Crazy in love ❣️Snarry - Harry Potter Hörbuch deutsch - FanFiction
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vorlesen #harrypotter #hörbuch #einschlafen
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Disclaimer: Die Rechte an allen Charakteren, Orten und allem aus den Harry Potter Büchern bekanntem liegen bei J. K. Rowling / Pottermore.
Ich freue mich, dass du wieder zu einem neuen Kapitel eingeschaltet hast.
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Ich freue mich über eine positive Bewertung von dir und wünsche dir nun ganz viel Spaß
mit der neuen Folge "BloomOS".
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Vielen Dank für eure Unterstützung und jetzt ganz viel Spaß mit der neuen Fanfiction.
Der Emoji of the Day ist ein Trank, schaut gerne mal ob ihr den findet und ansonsten viel
Spaß mit Crazy in Love von Enora.
Harry seufzte leise, als er von seinem Spaziergang ins Schloss zurückkehrte.
Seit dem Ende des Krieges ginge er häufig spazieren, beinahe jeden Tag sogar, immer
allein, immer irgendwo weit draußen auf dem Gelände des Schlosses.
Er brauchte diese Stunde am Tag, in der er mit sich und seinen Gedanken allein war, in
der er mal nicht durch die Gänge ging, in denen die Kämpfe stattgefunden hatten und
sich niemand um ihn herum unterhielt oder noch schlimmer seine Beteiligung an einem
Gespräch erwartete.
Der Krieg war vorbei und Hockwords vollständig repariert und gereinigt.
Leider hatte das mit dem alten Gemäuer besser funktioniert als mit seinem eigenen Kopf.
Er sah auf, als jemand seinen Namen rief, nur um in die Tiefen seiner Altträume zu stürzen.
Dutzende Schüler strömten gerade aus der großen Halle, in der das Mittagessen vermutlich
vor ein paar Minuten geendet hatte, auf ihn zu und kaum, dass sie ihn erblickten, fingen
sie alle an, seinen Namen zu rufen und jetzt eindeutig in seine Richtung zu laufen.
Er wusste nicht, warum und er wollte auch gar nicht bleiben, um herauszufinden, warum.
Vielmehr nahm er sofort Reiß aus, warf sich den Tarnumhang über, den er permanent bei
sich trug und schlug den einzig möglichen Weg ein, der ihm nicht von der Schülerschar
abgeschnitten wurde, runter in die Kärche.
Ihr wisst, würde er diese durchgeknallte Mäute irgendwo in den verwinkelten Gängen abschütteln
können.
Was bei Merlin wollten die denn nur von ihm?
In den letzten Wochen hatte er es doch gut geschafft, einfach ignoriert zu werden.
Reichte es nicht, dass ihn ständig Reporter belagerten und er kaum noch seine Post öffnen
konnte, geschweige denn außerhalb von Hogwarts auf eine Straße gehen, weil dann sofort unzählige
Leute irgendetwas von ihm wollten?
In der Schule sollte er doch eigentlich seine Ruhe haben.
Er rannte schneller, bog um eine Ecke, schoss durch einen allsatzbekannten Geheimgang und
die nächste Treppe hinab.
In seiner Eile übersah er eine der Trickstufen, sein linkes Bein sackte weg und dank seiner
Geschwindigkeit stolperte er mit seinem vollen Gewicht über sein Knie, ehe er nach einem
kurzen Flug auf dem harten Boden aufschlug.
Der Schmerz explodierte in einem Knie und trieb ihm sofort die Tränen in die Augen,
als er mühsam versuchte wieder auf die Beine zu kommen und gleichzeitig den Tarnumhang wieder
halbwegs über sich zu ziehen.
Hierher fauchte ihn eine dunkle Stimme an.
Er wurde auf die Beine und in eine schmale Nische gezogen, die kaum groß genug für
zwei Personen war.
Es war Snape, der jetzt an seinem Tarnumhang zerrte, um sie beide darunter zu verbergen,
während Harrys Herz noch riesige Gallop-Schritte machte.
Snape schlang die Arme um ihn, als er drohte einfach wegzusacken und drängte ihn fest
gegen die Wand, was Harry fast ins Delirium versetzte.
Vielleicht träumte er einfach ein ganz skurriler Albtraum, in den sich seine tiefsten Sehnsüchte
mischten.
Er war Snape so nah, dass er seinen kräftigen Herzschlag unter seinem Ohr hören konnte.
Als die Schüler meute jedoch über den Gang stürmte, verschwanden die positiven Gefühle
und er machte sich so klein wie es nur ging.
Snape war ohnehin nicht hier, um seine geheimen Wünsche nach Nähe zu erfüllen, sondern rettete
ihm offensichtlich nur mal wieder den Hinten.
"Still", hauchte Snape, als würde er sich nicht ohnehin kaum trauen zu atmen.
Endlich verklangen die donnernden Schritte wieder und Snape löste sich etwas.
"Kommen Sie", wies er ihn an und zog ihn mit sich.
Als er auftrat, fiel Harry jedoch fast und echter Schmerz erfüllt auf.
"Was ist mit Ihrem Bein?"
"Tut weh", mummelte er benommen, Snape solchste.
"Ich stürze Sie."
Nur gut, dass sie ohnehin den Tarnumhang trugen, es musste urst bescheuert aussehen, wie er
an Snape's Seite herum humpelte.
Die Erschütterungen in seinem Körper schienen einzeln durch sein Knie zu fahren, obwohl
er das Bein gar nicht bewegte, und als sie endlich an der Tür zu Snape's Wohnung angelangt
waren und der ihn direkt auf sein Sofa verfrachtete, hätte er vor Erleichterung heulen können.
Snape legte den Tarnumhang zur Seite und hockte sich stattdessen für Harry's Bein.
