean zu einem allerletzten Versuch ansteigerte, ihr zumindest irgendein Buch über Zaubersterbe aus den Rippen zu leiern.
Speaker 0: Sie erhob sich, stellte Zeit, was ist das überhaupt, säufzend zurück ins Regal, an eine Stelle, an die es nicht gehörte, und ging dann hinüber zu Madame Pins Schreibtisch, woraufhin die Schulbibliothekarin sie mit einem bedrohlichen, was willst du denn schon wieder, Blick bedachte.
Speaker 0: Und natürlich wurde Jeans Nachfrage zum Wiederholten Male nicht entsprochen.
Speaker 0: Gerade überlegte sie, ob sie vielleicht Bredica bitten sollte, sich für sie einzusetzen, beziehungsweise bloß zu bestätigen, dass Jean tatsächlich Hogwartsianerin war.
Speaker 0: Wie sollte es denn noch anders sein?
Speaker 0: Sie war schließlich kein eingeschmuggelter Muggle.
Speaker 0: Sozusagen ein Schmuggel.
Speaker 0: Oder Peans ganz persönlicher Irwicht in Gestalt einer nervtödenden neunmal klugen Streberin, als sich die Tür zum Korridor öffnete und ein weiterer Schüler in die Bibliothek trat.
Speaker 0: Jean traute ihren Augen kaum, denn bei dem schlanken, braunhaarigen Jungen handelte es sich ganz eindeutig um Remus Lupin.
Speaker 0: Er wirkte auf Jean an diesem Ort genauso fremd wie ein Malfoy beim Mai-Tanz, bis ihr wieder einfehl, das Lilly gesagt hatte, Remus sei einer der Jahrgangsbesten.
Speaker 0: Jean atmete einmal tief durch und machte sich auf den nächsten Schlagabtausch des Tages gefasst.
Speaker 0: Die Uhr über Madam Peans Schreibtisch zeigte gerade mal zwölf Uhr Mittags an, doch Jean kam es vor, als hätte sie niemals zuvor an so vielen Fronten gleichzeitig gekämpft.
Speaker 0: Du bist wohl auch keine Frischluft-Fanatikerin, was?
Speaker 0: Begrüßte Remus Jean, die völlig perplex war, dass er sie überhaupt ansprach.
Speaker 0: Grießcremig startete sie ihn an, offenbar ähnlich grießcremig wie eine Bibliotheksvorsteherin, denn als nächstes fragte er, etwas nicht in Ordnung?
Speaker 0: Die blutigen Streamen, die angeblich die peitschende Weide bei ihrem letzten großen Rundumschlag in seinem Gesicht hinterlassen hatte, waren fort, buchstäblich, weggezaubert.
Speaker 0: Jemand mit Expertise musste sich das Jungen angenommen haben, Mutmaster Jean.
Speaker 0: Ich grüße Sie, Mr.
Speaker 0: Lupin.
Speaker 0: sprach die Bibliothekshexe Remus zu Jeans großen Erstaunen mit Namen an.
Speaker 0: Können Sie mir vielleicht bestätigen, dass diese Person hier Schülerin dieser Schule ist?
Speaker 0: Remus zu einem Moment lang überrascht aus und Jean dachte schon, jetzt würde er sie ganz gehörig auflaufen lassen, doch zu ihrem großen Erstaunen nickte er.
Speaker 0: Richtig, Madame Peans, das ist Jean Pearlman und sie ist neu im Hause Gryffindor.
Speaker 0: So, so, schnaubte die Schulbibliothekaren und ohne Jean anzusehen, Aber aus dem verbotenen Teil dieser Bibliothek lasse ich sie trotzdem nichts ausleihen.
Speaker 0: Wie sie meinen, flötete Jean betont gleichgültig, obwohl sie noch immer innerlich kochte.
Speaker 0: Die Hogwarts-Bibliothek war einmal ihr zweites Zuhause gewesen und mit der zwanzig Jahre älteren Madam Peans hatte es nie Probleme gegeben, obgleich Selbsttermine Granger nie das Privileg gehabt hatte, von ihr mit Namen angesprochen zu werden.
Speaker 0: Was kann ich denn heute für sie tun, mein Junge?
Speaker 0: fragte Madame Peans Remus mit hohnig süßer Stimme.