"Darling, unwillkürlich sei Harry zur Seite, zu der fremden Stimme, nur um den Blick sofort
wieder abzuwenden, als er den halbnackten Kerl erspähte, der in einer Tür aufgetaucht
war.
"Geh wieder rüber, Esser", knurte Snape und führte seinen Zauberstab mehrfach über
Harry's Bein, der den Blick jetzt bemüht gesenkt hielt.
"Oh, haste ein verletztes Schülerchen", Harry gab ein impertes Geräusch von sich,
das aber in Snape's Stimme unterging.
"Ich sagte, geh wieder rüber", wiederholte er und klang reichlich wütend.
Vermutlich war es ihm gar nicht recht, dass Harry auf die Idee kommen könnte, ihn zu
fragen, warum ein nur mit Unterhose bekleideter Kerl durch seine Wohnung lief.
Dabei war Harry doch arg damit beschäftigt, nicht vor Schan im Boden zu versinken, während
er sich in seinem Kopf noch alles drehte.
"Was ist passiert, Potter?"
"Oh, das ist Harry Potter."
Snape löste sich erprobt von ihm und trat so wütend auf den anderen Mann zu, dass Harry
sich sicher war, er müsste sich in einen Regenwurm verwandeln, der zuckte jedoch nicht mal.
"Nimm deinen Krämpel und geh, jetzt", verlangte er harsch und schubste ihn regelrecht in
das Zimmer zurück, wobei er ihm auch noch folgte, so dass Harry den Gespräch für einige Minuten
nicht mehr folgen konnte.
Stattdessen versuchte er ganz vorsichtig, sein Bein in eine Position zu bringen, in
der es nicht mehr so unglaublich weht hat.
Noch bevor er das schaffte, schob Snape den Kerl, der jetzt immerhin eine Hose trug und
scheinbar noch dabei war, ein Hemd überzuziehen, vor sich her, durch seine Wohnung, zu Tür
und hinaus, ehe er die Tür hinter ihm zuwarf und mit einem Schutzzauber versah.
"Ich entschuldige mich", sagte er, was Harry noch mehr verbunderte als alles andere.
"Waren denn heute alle durchgeknallt?", er stießt die Luft aus.
"Kein Thema", nuschelte er.
Snape hockte sich wieder zu seinem Bein.
"Das muss sich Madame Pumphrey anschauen", stellte er fest, "ich kann ihnen nur einen
Abschwell trank und etwas gegen die Schmerzen geben, bevor ich sie nach oben bringe.
Was war da draußen los?
Das war schon die zweite Gruppe durchgeknallter Schüler, die ich gesehen habe."
Harry blinzelte ihn hilflos an, während Snape ein Kästchen herbeifliegen ließ, aus dem
er ihm zwei Phäon reichte.
"Ich weiß nicht, die haben nach mir gerufen, also bin ich weggerannt."
Er hob die Schultern leicht und nahm aus beiden Phäolen einen Schluck, er leichtert aufatmend
als der Schmerz sich etwas dämpfte.
"Nichts Ungewöhnliches beim Mittagessen?", Harry schüttelte den Kopf.
"Ich war gar nicht da, keine Ahnung."
"Nein, das hatte er wieder einmal verpasst.
Vor allem am Wochenende passierte ihm das häufig, da es ihn zu dieser Zeit meist nach
draußen zog."
"Sie haben nichts gegessen, großartig, diese Tränke sollten sie nicht auf nüchternen
Magen nehmen", brummte Snape, und sah ihn wieder einmal an, als er ganz allein für alles
schlechte auf der Welt verantwortlich.
"Harry senkte den Blick."
"Bleiben Sie hier und legen Sie das Bein hoch.
Ich organisiere etwas zu essen und erkundige mich, was im Schloss los ist, bevor wir noch
in dieser Mäute rennen, wenn ich sie in den Krankenflügel bringe", erklärte er wütend,
kam auf die Beine und wendete sich ab.
Harry sagte in das Polster des Hofers zurück und presste sich die Handballen gegen die
Stirn.
Er versuchte doch wirklich einfach nur sein letztes Schuljahr nachzuholen.
Man sollte doch meinen ohne durchgeknallte Massenmörder wäre das etwas einfacher.
Als sich die Tür bereits wieder öffnete, war sein Fluchtinstinkt sofort wieder aktiv.
Allerdings erkannte er ziemlich direkt Snape, der etwas zerwühlt aussah.
"Was haben Sie gemacht?", fragte er aufgebracht und verhexte seine Tür mehrfach.
"Ich weiß nicht wovon Sie sprechen, Sir", sagte er leise und zog die Schultern an.
"Ich warb es eben spazieren, draußen auf dem Gelände.
Die ganze Schule sucht nach ihnen, als ob ... nicht so wichtig", winkte er ab.
"So einfach können wir jedenfalls nicht heraus.
Irgendetwas stimmt da nicht, wenn ich kriege sie unmöglich ungesehen in den Krankenflügel.
Ich lasse die Hauselfen etwas zu essen bringen, danach versuchen wir es unter ihrem Tarnumhang",
legte er fest.
Harry, der nun immer noch nicht wirklich wusste, was eigentlich los war, nickte nur hilflos.
"Das klang nicht so, als ob er irgendeine Wahl hätte."
"Haben Sie noch weitere Verletzungen?", fragte Snape, nachdem er eine Hauselfe beauftragt
hatte, deutlich ruhiger wirkend jetzt.
"Ich glaube nicht, danke."
Er deutete unsicher zu seinen Beinen, immerhin tat es nicht mehr so weh.
"Tut mir leid wegen ihrem Freund, also ich ... er ist nicht mein Freund", unterbrach
Snape scharf.
Harry schlugte.
"Okay, ich ... also danke, wegen ...", er wedelte mit der Hand.
"Er hatte überhaupt kein Bedürfnis angestaht, so werden wir ein Tier im Zoo, nur weil er zufällig
Harry Potter hieß."
"Schon gut", sagte Snape versöhnlicher.
Dahingehend teilten sie sich ihr Schicksal seit einigen Monaten.
Snape hatte Harry explizit darum gebeten, seine Beteiligung am Kriegsende nicht breit
zu treten, und das hatte er auch nicht gemacht.
"Nein, das waren die Leute vom Gericht gewesen.
Seitdem waren sie beide regelmäßig auf der Flucht vor der Presse, die leider immer wieder
aufs Schulgelände gelassen werden musste, um über den Fortschritt bei den Reparaturen
und Neubauten zu berichten."
Das Essen erschien auf magische Weise auf dem Tisch vor der Couch.
"Essen wir", sagte Snape, und setzte sich neben ihn, dass Harrys armes Herz gleich wieder
flattern ließ.
Wenn er nur nicht so bescheuert wäre, sich ausgerechnet in Severus Snape verknallt
zu haben, das würde auch vieles einfacher machen, echt.
Ihr Umgang miteinander war wesentlich freundlicher als früher, aber wirklich nichts, was irgendwie
tiefer ging.
Also beschäftigte sich Harry einige Momente damit, sein nutzloses Bein so zu positionieren,
dass er trotzdem essen konnte, um bloß nicht Snape zuzuschauen, wie der sein Besteck in
die eleganten Hände nahm.
"Wow", machte er als Erkostete, "die Hauselfen haben sich ja richtig ins Zeug gelegt oder
liegt das an den Tränken", fragte er verwirrt.
"Klar, in Hogwarts schmeckte das Essen immer aber heute?"
"Nein, es ist wirklich hervorragend", stimmte Snape zu.
"Die Hauselfen mussten für die Fleischkruste Sirup verwendet haben, anders konnte er sich
nicht erklären, dass ihn das Essen an Sirup-Torte erinnerte."
"Verrückt, sein Magen an, die Mahlzeit auf jeden Fall auch dankbar an und er verputzte
alles restlos, hinterher ein großes Glas Wasser lehrend, das Snape ihm reichte."
"Also schön, wir ziehen den Tarnumhang über und ich verhexe unsere Füße, sie bleiben
nicht bei mir und geben keinen Ton von sich, warum auch immer das ganze Schloss scheint
sie zu suchen und ich bezweifle, dass es ihnen gut bekäme, wenn die sie finden würden."
Harry schluckte, nickte aber natürlich, dann eben wieder ganz nah zu Snape, schade, dass
ihn das so gar nicht stürzte.
Cyrus stockte und blieb mitten im Wohnzimmer stehen.
Schon beim Essen war es ihm merkwürdig vorgekommen, dass es eine so starke note Kirsche aufwies,
aber weil es ihm wirklich gut schmeckte, hatte er es gedanklich abgetan.
Nicht abtunen konnte er jedoch den Geruch, den er gerade in der Nase hatte.
"Potter!" murmelte er alarmiert.
Der kam gerade mühsam auf die Beine, wobei er versuchte, seinen linkes Bein so wenig
wie möglich zu bewegen und sah nun Fragen zu ihm auf, er erfasste etwas zurückzuckte.
Cyrus musste seinen Körper aktiv dazu zwingen, sich nicht zu bewegen.
Alles in ihm hatte das tiefe Bedürfnis, auf Potter zuzugehen und er nahm an, dass man ihm
das auch ansah.
"Love in Sla Boa", sofort, raunte er mit viel zu dunkler Stimme und deutete auf die
Tür, die aus seinem Wohnzimmer führte.
Aber da er schon froh war, sich überhaupt formulieren zu können, blieb keine Zeit,
sich über die Art und Weise aufzuregen.
Leider sorgte Harrys eiliges davon Humpel nur dafür, dass er die Beherrschung über
seinen Körper verlor und ihm stattdessen wie ein Raubtier auf der Jagd folgte.
Es war, als könnte er sich selbst von außen beobachten, wie er etwas tat, was gar nicht
seinem ursprünglichen Willen entsprach.
Das Szenen in ihm war so stark, dass es ihm beinahe körperliche Schmerzen verursachte
und als Harry sich auf die andere Seite des Arbeitstisch zurückzog, konnte er sich nur
mit Mühe und Not daran hindern, nicht einfach über den Tisch zu steigen, um ihm zu folgen.
"Fesselfluch", brachte er mühsam hervor.
Wenigstens reagierte Harry sofort, zog seinen Zauberstab und fesselte Severus mit einem
Zauber an eines der Regale im Raum.
"Du musst braun", Harry blinzelte ihn an.
Er schien noch nicht verstanden zu haben, was vor sich ging, aber wie auch, anders als
absolut alle anderen im Schloss, war er immun.
"Ich kann doch gar nicht braun", sagte er verständnislos.
"Gebt ihr Mühe, ich sage dir die Zutaten", raunte er dunkel.
Und hatte doch den Eindruck, dass Harry darauf irgendwie reagierte.
Was unsinnig war, ausser man hätte ihm etwas anderes untergejubelt als Severus.
"Okay", murmelte er, "Silberkessel, kleine Flamme", lauteten seine ersten Anweisungen,
während der Gierig beobachtete, wie Harry sich durch den Raum bewegte.
Die Kontrolle über seine Worte zu halten, war einfacher als der Rest.
Sein Körper bewegte sich in den Fesseln und sein Geist streckte die Finger nach Harrys
ohnehin immer viel zu lauten Gedanken aus.
"Spulen, Wurzel, Aufguss", wies er Harry weiter an.
Seine Finger fuhren am Seil entlang, das ihn gefesselt hatte.
Harry war ganz auf sein Tun konzentriert und bekam nicht mit, was in seinem Rücken passierte.