Speaker 0: Sie brachte sogar ein Lächeln zustande, etwas, was Jean so gut wie nie an ihr gesehen hatte.
Speaker 0: Ich wollte bloß mein ausgeliehenes Buch zurückbringen, antwortete Remus beflissen.
Speaker 0: Tut mir sehr leid, es war schon Mitte der Woche fällig, aber wegen Halloween habe ich leider nicht dran gedacht.
Speaker 0: Madame Peans schüttelte nachsichtig den Kopf.
Speaker 0: Überhaupt kein Problem, mein Lieber, hat ihnen Kreaturen mit Biss gefallen?
Speaker 0: Äh ... Ja, danke, die Lektüre hatte durchaus was für sich.
Speaker 0: Aus irgendeinem Grund, der sich Jean nicht erschloss, errötete Remus.
Speaker 0: Vielleicht lag es an der Sonderbehandlung durch die noch verhältnismäßig junge und gar nicht mal so übel aussehende Madame Pines.
Speaker 0: Ich hätte es passend gefunden, wenn der Herausgeber dem Buchdeckel eine ähnliche Gestalt gegeben hätte, wie dem Monsterbuch der Monster, setzte er lächent hinzu.
Speaker 0: Sie wissen schon, die Fangzähne.
Speaker 0: Madame Peans stieß ein lautes, gekünstetes Lachen aus und schlug sich anschließend die Hand vor den Mund.
Speaker 0: Am anderen Ende des Raumes drehte sich Bredika um und startte neugierig in ihre Richtung, wie Jean durch die Buchreihen hindurch sehen konnte.
Speaker 0: Wie übeross amüsant, Mr.
Speaker 0: Lupin.
Speaker 0: Das einzige Exemplar, bei dem ich jemals den Fehler gemacht habe, es in meiner Bibliothek unterzubringen, habe ich gleich am nächsten Morgen wieder entsorgt, nachdem es mir über Nacht Dutzende von anderen Büchern regelrecht zerfetzt hatte.
Speaker 0: Die beiden plauderten Ungezwungen miteinander, während Jean belemmert, daneben stand und zuhörte.
Speaker 0: Schließlich stand die dunkelhaarige Hexe auf, verschwand außer Sicht und kehrte schließlich mit einem Buch zurück, das sie Jean hinhielt.
Speaker 0: Dies hier ist altersgerechter Lesestoff-Miss.
Speaker 0: Wenn Mr.
Speaker 0: Lupien einverstanden ist, dürfen sie sich das Buch auf seine Karte ausleihen.
Speaker 0: Sobald sie mir ihren Schülerausweis vorlegen, stelle ich ihnen eine eigene Bibliotheksausweis aus.
Speaker 0: Jean blickte erst sie völlig verdattert an, dann das Buch.
Speaker 0: Aus welchem Holz bist du geschnitzt?
Speaker 0: Zauberstäbe und woraus sie gemacht sind, las sie den Titel laut vor.
Speaker 0: Oh, danke, ma'am, brachte sie mit Mühe heraus.
Speaker 0: Ähm, Remus?
Speaker 0: Der Junge nickte zum Zeichen, dass das in Ordnung ging, also suchte Madame Pins seine Karteikarte heraus, drückte übertrieben sorgfältig einen Stempel hinein.
Speaker 0: Bitte schön, sagte sie, gestellst an Jean gewandt.
Speaker 0: Als die Tür zur Bibliothek sagte und ohne ein Geräusch zu machen hinter ihnen ins Schloss fiel, drehte sich Jean zu Remus um und fiel sogleich über ihn her.
Speaker 0: Wieso tust du das?
Speaker 0: Wieso tue ich was?
Speaker 0: fragte er zurück.
Speaker 0: Du kannst mich nicht leiden, das weiß ich genau, schnappte sie.
Speaker 0: Warum also hilfst du mir?
Speaker 0: Vielleicht, weil ich generell ein hilfsbereiter Mensch bin?
Speaker 0: Glaube ich dir nicht.
Speaker 0: Womit du recht haben könntest, und ich glaube, ich kann dich wirklich nicht sonderlich leiden.
Speaker 0: Also, warum dann?
Speaker 0: Insistierte Jean genervt.