Drei Tropfen rät Sinus Öl dazu, dann drei Ebereschen Zweige und rühren, bis es eine
rote Farbe annimmt.
Er keuchte beinahe als Harry sich nach den Zweigen bügte und rugte an seinen Fesseln,
was die Flächen im Regal leise klirren ließ.
Er schüttelte den Kopf in der Hoffnung, halbwegs bei Verstand bleiben zu können,
dennoch hatte er das Gefühl, dass ihm seine klaren Gedanken immer mehr entglitten.
Harry hatte wirklich keinen Schimmer, was vor sich ging und darum Snape sich jetzt
so merkwürdig verhielt.
Hat er irgendwie etwas von dem abbekommen, was auch das restliche Schloss aufgewiegelt
hatte?
Harry nahm zumindest nicht an, dass er Fessel spiele im Labor stand, also kam nicht viel
anderes in Frage.
Lack also irgendetwas in der Luft?
Warum merkte er davon dann selbst nichts?
Leider war die ohnehin schon dunkle Stimme des Professors seitdem noch deutlich gesunken
und blöderweise reagierte Harry darauf ziemlich intensiv.
"Soll ich die Zweige brechen oder malen?", fragte er, ganz ab seine Hände konzentriert.
Sein Bein pochte noch immer und er war ja schon im Bestfall nicht gerade ein Genie im
Brauen.
Er wusste sogar, dass ihm das Rezept irgendetwas sagen müsste, aber er kam einfach nicht
darauf.
"Mallen", die Antwort war ein gerauntes Flüster in seinem Nacken, sodass er unwillkürlich
herumfuhre, mit großen Augen zu dem Mann hochsterrend, der plötzlich einfach hinter
ihm stand.
Verdammt, offenbar war er so oft das hier konzentriert und vor allem anderen abgelenkt
gewesen, dass Snape sich aus dem Fesselfluch hatte befreien können.
Jetzt stand er viel zu nah vor ihm, ein dunkler Schatten, ein Raubtier und Harry führte sich
wie das sprichwörtliche Reh in seinen Frontlichtern vollkommen erstarrt.
In einer fließenden Bewegung schob Snape eine Hand in Harrys Nacken und beugte sich
gleichzeitig zu ihm herab, um ihn zu küssen, sich gleichzeitig fest gegen ihn drückend.
Für einen Moment war Harry so davon überwältigt, dass er es nicht einfach nur zuließ, sondern
sogar erwiderte.
Wie oft hatte er davon geträumt?
Viel zu oft.
Es gab nur ein Problem, Snape war eindeutig nicht er selbst.
Gerade noch von purer Euphorie getrieben fiel er bei der Erkenntnis innerlich regelrecht
in sich zusammen.
Ohne sich zu lösen, das brachte er ja ohnehin nicht über sich und Snape hielt ihn dafür
auch viel zu fest, zog er stattdessen seinen Zauberstab, dem Tränke-Professor seinen Lähm-Zauber
ungesagt direkt in die Seite jagend.
Snape wurde stocksteif und geriet ordentlich in Schieflage, sodass Harry ihn festhalten
musste.
Etwas mühsam legte er den Mann auf dem Boden ab, leise ächzend, weil sein Knie die Bewegung
überhaupt nicht schätzte.
Traurig sah er in die schwarzen sterren Augen.
"Ahmotencia", murmelte er verstehend.
Er richtete sich auf und rieb sich über die Stirn, daher kannte er das Rezept.
Es war das, was Slughorn, der ein Stron verabreicht hatte, als der versehentlich die Schoko-Kessel
gegessen hatte, die Romila Wayne ihn geschickt hatte.
Merlin, für einen ihrwitzigen Moment hatte er wirklich geglaubt.
Er atmete tief durch und trat wieder zu seinem Arbeitsplatz, um schweigend das Gegenmittel
weiterzubauen.
Es war ehrlich gesagt sogar sehr einfach und Harry wusste genau, welche Farbe es am
Ende annehmen musste.
Als es also ganz durchsichtig war und kein Geruch mehr davon aufstieg, schaltete er
die Flamme ab, seine innere Verzweiflung bestmöglich niederingend.
Er füllte eine kleine Fiule davon ab und kühlte sie mit einem Zauber auf eine trinkbare Temperatur
herunter, ehe er sich Snape besah, der regungslos auf dem Boden lag und ihn nur mit seinem Blick
fixierte.
Selbst jetzt wirkte die Intensität der schwarzen Augen fast gruselig.
Wenn er den Lammfluch aufhob, könnte er ihm das Gegenmittel vermutlich nicht einfach
so verabreichen, oder?
Wiederum konnte Snape im Moment nicht schlucken und würde maximal ersticken.
Er rieb sich mit den Fäusten über die Stirn, ehe er das einzige machte, was ihm in den Sinn
kam.
Es tat zwar scheiße weh, aber er hockte sich mit den Knien so über Snape, dass seine
Beinen eingeklemmt waren, in der rechten Hand den Zauber starb, in der linken die Fiole.
Hoffentlich war der Schluckreflex so lange er auf dem Rücken lag stärker als alles andere,
dass er ihm dabei so nahe kommen musste.
Severus war vollkommen bewegungsunfähig. Weder sein eigener Wille noch der Einfluss
des Zaubertranks waren stark genug, als dass er auch nur ein Augenlied hätte bewegen können.
Als Harry sich über ihn hockte, gespürte pure Euphorie seinen nutzlosen Körper. Er jedoch
konnte in Harrys Augen sehen, wie sehr ihn das hier mitnahm. Er wirkte richtig fertig mit seiner
Welt, und Severus, der nicht verhindern konnte, dass er fröhlich seinen Gedanken lauschte,
wusste auch warum. Scheinbar war alles, was der junge Mann wollte, Severus ungeteilte
Aufmerksamkeit und Zuneigung, also im Grunde genommen genau das, wenn auch auf etwas übertriebene
Weise, was er im Begriff war zu unterbinden. Der Kuss hatte ihn nicht aufgrund der Übergriffigkeit
verletzt, sondern weil er nicht echt war.
Im gleichen Moment, in dem Harry sein Finita hervorbrachte, kippte er Severus den Zaubertrank
zwischen die geöffneten Lippen, was erstaunlich gut funktionierte. Offenbar sorgte Geist aus
Krankeverliebtheit nicht dafür, den Überlebenssyngenzlich zu unterdrücken, auch wenn er gleichzeitig
versuchte, Harry von sich herunter und sich über ihn zu bringen, was in einem kleinen
Handgemenge endete. Harry schaffte es jedoch auf seiner Brustsitzen zu bleiben, beide Hände
fest gegen seine Schultern gestemmt. Sein Kopf hing gegen hing schlapp zwischen seinen
Schultern herab, als hätte er nicht zusätzlich auch noch die Kraft diesen oben zu halten.
Vielleicht hatte er auch nur nicht das Bedürfnis, dass Severus weiter in seinen Zügen lesen
konnte. Endlich wurde Severus' Körper ruhiger, bis er schließlich wieder vollkommen her über
sich selbst war. Das Gefühl in ihm drin war furchtbar, als hätte er etwas Wichtiges
verloren, wie Liebeskummer eben. Ein wohlvertrautes, dadurch aber nicht weniger unangenehmes Gefühl.
Harry sah auf, um sich zu vergewissern, dass Severus wirklich wieder normal war und stießt
die Luft tief aus, als der wahnhafte Ausdruck aus seinen Zügen verschwunden war. Er löste
seine Hände und schubte sich von seinem Professor herunter, plötzlich ganz akribisch damit beschäftigt,
die Gerätschaften, die er zum Brauen benutzt hatte, zu reinigen.
Severus atmete tief durch und setzte sich langsam auf. Diese Situation konnte er wohl
nicht so einfach wieder in Ordnung bringen. "Lass das stehen", sagte Erleise, als er
sich erhob. "Wir sollten den Trank abfüllen." Harry kämpfte deutlich mit sich, holte dann
aber lieber ein Kästchen mit leeren Pheolen heran. "War das amortens der im Essen?" fragte
Erleise. Gut, immerhin konzentrierte er sich wieder auf ihr eigenliches Problem. "Dafin
gehe ich aus, ja." "Wie kann so was passieren? Ich meine, die Hauselfen werden wohl kaum
irgendetwas ins Essen mischen, was ihnen irgendjemand gibt, oder?" fragte Harry verständnislos.
"Nein, es gibt einen Elfen, der sogar alles vorkosten muss. Allerdings weckt Amortens
ja im Gegensatz zu den meisten Giften auf Hauselfen nicht. Er fand es also vermutlich
einfach lecker. Wie es in die Küche gekommen war, blieb trotzdem fraglich." "Also müssen
wir in die Küche", stellte Harry fest. "Aber dann können wir wenigstens das Gegenmittel
einfach verteilen." "Ach ja, ich bezweifle, dass die Schlossbewohner einfach so zur nächsten
regulären Märzeit gehen werden." Harry hob die Schultern. "Die Leute haben doch gerade
im Grunde alle Liebeskummer, weil sie mich nicht finden können, oder? Da soll Süßkram
doch helfen. Wir lassen die Hauselfen einfach irgendwelche Pralinen oder so mit im Trank
füllen und sie durch die Gänge fliehen." Severus war von der Idee zwar nicht so überzeugt,
aber Harry ging davon aus, dass das, was im zweiten Schuljahr geklappt hatte, auch wiederklappen
würde. Wenigstens bei einem guten Teil der Leute. Die konnten ja dann im Zweifelsfall
mit dem Rest helfen. "Na schön, in die Küche müssen wir so oder so. Und das Gegenmittel
ist schnell neu herzustellen, falls es nicht klappt", legte Severus fest und löste sich
um Harrys Talenumhang aus dem Wohnzimmer zu holen. Und vielleicht auch, um dieser unaussprechlich
unangenehmen Stimmung für einen Moment zu entkommen. Zuerst mussten sie dafür sorgen,
dass das Schloss wieder zu Verstand kam, alles andere konnten sie danach klären. Außer
Severus verschanzte sich hinterher in seiner Wohnung, was passieren könnte.
Durch das Schloss zu gelangen war gar nicht so einfach. Mittlerweile liefen die Schüler
und Lehrer weniger als große, aufgeregte Gruppen durch die Gänge, sondern trieben
einzeln Regelrecht vor sich hin. Harry hatte Recht, sie alle schienen sich in einem Stadium
Regelrecht der Depression zu befinden, weil sie die Person, von der sie so besessenbaren
nicht ausfindig machen konnten. Nicht einmal der Anblick von Draco Malfoy,
der depressiv Harrys Namen flüsterte, konnte ihn gerade belustigen. Er fand es einfach
nur furchtbar und wollte sich gar nicht ausmalen, was passierte, wenn die Leute erst mal wieder
klar denken konnten. Es war fast egal, wer hierfür verantwortlich war, alle würden
es am Ende nur ihm vorwerfen. Wie eben immer.
Entsprechend deprimiert hielt er den Blick lieber gesenkt und versuchte dabei Snaps
nähe, als nicht so intensiv wahrzunehmen, wie sie es doch aber war, und gleichzeitig
nicht zu heulen, bei seinen Beinen dank der Bewegung wieder schmerzte, als hätte es
vorab zufallen. Eigentlich war der Weg nicht weit, den Gang entlang, die Treppe nach oben,
ein paar Meter bis zur nächsten Treppe, dort wieder hinab und in Richtung Gemeinschaftsraum
der Hufflepuffs zum Porträt, hinter dem die Küche versteckt war. Die Treppen dauerten
jedoch allein schon lange, weil Harry einfach nicht gut laufen konnte, dazu kam der Tarnumhang,
der sie behinderte und sie mussten immer wieder schülern und Lehrern ausweichen.