Speaker 0: Remus erwiderte nichts, zogte bloß mit den Schultern.
Speaker 0: Fast da ein bisschen traurig aus, fand sie.
Speaker 0: Weil ich anders bin, durchzogte es sie plötzlich ohne jede Vorwarnung.
Speaker 0: Weil ich anders bin und er es spüren kann.
Speaker 0: Genauso wie ich spüre, dass er anders ist, ganz anders als seine sogenannten Freunde.
Speaker 0: Obwohl ich noch nicht genau weiß, warum.
Speaker 0: Hast du heute schon mit James geredet?
Speaker 0: fragte sie arg wünnisch.
Speaker 0: Wieso sollte ich?
Speaker 0: Remus grinst er wieder, als wäre nichts gewesen.
Speaker 0: Nein, habe ich nicht.
Speaker 0: Ich pflege nämlich, Samstags auszuschlafen, fuhr er ein wenig von oben herab fort.
Speaker 0: Und ich bin nicht im Quidditch-Team, fügte er hinzu.
Speaker 0: Jean betrachtete kritisch sein Gesicht.
Speaker 0: Wie ich sehe, hast du dir deine Kratzer entfernt lassen.
Speaker 0: Wie kommt's?
Speaker 0: Keine Lust mehr auf das Image des rauen Helden, der gegen Ast schwingende Bäume kämpft?
Speaker 0: Remus Gesicht verdunkelte sich kaum merklich.
Speaker 0: Normalerweise richtet Poppy sowas immer mit einem Schwenk ihres Zauberstabs.
Speaker 0: Diesmal hatte sie es bloß vergessen.
Speaker 0: Ich bin gestern Nachmittag noch mal zu ihr.
Speaker 0: Er bissig auf die Lippen, als hätte er etwas gesagt, was er besser für sich hätte behalten sollen.
Speaker 0: Es klang aber auch zu seltsam.
Speaker 0: Wie oft war dieser Kerl eigentlich schon wegen der gleichen Sache im Krankenflügel gewesen, dass er mit Madame Promfray quasi auf Du und Du war?
Speaker 0: Was steckte dahinter?
Speaker 0: Ach übrigens, sie hat mir was für dich mitgegeben.
Speaker 0: Für mich?
Speaker 0: Jean war ehrlich überrascht.
Speaker 0: Was konnte das wohl sein?
Speaker 0: Genau für dich.
Speaker 0: Lass es anscheinend bei ihr liegen lassen.
Speaker 0: Wo habe ich es denn jetzt?
Speaker 0: Remus stürbte sämtliche Hosen- und Jackentaschen um und förderte schließlich ein zweifach gefaltetes Stück Perkament zutage, das er ihr reichte.
Speaker 0: Hier, ich muss jetzt los.
Speaker 0: Draußen ist es zu schön, um in diesen düsteren Kasten herumzuhängen.
Speaker 0: Ohne überhaupt noch eine Bemerkung ihrerseits abzuwarten, entfernte sich der junge Lupin eilig und stieg am Ende des Ganges eine Treppe hinab.
Speaker 0: Stirnrünseln falte de Jean das Pargament auseinander.
Speaker 0: Ihr Blick fiel als erstes auf eine ihr bekannte, schön geschwungene Federschrift.
Speaker 0: Ganz oben links stand, XX.
Speaker 0: April, da runter Alfisio.
Speaker 0: Alfisio?
Speaker 0: Jean überlief es kalt.
Speaker 0: Das war doch der Name ihres angeblichen Geburtsorts in Griechenland, den sich Dumbledorf für sie überlegt hatte.
Speaker 0: Und das darüber ihr fiktives Geburtsdatum.
Speaker 0: Jeans Blick folgte den Zahlen weiter zum unteren Rand des Pargaments.
Speaker 0: Ihre Augen wurden immer größer.
Speaker 0: Waren sie unter allen Umständen ihren Muckelstatus, war dort zu lesen.
Speaker 0: Da lügen, die sich nah an die Wahrheit anlehnen, die besten sind.
Speaker 0: Jeans Hand begann zu zittern, so stark, dass sie den Zettel fallen ließ.
Speaker 0: Dies hier war der Merkzettel, den Dumbledorfer sie verfasst hatte, bevor er alle überflüssigen und gefährlichen Gedanken, die mit ihr zu tun hatten, seinem Denkarium hinzufügte.