Die Wendeltreppe hinab hielt Snape ihn sogar mit einem arm fest, während Harry versuchte
nur mit dem rechten Bein aktiv zu steigen, aber ohne das Flinke zu beugen ging es halt
auch nicht so richtig.
Als Snape unsichtbar die Birne kitzelte, musste Harry sich ganz kurz über die Absurdität
dieser Situation bewusst werden, aber da wurde er schon durch das Porträt in die Küche
gezogen, wo sie einen Moment innehielten. Erwartungsgemäß befanden sich hier nur Hauselfen, so dass
sie den Tarnumhang ablegen konnten. Da rief Harry und deutete zu einer der großen Feuerflächen,
wo unzählige große Töpfe bereits für das Abendessen köchelten. Da auch, entgegnete
Snape und deutete zu einer anderen Stelle, aber als Harry hinschauen wollte, fielen
ihm unterwegs noch mehr Flaschen mit der pinkfarbenen Flüssigkeit auf.
"So viele", murmelte er. Hier war definitiv nicht nur versehnlich eine Flasche verschüttet
gegangen.
Irgendjemand hatte den Hauselfen einen halben Lebensvorrat mit dem Zeug vorgesetzt.
"Die Flaschen sind aus George's Laden", fiel ihm dabei auf, und er trat zu einem Tisch,
wo gleich mehrere der Flaschen standen, eine davon aufnehmend und stürzte sich
mit der freien Hand ein wenig ab, um das linke Bein entlasten zu können. Ja, hier,
wirklich wirksamer Liebestrank. Snape trat neben ihn und nahm eine der Flaschen auf,
in der sich noch ein Rest befand. "Ich habe noch nie verstanden, warum das
Ministerium den Verkauf nicht reguliert", murmelte er, und rauch vorsichtig an der
Flasche, ehe er sie wieder verkorkte.
"Master Professor Snape, sir, darf Jesse helfen?" traute sich eine Hauselfe zu fragen,
die zu ihnen herangetreten war, und sie fast ein bisschen skeptisch betrachtete. "Du
könntest uns sagen, wer das hier in die Küche gebracht hat", erklärte Snape und deutet
auf die Flaschen. "Sie waren am Morgen einfach Damaster Professor Snape, sir", tippste sie.
"Eine große Schachtel von Madame Schulleiterin", sie eilte zu einem anderen Tisch, um von
dort einen Pappkarton zu holen, auf dem von Minerva geschrieben stand.
"Das ist nicht die Handschrift der Schulleiterin", sagt das Snape unwirsch. "Das weiß Jesse
leider nicht", gab sie betreten zu. "Aber Tenny hat es probiert und gesagt, das ist
sehr gut schmeckt, sir", erklärte sie pflichtbewusst hinterher. Hauselfen haben beschlossen, dass
es zu überhaupt jeden einzelnen Gericht passt. "Das ist uns nicht entgangen", brummte
Snape. "Was falsch, Master Professor Snape, sir?", fragte sie jetzt, und ihre Ohren hängen
traurig an ihrem Kopf herab. Sie tat Harry ehrlich gesagt unglaublich leid. Natürlich
hatte sie nicht gewusst, dass es falsch war, woher auch.
"Ist ein bisschen kompliziert zu erklären", sagte Harry, bevor Snape sie rundmachen
konnte. "Aber ihr könntet uns helfen. Die Leute im Schloss sind davon alle ein bisschen
traurig geworden. Wir haben ein Gegenmittel für den Trank dabei, den wir vielleicht in
ein paar Pralinen packen und verteilen könnten. Es war doch viel freundlicher, sie einfach
in diesem Prozess einzubinden, nicht?" "Tenny muss es erst kosten", warf die
Elfe unsicher ein, von ihm zu Snape und zurückblickend. Harry sah fragen zu ihm auf, nicht, das ist
im Elfen irgendwie schaden konnte. Der nickte jedoch, also gab Harry ihr eine der Phäolen
und schon machte sie sich damit auf den Weg zu einem scheinbar uralten Elfen, der ohne
zu zögern einen Schluck davon trank. "Man ist das krank", mummelte Harry. "Was wenn
ich ihr Gift gegeben hätte?" "Dann wäre der Elf jetzt tot, das ist nun mal sein Job",
brummte Snape, klang aber wenigstens danach, als würde er das auch nicht schätzen. Der
Weilhub Snape den Zauber starb und ließ alle Flaschen amotensia, die irgendwo herum standen,
zum Tisch vor ihnen schweben und sortierte sie zurück in die dazugehörige Kiste, bis
diese voll war, so dass sie hoffentlich davon ausgehen konnten, alle Flaschen erwischt zu
haben. "Tenny sagt, es ist in Ordnung", "Gut, übernahm Snape wieder das Gespräch,
als Jesse zurückkehrte." "Ich will, dass ihr sämtliches Essen vernichtet, dass
irgendwie in Berührung mit diesem Zeug hier gekommen ist. Haus Elfen schadet es nicht
Menschen, aber schon. Die Haus Elfe nickte ganz ernst." "Wir bereiten alles vormaster
Professor Snape, Sir. Damit wuselte sie davon und rief die Haus Elfen zusammen." "Nervt
das sie nicht so genannt zu werden?" murmelte Harry. "Und wie? Man kann nur rein gar nichts
dagegen tun. Nicht einmal bei den freien Elfen, die hier arbeiten, weil sie Angst haben unter
den anderen aufzufallen", brummte er unzufrieden. Harry verzog die Lippen und beobachtete schweigend,
wie die Haus Elfen sich in zwei Teams aufteilten. Die eine Hälfte vernichtete aller kontaminierten
Lebensmittel, lehrten Töpfe und Pfannen und begann direkt alles aufzuwaschen. Die andere
Hälfte suchte sich einen freien Platz zum Arbeiten und kam dort der Aufforderung nach,
das Gegenmittel in kleine Süßigkeiten zu verpacken. Bleibt unsichtbar und flasste
die Tabletz nur nahe zu den Leuten schweben. Wenn sie nicht reagieren, stupst sie damit
an, wie Severus die Haus Elfenarmee an, die mit unzähligen Tablets bewaffnet war. Schon
desapparierten sie, um sich im gesamten Schloss zu verteilen. Severus selbst warf den Tarnumhang
wieder über sich und Harry und trat mit ihm nach draußen auf den Gang, um zu beobachten,
wie die Bemühungen der Haus Elfen gelangen. Harry schien durchaus recht zu behalten, die
meisten Schüler schienen leicht von einer vorbeischwebenden Süßigkeit zu überzeugen
zu sein, was Severus wirklich nicht in den Kopf ging. Er würde in keinem Leben, ob ehemaliger
Spion oder nicht, etwas essen, das einfach so an ihm vorbeiflog. Kaum dass die Wirkung
des Liebestranks verflog, sahen sich die Schüler verwirrt, aber er natürlich noch
immer niedergeschlagen um. Ein paar riefen unsicher nach ihren Freunden, ein paar Mädchen
fielen sich sogar weinend in die Arme. Harry an seiner Seite wurde immer unruhiger, während
er das beobachtete. Severus beschloss, dass es gut genug zu funktionieren schien und
sicherlich auch bald das restliche Collegiumbegriff was vor sich ging, sodass er sich für den
Moment wohl besser um Harry kümmerte. In den Krankenflügel würde er ihn allerdings
nicht bringen. Vermutlich musste Poppy heute noch den einen oder anderen auf Peppeltrank
verteilen und ein paar Schülern gut zu reden. Das würde Harry auch nicht helfen. Stattdessen
brachte er ihn erneut hinab in den Kärker und aus Ermangelung an besseren Möglichkeiten
in seine Wohnung, wo der junge Held echt sind auf Sofa sagte.
Kein Schuljahr, indem ich nicht zum Unerwünschen Nummer eins muttiere, murmelte er niedergeschlagen,
was Severus einen Herbenstich versetzte. Diese Bezeichnung war kein Scherz, verdammt.
Zu viele Monate hatten die Todesser unter der Führung des dunklen Lords ihn so bezeichnet
und damit nach ihm gefahntet. Den meisten Schülern wird es so unangenehm sein, wie
Liebeskranke voll Idioten durch Schloss gelaufen zu sein, dass sie es lieber schnell
verdrängen, als lange breit zu treten, versicherte er und konnte regelrecht sehen, dass Harry
seine Worte ganz und gar anders aufnahm, als er sie gemeint hatte. Er hatte Mühe, darüber
nicht die Augen zu verdrehen. Er hatte doch nun wirklich mit keinem Wort erwähnt, dass
sie sich wegen Harry schämten. Anstatt ihn dafür zu rügen, setzte er sich neben ihn
auf Sofa. "Ich möchte mich bei dir entschuldigen", hopp er an, auch wenn er das Gewiss nicht
häufig hat. Und so sah Harry ihn auch an. "Amorten zu hin oder her, ich hätte mehr
Selbstbeherrschung besitzen müssen und dir mitteilen, dass du mich wirklich wegsperren
musst. Das Rezept hättest du auch durch eine Tür hindurch aus mir herausbekommen, ich
hätte mich dir so nicht nähern dürfen." Das musste einfach gesagt werden und hatte
auch überhaupt nichts mit Harrys Gefühlen für ihn zu tun. Er hätte Harry sofort als
er merkte, dass es begann, ihn zu beeinflussen, informieren und ihn darauf hinweisen müssen,
dass er mindestens eine Tür zwischen ihnen halten musste. Im Zweifelsfall hätte er
zwar wie ein Idiot auf der anderen Seite gesessen und um seine Aufmerksamkeit gebettelt,
aber das wäre immer noch besser gewesen. Sogar Harry nickte, sagte und stritt es nicht
ab. "Ich verzeihe ihnen", sagte er leise. "Tut mir leid, dass sie überhaupt in diese
Situation gekommen sind. Ich mein, das kann sich ja nur gegen mich gerichtet haben. Natürlich
Harrys verdacht, dass irgendein verschmäherter Fan dahinter steckte gar nicht so fern. Zervoros
selbst hatte auch äußerst fragwürdige Post bekommen, nachdem sein Mitwirken im Ausgang
des Krieges breitgetreten worden war. Ich werde mich aber auf das Sicherheitsleck hinweisen,
aber darum soll es gerade nicht gehen. Das wie und wann würden andere aufklären müssen.