Speaker 0: Der Zettel, von dem er verlangt hatte, Jean möge ihn vernichten, nachdem sie alles darauf stehende gelesen und auswendig gelernt hatte.
Speaker 0: Doch sie hatte ihn nicht vernichtet.
Speaker 0: und nicht nur das, sie hatte ihn völlig vergessen.
Speaker 0: Am ganzen Körper brach ihr das Schweiß aus und geräuschvoll rang sie nach Luft.
Speaker 0: Doch zum Glück stand sie völlig allein hier auf dem Gang, so dass niemand Zeuge ihres Panik-Anfalls wurde.
Speaker 0: Hatte Madame Promfrey das hier gelesen?
Speaker 0: Oder noch schlimmer, hatte Remus Lupin es ebenfalls gelesen.
Speaker 0: Jeans Herz raste.
Speaker 0: Die schulkranken Schwester musste den Zettel gelesen haben, denn sonst hätte sie nicht gewusst, dass es Jean war, die ihn verloren hatte.
Speaker 0: Oder hatte sie das allein daraus geschlossen, dass das Pergament vielleicht innen oder neben ihrem Bett gelegen hatte?
Speaker 0: Außerdem hätte Pom Frey, wenn sie die Prisons dieser Botschaft begriffen hätte, den Zettel niemals einem Schüler in die Hand gedrückt, ohne ihn vorher neu zu versiegeln, oder?
Speaker 0: Konnte Jean also davon ausgehen, dass Madame Pom Frey das kleinere Problem war?
Speaker 0: Zumindest Heteré muss den Inhalt einfach so lesen können, ohne dass jemand ihm das hätte nachweisen können.
Speaker 0: Und hatte er sich nicht höchst verdächtig verhalten, indem er gerade so schnell abgehauen war?
Speaker 0: Doch auch Lilly hatte vorhin ziemlich schnell das Walter gesucht, und das konnte nichts mit diesem vermalle Deiten Zettel zu tun gehabt haben.
Speaker 0: Remus Lupin jedoch war einer der Rumtreiber, und wie Jean inzwischen wusste, scherten die sich nicht die Bohne um irgendwelche Regeln.
Speaker 0: War er deshalb vorhin so bemühtfreundlich zu ihr gewesen, weil er etwas über sie wusste, was sonst keiner wusste, und ihm das genug tun bereitete?
Speaker 0: Obwohl er gleichzeitig zugegeben hatte, sie noch immer nicht leiden zu können.
Speaker 0: Wenn ein Lehrer Snape ihr eine unversiegelter Botschaft für Draco Malfoy mitgegeben hätte, Dann hätte eine Hermine Granger doch ebenfalls nachgesehen, was es damit auf sich hatte, oder etwa nicht.
Speaker 0: Ron zumindest hätte es getan, hundertprozentig.
Speaker 0: Und Harry auch.
Speaker 0: Es half alles nichts.
Speaker 0: Sie musste Lupin schnellstmöglich einholen, ihn ausdrücklich fragen, ob er den Zettel gelesen hatte und egal, welche Antwort sie erhebt, versuchen zu ergründen, ob er die Wahrheit sagte oder logg.
Speaker 0: Verdammt, sichert Rieber sich bereits wieder mit seinen feinen Freunden irgendwo in den Schlossgründen herum.
Speaker 0: Bei Merlin, sie hatte keine Zeit zu verlieren, wenn Lupin das Stück Pergament tatsächlich gelesen hatte, würde er das Gelesene wohl kaum für sich behalten.
Speaker 0: Endlich erwachte Jean aus ihrer Stare und hetzt dem schon lange entschwundenen Jungen hinterher.
Speaker 0: Nox.
Speaker 0: Ich hoffe, die hat dir heutige Geschichte gefallen.
Speaker 0: Schreib mir das super gerne in die Kommentare und unterstütze so die Reichweite.
Speaker 0: Falls du eine Geschichte hast, die ich lesen soll, kannst du mir auch das sehr gerne schreiben.
Speaker 0: Ich freue mich auf jeden Fall von dir zu hören.
Speaker 0: Und jetzt bis zur nächsten Geschichte, deine Jana.
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