Der Hinweis auf den Großeinkauf im Laden von Beasley wäre doch sicher ein Ansatz. Er jedoch
hatte noch mehr zu gestehen. Wie du weißt, fällt es mir leider sehr leicht in deine
Gedanken einzudringen, sodass ich vorhin sehr genau mitbekommen habe, was die Situation in dir
ausgelöst hat." Harry startte ihn mit großen Augen an. Es war genau dieser Blick, der gleiche
wie vorhin im Labor, der Zervoros jedes Mal wieder in die tiefsten Abgründe seiner ganzen
Existenz stieß. Dieser Blick reichte aus, um eine ganze Menge Dinge in ihm in Gang zu setzen. Zum
einen aktivierte es einen enormen Beschützerinstinkt in ihm, der dafür sorgte, dass er Harry am
liebsten in seiner Umhangtasche vor der ganzen Welt verstecken wollte. Das war nicht mehr neu
und funktionierte zu seinem Leidwesen schon seit ein paar Jahren. Neueren Datums waren
die Anwandlungen, die selbst bei klarem Verstand dafür sorgten, dass er Harry küssen wollte
und sein Schlafzimmer als sehr vielatequateres Versteck wie ihn empfand. Bisher hatte es da
eine nette Barriere gegeben. Er war Harrys Lehrer. Leider eine recht müde Ausrede. Aber sicherlich
würde Harry niemals auf einen Vollpfosten wie ihn stehen, und das war doch ein gutes Argument,
stattdessen seine Gefühle im Schrank zu bunkern. Tja, genau diesen Schrank hatte Harry vorhin zu
Kleinholz verarbeitet und das auch noch ohne es zu wissen. "Tut mir leid", flüsterte Harry,
was ihm bewusst machte, dass er seit mindestens zwei Minuten nicht weitergesprochen, sondern das
ganze Thema nur mit sich in seinem eigenen Kopf besprach. Das war ja mal nutzlos. "Entschuldige
dich nicht, warte ruhig. Vielmehr sollte ich mich entschuldigen, schon vorab für das,
was ich sagen werde. Denn richtiger wurde es nur aufgrund von Harrys Erwiderung halt auch nicht.
Da er seit dem Ende des Krieges jedoch erstmalig überhaupt in der Situation war, eigene Entscheidungen
zu treffen und Rücksicht auf seine ureigenen Bedürfnisse nehmen zu können, sah er es überhaupt
nicht ein, sich von belanglosen Dingen wie einem halben Schuljahr in die Schränken weisen zu lassen."
"Ich erwidere deine Gefühle." Das Klang zugegeben ganz schön steif, aber jemandem seine Gefühle zu
offenbaren hatte in zwanzig Jahren Spionage eben nicht dazugehört. Harry hob den Blick langsam
und unsicher wieder zu ihm und schien gar nicht so richtig glauben zu können, was er dazu hören
bekam. "Sie erwidern das?", fragte er unglaublich. "Cyberus nickte leicht." "Ja", sagte er schlicht.
"Okay, nur für meinen Idioten hören und damit wir nicht ineinander vorbeireden", sagte Harry,
"jetzt eilig. Sie sind in mich verliebt, so wie ich in sie verliebt bin." Noch schien das nicht
wirklich in Harrys sogenanntem Idioten hören angekommen zu sein. "Cyberus hob eine Braue."
"Er bestätigte er erneut, anstatt ihn zu fragen, ob er wohl Zettel und Stift holen sollte."
Entgegen seiner Erwartung breitete sich jedoch kein Lächeln auf Harrys Zügen aus und er wirkte
auch sonst auf keine Weise begeistert oder wenigstens erleichtert. Stattdessen sah er noch immer
unsicher aus. "Und was bedeutet das?", fragte er weiter. "Cyberus hob die Schultern."
"Ich weiß nicht. Was bedeutet es in einem Regelfall, wenn zwei Menschen ineinander verliebt
sind?", fragte er durchaus ein wenig sarkastisch. "Wo lag das Problem?"
"Äh, aber Hogwarts war Harry ein um sich herumdeutend. Ist in einem halben Jahr Geschichte
für dich. Wenn es dich nicht so sehr stört, dass wir uns der Wallen nur hier treffen und
kennenlernen können, das schränkte natürlich ein, klar, aber eigentlich war ihm das egal."
"Und, ähm, dein Nicht-Freund?" schob Harry hinterher, sich wenigstens schon mal von
der distanzierenden Ansprache verabschiedend. "Dennoch stieß Cybrus die Luft aus, denn
er hatte eigentlich relativ wenig Lust, sich dahingehend vor irgend jemandem zurechtfertigen."
"Ich hatte ohnehin nicht vor ihnen ein zweites Mal zu treffen. Vielleicht sagte das genug
aus?" Harry nickte leicht, aber selbst jetzt wirkte
er noch immer eher in sich gekehrt, sodass Cybrus schon wieder versucht war, seine Gedanken
zu lesen. Aber das wäre natürlich in diesem Moment auch nicht richtiger als in jedem anderen.
Stattdessen musste er wohl stärkere Geschütze auffahren, um Harry von seinen Worten zu
überzeugen. Er lehnte sich ein wenig zu ihm und schub seine Finger sanft über Harrys
Wange. Darauf reagierte der Jüngere dafür umgehend und schmiegte die Wange leicht gegen
seine Hand, sodass Cybrus sich vorbeugte, um den Kurs zu wiederholen, nur dieses Mal
mit deutlich mehr Feingefühl. Harry erwiderte den Kurs. Eine seiner Hände legte sich an
Cybrus noch erhobenen Arm, die andere verkralte sich ein bisschen hilflos in Cybrus' Geroch
und genauso verharten sie für einen langen Moment, bis Cybrus sich langsam von ihm löste.
Endlich lächelte Harry, strahlte sogar regelrecht zu ihm hoch, wenn auch noch immer vorsichtig.
"Ich schaue mir mal das Chaos im Schloss an und hole Poppy her, damit sie sich endlich
dein Bein ansieht. Bleib hier, wies er ihn an. Und leg das Bein hoch. Wenn alles andere
geklärt ist, reden wir." versprach er und richtete sich auf. Zuerst musste der Rest
geregelt werden, damit sie später Zeit hatten und niemand sie stören konnte. Das schien
auch Harry so zu sehen, der es sich dafür auf Cybrus' Couch bequemachte und eigentlich
war das für den Anfang doch schon mal ein ganz netter Anblick.
[Musik]
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